Gegner wegschieben

  • 12.4 sagt bei physischen Kontakten gibt es idf, df oder Strafstoß - allerdings wirkt 12.4 vom Aufbau her wie eine Zusammenfassung von 12.1-12.3. Generalklausel würde ich das nicht nennen

    Stimmt. Die Zusammenfassung unter 12.4 ist generell nur eine Aufzählung der verschiedenen Freistossarten.


    Es gilt nur 12.1 und 12.2


    Körperkontakt (mit Ausnahme beim Zweikampf um den Ball, wo das korrekte Rempeln beschrieben wird) wird als Foulspiel ausgelegt. Ein Foulspiel wird immer mit einen direkten Freistoss geahndet.


    Es gibt eine Ausnahme für idF unter 12.4.

    Das Beispiel wird später geschickt, oder jemand kann es ins deutsche übersetzen.

  • Es gibt doch eine deutsche Version der Regeln, in denen natürlich auch Kapitel 12.4 vorhanden ist. Also wozu etwas übersetzen?


    Und ich vermute, DieMacke bezieht sich auf den indirekten Freistoß für Vergehen gegen Personen des eigenen Teams außerhalb des Spielfelds. In der Tat ein Beispiel für einen indirekten Freistoß bei einem Vergehen mit Körperkontakt

  • Da regelkonform gerempelt wurde liegt ja kein Foul im Sinne der Regel vor.


    Trotzdem gibt es den Pfiff und nun wartet alle Welt auf die Schiri Entscheidung.


    Direkter Freistoß wäre hier nicht möglich, da der Körperkontakt an sich regelkonform war, nur der Ball nicht in der Nähe.


    Damit wäre die Spielfortsetzung der Schiriball, wobei dieser hier laut regelwerk nicht vorgesehen ist.


    Da das Spiel aber irgendwie fortgesetzt werden muss, kann dann als Spielfortsetzung nur noch der idf übrig bleiben.


    Edit : in den Regeln 1996 + Lehrbuch zu den Regeln gab es in 12.2 noch, ein Spieler der folgende fünf verstöße begeht:... 2. Korrekt rempelt wenn der Ball nicht in spielnähe ist... Ist durch Erteilung eines indirekten freistoßes zu bestrafen...

  • Und ich vermute, DieMacke bezieht sich auf den indirekten Freistoß für Vergehen gegen Personen des eigenen Teams außerhalb des Spielfelds. In der Tat ein Beispiel für einen indirekten Freistoß bei einem Vergehen mit Körperkontakt

    Mit der Vermutung liegst Du daneben. :) Ich habe eine englische Fassung re Körperkontakt an max_hb geschickt

    Somit bleibt nur der idF nach 12.4 als physisches Vergehen gegen einen Gegenspieler

    Regel 12.1 selbst in der deutschen Fassung sagt: Ein Vergehen mit Körperkontakt wird mit einem direkten Freistoss geahndet. Und ein physisches Vergehen ist gleichbedeutend mit Körperkontakt.


    Manfred und Mark: Bei uns nehmen viele Jungs am Eishockey teil und kommen zum Fussball. Da wird anfangs beim Zweikampf um den Ball, solange die Spieler die Regeln nicht kennen, mit der Hüfte gerempelt, was fahrlässig ist. Somit gibt es direkten Freistoss.

    Nun meine Frage!

    Kann ein Rempeln mit der Hüfte beim Zweikampf um den Ball auch als rücksichtlos oder übertrieben hart eingestuft werden?



    Edit : in den Regeln 1996 +

    Darum gehört das Regelbuch in die Truhe ... und hat in 100 Jahren vielleicht Seltenheitswert. 39 Jahre vor der 1996 Ausgabe musste Ball beim Eckstoss innerhalb von Viertelkreis liegen und durfte die Linien nicht berühren. Das erste und einzige Mal dass ich eine Strafe (5 Minuten) bekam. Der Viertelkreis war nur Ballgrösse. Da die Regel aber Ball Entfernung von Eckfahne bis zu 92 cm erlaubte, legte ich den Ball zweimal ausserhalb des Viertelkreis. Beim dritten Mal wurde mir die 5-Minuten Strafe aufgebrummt.


    Zu dem Zeitpunkt gab es keine Schiedsrichter für A- oder B-Jugend. Die Spiele wurden von einen Vereinsmitglied der Heimmannschaft geleitet.

  • DieMacke

    Ich glaube, du verrennst dich zu sehr in einzelnen Sätzen bzw. Wörtern und Formulierungen.


    Korrektes Rempeln ist nach gängiger Lehrmeinung eben kein Kontakt-Vergehen im Sinne von 12.1, obwohl ein Körperkontakt vorliegt. PUNKT


    Bei Zweikampfbewertungen (z.B beim Tackling, Angriff, Anspringen beim Kopfball) pfeifen wir doch auch nicht jede Berührung ab. Gewissen Arm-, Hand-, Bein- und auch Hüfteinsatz lassen wir zu, weil er zum Spiel gehört.


    Wir pfeifen erst dann ab, wenn nach unserem „Ermessen“ (siehe Glossar) der Einsatz zu heftig bzw. die Wirkung zu groß ist, also mindestens „fahrlässig“ im Sinne der Fußballregeln.

    Fußball ist nicht Eishockey aber eben auch nicht Basketball.

    Denkt an Ribery, der seine Gegenspieler mit ausgestrecktem Arm auf Abstand „leicht gestoßen“ hat.


    In der Praxis gibt es beim Rempeln ohne Ballnähe möglicherweise entweder nur dF oder Weiterspielen. Die Theorie bzw. Lehrmeinung will allerdings den idF.


    Und die beschriebene Situation der Eingangsfrage schreit förmlich nach idF.

  • Korrektes Rempeln ist nach gängiger Lehrmeinung eben kein Kontakt-Vergehen im Sinne von 12.1, obwohl ein Körperkontakt vorliegt. PUNKT

    Zuerst eine Richtigstellung! 12.1 Direkter Freistoss beschreibt:

    Rempeln, Anspringen, Treten oder versuchtes Treten, Stossen, Schlagen oder versuchtes Schlagen (einschliesslich Kopfstössen), Tackling mit dem Fuss (Tackling) oder Angriff mit einem anderen Körperteil (Angriff)

    Beinstellen oder versuchtes Beinstellen.
    Ein Vergehen mit Körperkontakt wird mit einem direkten Freistoss geahndet – das ist der nächste Satz nach Beinstellen, und die gängige Lehrmeinung in den sechs Mitgliedsverbänden der FIFA.


    In der obrigen Regel steht nichts von "korrektes Rempeln" geschrieben aus den einfachen Grund, weil es ein Zusatz ist der beschreibt wann Rempeln erlaubt ist – was Manfred in seiner ersten Antwort beantwortete, und was ich auch mehrere Male in meinen Kommentaren erwähnte.


    Da im Fussball-Regelbuch vom DFB "korrektes Rempeln" erwähnt wird, hätten die Regelhüter beim DFB ein Asterisk zufügen sollen wie korrektes Rempeln* und eine Erklärung wann Rempeln erlaubt ist.

    Denkt an Ribery, der seine Gegenspieler mit ausgestrecktem Arm auf Abstand „leicht gestoßen“ hat.

    In den oberen Ligen wird entschieden mehr durchgelassen als bei Jugend- oder Bezirksligaspielen. Und in England spielt "gesunde" Härte eine sehr grosse Rolle, die in anderen Verbänden schnell abgepfiffen würden.


    In der Praxis gibt es beim Rempeln ohne Ballnähe möglicherweise entweder nur dF oder Weiterspielen. Die Theorie bzw. Lehrmeinung will allerdings den idF.

    Ich habe mich gestern an die höchste Autorität in Bezug Lehrmeinung dieser Regel 12.1 gewandt. Meine Frage war:

    CHARGING:

    A defender is being charged in a careless manner by his opponent (shoulder to shoulder, arms at the side) with the ball 20 yards away. My decision is direct free kick from the spot where the offence occurred.


    Some guys in Germany I am corresponding with believe it should be an indirect free kick.

    Ein Verteidiger wird vom Gegner fahrlässig gerempelt (mit Schulter und angelegten Arm), obwohl der Ball 20 Yards entfernt ist. Ich entscheide auf dF wo das Rempeln stattfand. Einige der Korrespondenten in Deutschland glauben, es muss idF geben.

    Die Antwort:

    To answer your question, you are absolutely correct, charging is a penal offence which is punishable by a free kick from the spot of the offence. Distance to the ball is irrelevant if there is contact (i.e. a foul) involved.

    Du hast vollkommen Recht. Rempeln ist eine strafbare (penal gleich penalty) Handlung, die mit einen Freistoss geahndet wird, wo das Vergehen stattfand. Entfernung zum Ball ist unwichtig falls es Körperkontakt (foul) gab.


    Danach wurde idF erklärt wo es keinen Körperkontakt gibt.

    Und die beschriebene Situation der Eingangsfrage schreit förmlich nach idF.

    Es ist Grundwissen für jeden Schiedsrichteren, dass es bei Körperkontakt – falls gepfiffen – immer einen direkten Freistoss geben muss. Siehe Regelbuch 12.1, da gibt es kein wenn und aber!


    Setz dich mit deinen Lehrwart zusammen und stelle die Frage was Sportplatz2018 schrieb:

    "Der Ball ist nicht in Reichweite. Der Verteidiger bewegt sich nicht und wird einfach nur vom Gegner beiseite gedrängt."

    Natürlich ist es etwas anders, wenn der Gegner den Verteidiger ohne jeglichen Körperkontakt beiseite drängen kann, weil starker Wind herrscht der den Verteidiger weg bläst.

  • Und - hilft uns das jetzt weiter? Die Lehrmeinung im Bereich des DFB hierzu ist eindeutig: Indirekter Freistoß! Wir können das jetzt noch etliche Male diskutieren und womöglich deckt sich die Lehrmeinung nicht zu 100 % mit dem Regelwerk (obgleich man da unterschiedlicher Auffassung sein kann), letztlich ist das egal, im Regeltest oder unter Beobachtung wird in Deutschland der idF erwartet, alles andere gilt als falsch.

  • Kam es überhaupt bei irgendjemanden schon mal vor, dass derjenige ein korrektes Rempeln abseits des Balles abgepfiffen hat?

    Passiert öfter als du denkst bei langen Pässen zu den Aussenstürmern wenn der Ball noch nicht in Spielnähe ist, und der Verteidiger will eher an den Ball kommen.



    Die Lehrmeinung im Bereich des DFB hierzu ist eindeutig

    Gebe mir mal die Quelle an und das Zitat, damit ich es schwarz auf weiss lesen kann. Ich habe die deutsche Fassung der DFB Fussballregeln 2014/2015 vor mir liegen, da gibt es einen direkten Freistoss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lehrwarte eigenmächtig gegen die vom DFB heraus gegebenen Regeln verstossen.

    Ich würde da mal Schiedsrichter fragen, die in den drei oberen Ligen tätig sind oder auch diejenigen, die die A- und B-Jugend in der Bundesliga leiten.


    Einen idF bei Foulspiel (Körperkontakt) gibt es nur in diesen Fall. Mit gelb schon vorbelastet grätsche ich rücksichtlos in den Gegenspieler. Statt das Spiel zu unterbrechen zeigt der SR Vorteil an. Das Spiel verlagert sich in meine Hälfte. In der Zwischenzeit bin ich zurück in der Verteidigung und fange die Flanke mit meinen Fuss ab.

    In dem Augenblick unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und zeigt mir gelb-rot. Das Spiel wird mit einen idF fortgesetzt wo ich den Ball berührte.

  • Ich kann mich an keine Situation erinnern, in der ich ein korrektes Rempeln abseits es Balles abgepfiffen habe. Wenn ich gepfiffen habe dann wurde das Rempeln, von mir als nicht korrekt eingestuft und mit DF bestraft.


    Was mich außerdem interessiert ist das Alter und die Quelle der Regelfrage. Kommt die vom DFB, einem Landesverband oder einem KFA Lehrwart?

    Mir ist eine ähnlliche Frage jedenfalls noch nicht untergekommen.


    Ich kann mich auch im Profibereich nicht erinnern, das es nach einem Freistoß oder Eckball bei zu viel Gerangel mal einen IdF statt Strafstoß gab.


    Und wenn ein Spieler seinen Gegenspieler abseits des Balles übers Feld schiebt egal in welcher Art und Weise hat das nichts mit korrektem Rempeln zu tun und der Sportsfreund verdient besondere Aufmerksamkeit.

  • Kam es überhaupt bei irgendjemanden schon mal vor, dass derjenige ein korrektes Rempeln abseits des Balles abgepfiffen hat?

    Und ob. Zwar ist die Variante, dass ein Verteidiger den Raum statt des Balles abschirmt, weitaus häufiger (auch hier gibt es übrigens einen idF, selbst wenn der Gegner berührt wird), aber das "Stürmerfoul" kommt durchaus vor und da ist man immer sehr gut beraten, dies auch zu pfeifen, denn der Angreifer macht das ja nicht ohne Grund - und daraus ein Tor, sorry, eine Horrorvorstellung.

    Ich habe die deutsche Fassung der DFB Fussballregeln 2014/2015 vor mir liegen, da gibt es einen direkten Freistoss.

    Noch einmal zum mitdenken: Das ist Lehrmeinung - und Lehrmeinungen sind üblicherweise nicht im Regelbuch zu finden. Welchen Einfluss Lehrmeinungen haben, wird aber an einem anderen Beispiel deutlich: Seit gut einem Jahr ist der Ball beim Abstoß bekanntlich im Spiel, sobald er sich bewegt, den Strafraum muss er nicht mehr verlassen. Darauf kam jemand auf die Idee, den Ball aus dem Abstoß direkt zum Torwart zu spielen, der den Ball mit der Hand annahm. Anstatt hier aber, was regeltechnisch naheliegend gewesen wäre, auf Rückpass zu entscheiden, soll nach Lehrmeinung auf Wiederholung entschieden werden - das stand so auch nie im Regelwerk.

    Und wenn ein Spieler seinen Gegenspieler abseits des Balles übers Feld schiebt egal in welcher Art und Weise hat das nichts mit korrektem Rempeln zu tun und der Sportsfreund verdient besondere Aufmerksamkeit.

    Die Aufmerksamkeit hat der definitiv verdient - aber wir befinden uns immer im Spannungsfeld Tätlichkeit - Foul - Unsportlichkeit. Korrektes Rempeln ist nur schwer als Tätlichkeit zu klassifizieren, alleine das Attribut "korrekt" steht einer Zuordnung als Foul entgegen, bleibt also nur sportlich unerwünschtes Handeln - und damit wären wir wieder beim idF. Übrigens kann das durchaus auch ungewollt passieren, manchmal ist der Ball einfach schneller als der Spieler oder der Spieler verschätzt sich und meint, er würde um den Ball kämpfen, nur ist dieser dafür zu weit entfernt.

  • Zwar ist die Variante, dass ein Verteidiger den Raum statt des Balles abschirmt, weitaus häufiger (auch hier gibt es übrigens einen idF, selbst wenn der Gegner berührt wird),

    bleibt also nur sportlich unerwünschtes Handeln - und damit wären wir wieder beim idF.

    Aber auch das steht beides wieder nicht in den Regeln.


    Bzgl. der Ursprungsfrage mit dem Gegner wegschieben, sehe ich ja ein, dass es dort eine klare Lehrmeinung gibt - wobei eine DFB-Quelle dazu sehr interessant wäre. Es wirkt ja etwas so, dass die Lehrwärte dort einfach eine alte Regel aus den 90ern (siehe Post#44) weiterhin lehren, die es inzwischen nicht mehr gibt.


    Aber wir hatten doch inzwischen in diesem Thread herausgearbeitet, dass sich die "Generalklausel" für indirekte Freistöße nur auf Vergehen bezieht, für die es eine Karte gibt. Ansonsten gibt es - genauso wie für den direkten Freistoß -eine Reihe von Vergehen, für die es laut Regeln den indirekten Freistoß gibt.


    Dann noch der Punkt mit den sonstigen Vergehen, für die eine Karte gegeben wird und spezielle Punkte für den Torwart.


    "Den Raum abschirmen, selbst wenn der Gegner berührt wird" oder "sportlich unerwünschtes Handeln" gehört aber nicht dazu.

    D.h., wenn weder eine Bedingung für den direkten Freistoß noch den indirekten Freistoß erfüllt ist, sollte es sich auch um kein ahndungswürdiges Vergehen handeln.

    Insbesondere gibt es in den Regeln keinen Grund dafür, Rempeln ahnden zu wollen, wenn es "regelkonform" bzw. "korrekt" ist. Aber OK, das hatten wir ja schon...

  • Ich hatte am Beispiel des "Rückpasses" nicht umsonst dargestellt, dass wir öfter Lehrmeinungen haben, die nicht im Regelwerk stehen und manchmal auch nicht dazu passen - und ja, das ist unbefriedigend und auch irritierend, dennoch für uns aber zu beachten. Und die Lehrmeinung bei den Rempeleien kann man durchaus regeltechnisch begründen, wie ich es getan haben, wobei unbestritten ist, dass dies dem reinen Wortlaut widerspricht, es sich aber die Frage stellt, ob hier nicht ein Muster des Falles vorliegt, dass man im Geist des Fußballs entscheiden muss - und nach dem Geist des Fußballs kann ein grundsätzlich regelkonformer Kontakt eben kein Foul sein. Es bleibt schwierig ...