Spielende und ein aufgebrachtes Publikum

  • ich hatte diese Saison schon 3 Spiele, an denen ich am Ende ein emotional geladenes Publikum vor mir hatte:


    Ein Spiel, an welchem die Heimmannschaft am Ende am Drücker zum Ausgleich war, ich aber vermutlich 2min vor Spielende ein Abseits nicht gesehen habe und dann ein Tor gegen Heim gefallen ist.


    Ein Spiel, an welchem ich kurz vor Spielende einem Spieler von Heim den FaD gezeigt habe, alle von Heim meinten, dass Gelb angemessen gewesen wäre (5 Spiele Sperre, Szene wurde auf Fupa TV aufgenommen).


    Ein Spiel, wo die Fans von Heim jede Szene im Spiel kritisierten und immer alles anders gesehen haben, als ich (hat sich hochgeschaukelt).


    Am Ende, beim Gang durch die Zuschauer, oder an denen vorbei, muss man sich allerhand anhören. Ich hab nicht reagiert und nicht geantwortet, aber das tut weh und kratzt am Selbstbewusstsein.


    Das muss man wohl in sich hineinfressen und einfach abhaken?

  • 5 Spiele Sperre

    Ich mache das jetzt mal an diesem Punkt fest:
    Wäre da nichts gewesen, hätte es keine fünf Spiele Sperre gegeben (Standard sind zwei Spiele, manchmal auch nur ein Spiel) - und das Sportgericht urteilt auf Basis der Beschreibung im Sonderbericht.


    Es gibt solche Spiele (manchmal frage ich mich sogar mitten im Spiel, warum ich mir das eigentlich antue), da hilft wirklich nur abhaken.

  • Bei fünf Spielen Sperre brauchst Du über die Berechtigung der Roten Karte nicht mehr nachzugrübeln. Das erklärt sich von selbst. Egal was irgendwelche Dummschwätzer von sich gegeben haben. Punkt 1.

    Punkt 2:

    Nein, nicht alles in sich hineinfressen, das ist auf Dauer nicht gut. Mit Kollegen, vor allem mir älteren, reden hilft sehr viel. Wir alle haben diese Situationen schon erlebt. Schiesdrichterkameraden sind dazu da, einen wieder hochzuziehen und aufzubauen, wenn man Selbstzweifel hat und es mal nicht so läuft.

    Das versteht man unter Kameradschaft.

  • Das Problem ist wohl, dass der Alltagsfrust auf dem Fußballplatz rausgelassen wird. Und wenn es nicht so für die eigenen Mannschaft läuft, wie es soll, muss halt ein Schuldiger her. Pöbelt man die eigenen Spieler an, die den Ball nicht im Tor unterkriegen, wird man zum Buhmann in den eigenen Reihen, also nimmt man lieber den Schiedsrichter her, denn der ist ganz alleine.


    Hinzu kommt das Verhalten der Spieler. Sieht man ja jede Woche aufs neue auf dem Platz oder im Fernsehen: Die Spieler foulen, zerren, halten, stoßen was das Zeug hält, und wenn der Pfiff kommt zeigen sie gerne völliges Unverständnis ("ich hab doch gar nix gemacht")


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    "Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!"
    (Gerd Rubenbauer, als der FIFA-Beauftragte am Spielfeldrand eine Minute Nachspielzeit anzeigte)

  • Ich möchte mal den Faden von Altschiri weiterspinnen.

    Es gab Zeiten in Italien, da wagte sich kein Spieler näher als 1 m an den Schiri ran, sonst konnte er gleich weiterlaufen zum duschen!

    Wenn ich heute im Fernsehen Spieler auf der Schiri zurennen sehe und der unternimmt nichts, ausser einer :gelbe_karte:, braucht man sich nicht zu wundern, dass es so ist wie es ist. Hier gehört sofort :rote_karte: gezogen und eine Sperre von z. B. 4 Spielen, dann hört diese Unsitte sofort auf. Allerdings muss dann auch bei bösen Fouls, wo ich mich manchmal wundere, warum es hier nur :gelbe_karte: gibt, auch mit :rote_karte: bestraft werden. Es gab doch mal :rote_karte: bei Rudelbildung, oder?

    Das kling jetzt hart, aber nur durch dieses knallharte durchgreifen kann man sich Respekt verschaffen. Wenn eine Mannschaft mehrmals in Unterzahl ein Spiel beenden muss, werden sich Trainer und Verantwortliche sicherlich an die Mannschaft wenden, um deren Spielweise zu ändern.

    Auch müssen die Verbände sich vor die Schiris stellen und auch die Sportgerichte. Ich finde es lächerlich, wenn ein Spieler 2 Spiele Sperre bekommt, wenn er den SR A....ch nennt.

    Die Vereine müssen wissen, wenn sich ihre Spieler daneben benehmen, bekommen sie lange Strafen!

  • Es gab doch mal [Rot] bei Rudelbildung, oder?

    Jetzt wo Du das sagts...

    Meine grauen Zellen erinnern sich da recht Müde dran, soetwas in meiner Jugendzeit mal gehört zu haben.


    Ich kann aber nicht sagen, ob das nur ein "Gerücht" war oder ob es sich überhaupt um eine Fußball Regel handelte (Ich hatte seinerzeit noch Handball gespielt).

    Eines weis ich jedoch mit sicherheit: Derartige Jagdszenen geben im Football sofort nicht nur empfindliche Raumstrafen.


    Aber vielleicht kann das "Rot bei Rudelbildung" mal jemand von unseren 'Googel-Recherche-Profis' herusfinden?

  • Ich finde generell sollte der Schiedsrichter wieder mehr zur Respektsperson werden.
    Denn was man auch klarstellen sollte, es gibt kaum eine Sportart in der die Schiedsrichter weiger Respekt und Schutz (durch Regeln) genießen als in sonst einer Sportart.

    Jedoch finde ich :rote_karte: teilweise sehr drastisch. 2-5 Min Strafen beim Diskutieren oder anrennen auf SR oder SRA, das würde das Fass nicht zum überkochen bringen wie es eine :rote_karte: macht.

    Denn oft sind es die Emotionen die dazu führen.

  • Aber vielleicht kann das "Rot bei Rudelbildung" mal jemand von unseren 'Googel-Recherche-Profis' herusfinden?

    Okay, nicht Google-Recherche, aber das Handbuch für Schiedsrichter von Anfang der 1980er: Das Wort Rudelbildung konnte ich nicht einmal finden, so etwas kam aber auch sehr selten vor. Wobei das daran gelegen haben könnte, dass es keine Ampelkarte gab und nach der Verwarnung kam zwingend eine Rote Karte, d.h. auch eine Folgesperre.

  • Die Frage ist für mich immer. Sind die Reaktionen der Zuschauer vorhersehbar. Damit bin ich immer gut gefahren. Nach Spielende den Kapitän des Heimvereins zur Seite genommen und ihm gesagt, er soll für Ruhe sorgen, da ich keine Lust auf einen Aufsatz habe, aber durchaus ein begabter Amateurliterat.

    Meistens hilfst und ansonsten zahlt der Verein mehr, weil er das Vermeidbare nicht verhindert hat.

  • Als ich noch aktiv gepfiffen hatte, gab es die 10-Minuten-Zeitstrafe. Das hatte das ein oder andere mal geholfen, Hitzköpfe für ein paar Minuten draußen abkühlen zu lassen, zumal die Zeitstrafe ja ohne vorherige Verwarnung möglich war.


    Ferner war der FaZ eine nicht ganz so harte Strafe wie "gelb-rot", da der Spieler wiederkommen konnte (bzw. wenn der Trainer das für richtig hielt, nach Ablauf der Zeitstrafe durch einen Auswechselspieler ersetzt werden konnte).


    Ich würde die Wiedereinführung des FaZ in den unteren Ligen ("Betonliga") durchaus mal zur Diskussion stellen in Bezug auf das aktuell bestehende Konfliktpotential.


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    "Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!"
    (Gerd Rubenbauer, als der FIFA-Beauftragte am Spielfeldrand eine Minute Nachspielzeit anzeigte)