Sehenswertes Freistoßtor durch Torwart.... aber was läuft hier falsch.

  • Sensationell! Nicht nur das Tor als solches sondern das dann auch noch der Keeper der Schütze ist...


    Trotzdem. Mein Lehrwart schickt mir das gerade mit dem Kommentar: "Das hat wohl kaum ein Schiri auf der Pfanne"


    Was meint er wohl?


    Achja, es genügt wenn man von dem Video die ersten etwa 20 Sekunden schaut.

  • Ausrüstungsmängel sehe ich mehrere (Farben von Ausrüstungsgegenständen). Und Angreifer stehen zu nah an der Mauer- dies juckt aber keinen und ist als Tatsachenentscheidung dann auch irrelevant. Sonst fällt mir nichts auf. Das kurzzeitige Betreten des Platzes durch Teamoffizielle ist kein übertriebener Torjubel. Alles gut.


    Was hat Dein Lehrwart gesehen?

  • Angreifer stehen zu nah an der Mauer- dies juckt aber keinen und ist als Tatsachenentscheidung dann auch irrelevant.

    Ja, ist vielleicht ne Tatsachenentscheidung, aber als Regelfrage gestellt heist die Entscheidung hier halt nicht Tor sondern:



    Dennoch @BestRefinTown gut erkannt, denn mein Lehrwart schreibt mir auch, das dies bisher kaum einer richtig erkannt hatte geschweige denn mit der korrekten Spielfortsetzung das Spiel fortgesetzt hätte.

  • Wobei ich mir nicht sicher bin, ob wir hier über eine Tatsachenentscheidung oder über einen Regelverstoß reden.


    Spannender:
    Als SR auf dem Platz wäre mir das sicher aufgefallen, da ich sehr auf solche Situationen achte (besonders spannend, wenn nur zwei Mann die Mauer darstellen), aber im Video hätte ich das vermutlich nicht bemerkt.

  • Interessant auch: Der gelbe Spieler bewegt sich ja von der Mauer weg. Im Moment des Schusses könnte zumindest der Oberkörper schon 1m entfernt sein, die Beine sind es wahrscheinlich nicht.


    Insofern nur allgemein: Ist mit "bei der Ausführung eines Freistoßes" der gesamte Zeitraum zwischen Pfiff und Spielen des Balles gemeint oder nur genau der Moment, in dem der Ball gespielt wird? Das kann ja durchaus einen Unterschied machen.

  • Interessant auch: Der gelbe Spieler bewegt sich ja von der Mauer weg. Im Moment des Schusses könnte zumindest der Oberkörper schon 1m entfernt sein, die Beine sind es wahrscheinlich nicht.


    Insofern nur allgemein: Ist mit "bei der Ausführung eines Freistoßes" der gesamte Zeitraum zwischen Pfiff und Spielen des Balles gemeint oder nur genau der Moment, in dem der Ball gespielt wird?

    Da hilft es, sich den Sinn und Zweck dieser Regel noch mal vor Augen zu führen. In der Begründung für diese Regelergänzung heist es beim IFAB (Sinngemäß) "Um die Rangeleien im Mauerbereich zu unterbinden"

    Deshalb gilt die Regel wohl nicht erst bei Ballberührung im Moment der Ausführung sondern bereits ab dem Zeitpunkt bei dem auf Freistoß entschieden wurde.


    Wobei ich mir nicht sicher bin, ob wir hier über eine Tatsachenentscheidung oder über einen Regelverstoß reden.

    Ich denke mal, da es sich um ein "Abstandsvergehen" handelt wohl eher eine Tatsachenenstscheidung als ein Regelverstoß.

    Dennoch ist bei genauem Hinsehen zu erkennen, wie zwischen dem (dichterem) Gelben Spieler im Moment der Freistoßausführung eine Kontakt zu Stande kommt. Also steht der Gelbe mit Sicherheit direkt neben der Mauer.


    Die Antwort in einem Regeltest muss also lauten: Kein Tor, idF für Rot am Ort des Kontakts.


    Darüber hinaus stellt sich dann noch folgende Frage

    Muss man im Regeltest dann auch das Kreuzchen bei Verwarnung machen?

  • Deshalb gilt die Regel nicht erst bei Ballberührung im Moment der Ausführung sondern bereits ab dem Zeitpunkt bei dem auf Freistoß entschieden wurde.

    Wie soll das funktionieren? Nur weil einer zu nah an der Mauer steht lässt du den Freistoß gar nicht erst ausführen und entscheidest gleich auf idF?

  • Deshalb gilt die Regel wohl nicht erst bei Ballberührung im Moment der Ausführung sondern bereits ab dem Zeitpunkt bei dem auf Freistoß entschieden wurde.

    Definitiv: Nein.


    Ich habe das schon sehr intensiv mit meinem Lehrwart durchdiskutiert, zugegebenermaßen mit Ergebnissen, die ich nicht immer gerecht finde. Maßgeblich ist der Moment der Ausführung des Freistoßes, also der Augenblick, in dem der Ball wieder ins Spiel kommt.


    Das ist auch logisch, denn wenn es bereits ab dem Zeitpunkt der Entscheidung auf Freistoß zählen würde, wären unmögliche Situationen denkbar. Der krasseste Fall wäre, dass sich die Mauer direkt neben den potenziellen Schützen vor den Ball stellt - kann aber doch nie im Leben regelwidrig durch die ausführende Mannschaft sein. Oder die Mauer steht deutlich zu nah und ein Angreifer direkt daneben, weil er bei einer Finte mitwirken möchte - es kann nicht sein, dass hier die Mannschaft, die ursprünglich gegen die Regel verstoßen hat und schon wieder dagegen verstößt, auch noch belohnt wird. Entscheidend ist aber, dass es nicht zu einer Spielstrafe kommen kann, wenn der Ball nicht im Spiel ist.


    Anders sieht es aus, wenn die verteidigende Mannschaft es schafft, im Moment der Ausführung Tricks anzuwenden und damit dafür zu sorgen, dass ein Angreifer zu nah an der Mauer steht. Beispielsweise kann die nicht vorhandene Mauer (nur zwei Spieler) in diesem Moment durch einen weiteren, bisher etwas abseits stehenden Spieler zur "vollwertigen" Mauer gemacht werden. Alternativ ist es möglich, dass die Mauer einen Schritt zur Seite oder nach hinten macht und so den Meterabstand unterschreitet. Dies finde ich zwar nicht gerecht, das gilt derzeit aber als zulässig.

  • Hut ab, wäre mir im Leben (zumindest beim Anschauen des Videos) nicht aufgefallen.


    Die korrekte Spielfortsetzung wäre also nach "Freigabe durch Pfiff" zum direkten FS die unmittelbar folgende "Unterbrechung durch Pfiff" und indirekter FS für die verteidigene Mannschaft, richtig?:/

    „Wir haben nicht das Recht, jede Entscheidung des Schiedsrichters zu kommentieren. Der lacht sich ja auch nicht tot, wenn wir einen Fehlpass spielen.“ Ewald Lienen (Ehem. Trainer 1.FC Köln)

  • Auch hier: Nein.


    Nicht die Freigabe durch den Pfiff ist der entscheidende Augenblick, sondern der Moment, in dem der Ball sich bewegt und damit wieder ins Spiel kommt. Bekanntlich kann in der zeitlichen Differenz einiges passieren. Nur wenn bei der Ausführung der Abstand zur Mauer (aus mindestens drei Spielern) der Abstand von einem Meter unterschritten wird, kommt es zum idF gegen die den Freistoß ausführende Mannschaft.


    Sicher ist das so nicht in der ursprünglichen Intention des Regelgebers, aber einerseits wird kaum ein Team riskieren, den Freistoß deshalb "zu verlieren" während andererseits der eigentliche Grundsatz "Größtmöglicher Nachteil für die regelübertretende Mannschaft und größtmöglicher Vorteil für die ausführende Mannschaft" konterkariert wird.

  • Nur weil einer zu nah an der Mauer steht lässt du den Freistoß gar nicht erst ausführen und entscheidest gleich auf idF?

    Nein. Natürlich nicht. Den IdF kannst erst geben wenn der Bal im Siel ist. Es ging mir hier mehr um den Sinn der Regel das "kein Gerangel" entsteht.


    In dem Fall, in dem der SR das mit dem Abstand vorher erkennt muss er die Freistoßausführung unterbinden und deren Einhaltung einfordern.


    @Manfred: Wie Du weist bin ich ein genau so glühender Verfechter des "größtmöglichen Vorteil für die ausführende Mannschaft" wie Du. Jedoch wird mMn dieses Recht verwirkt wenn man selber Bockmist baut.

  • In dem Fall, in dem der SR das mit dem Abstand vorher erkennt muss er die Freistoßausführung unterbinden und deren Einhaltung einfordern.

    Wo bitte steht, das der Schiedsrichter die Freistoßausführung verhindern soll? Das würde den Passus mit dem indirekten Freistoß für das Verteidigende Team vollkommen überflüssig machen.

    Und den Grund eine Rangelei anzufangen gibt es nicht mehr. Ich persönlich würde jeden gegnerischen Spieler einladen sich neben mich in die Mauer zu stellen.

  • [..]


    Sicher ist das so nicht in der ursprünglichen Intention des Regelgebers, aber einerseits wird kaum ein Team riskieren, den Freistoß deshalb "zu verlieren" während andererseits der eigentliche Grundsatz "Größtmöglicher Nachteil für die regelübertretende Mannschaft und größtmöglicher Vorteil für die ausführende Mannschaft" konterkariert wird.

    Gib einmal idF für die Verteidiger und der Zirkus ist vorprogrammiert. Vom SR wird erwartet, dass er die Situation präventiv vor der Freistoßausführung löst und es dann nur theoretisch den idF für die Verteidiger gibt. Erwarte nicht die Regelkenntnis vom Spieler.

    Der von Dir immer wieder zitierte "größtmögliche Vorteil/ größtmögliche Nachteil" gehört für mich übrigens ins Legendenbuch. Wenn ein Angreifer so blöd ist und beim Freistoß in Abseitsposition ins Spiel eingreift ja dann ist es eben Abseits- irrelevant wie hässlich das Foul des Verteidigers vorher war. Gleiches gilt für das regelwidrige Annähern an eine Mauer.

  • Jedoch wird mMn dieses Recht verwirkt wenn man selber Bockmist baut.

    Im Prinzip ja, aber ...
    Wie bereits beschrieben, bestehen eben auch taktische Möglichkeiten für die Verteidiger, dafür zu sorgen, dass so ein Abstandsvergehen ungewollt eintritt - faktisch bedeutet das, dass ein Angreifer mehr als einen Meter Anstand zur Mauer halten muss, um so etwas ausschließen zu können.


    Wo bitte steht, das der Schiedsrichter die Freistoßausführung verhindern soll?

    Nirgends - und dennoch wird es, m.E. auch vollkommen zu recht, erwartet. Ich scheuche die Mauer, die offenkundig zu nah am Ball steht, doch auch weg, wenn auch ohne diese bereits konkret zu stellen, auch um Verwarnungen zu vermeiden, warum also sollte ich in umgekehrter Richtung nicht ähnlich handeln? Die Sache läuft unter präventivem Handeln, wenn möglich, soll der SR eingreifen, um Regelübertretung zu vermeiden - oder warum ermahnen wir beispielsweise Spieler?

    Gib einmal idF für die Verteidiger und der Zirkus ist vorprogrammiert.

    Genau das kann Dir aber sehr schnell passieren. Ich hatte schon Verteidiger, die genau diese Meternummer reklamiert haben, dummer- oder glücklicherweise, ja nach Ansicht, taten sie das aber schon, bevor der Ball im Spiel war. Wenn Du wirklich mal auf gewiefte Taktiker stößt, bleibt Dir womöglich keine andere Wahl.

  • Der Regeltext lässt noch viele Auslegungsfragen offen. Wenn man ihn auf das „Verhindern des Gerangels“ reduziert, muss unabhängig der SSD für mich der Angreifer aktiv den Abstand unterschreiten, wie beim „Sperren ohne Ball“.


    Wenn sich die Mauer zum Angreifer bewegt (dann ist es keine Mauer mehr, denn Mauern sind immobil) oder sich erst beim Angreifer bildet, sehe ich kein Vergehen, schon gar nicht, wenn es kurz vor der Ausführung passiert.


    Wenn sich mehrere Angreifer zuerst 9.15 vor den Ball stellen, wieso sollten die dann weg müssen, wenn sich drei zusammen stehende Abwehrspieler nähern?

  • Ich hatte schon Verteidiger, die genau diese Meternummer reklamiert haben, dummer- oder glücklicherweise, ja nach Ansicht, taten sie das aber schon, bevor der Ball im Spiel war. Wenn Du wirklich mal auf gewiefte Taktiker stößt, bleibt Dir womöglich keine andere Wahl.

    Würde ich echt gern mal probieren.. befürchte aber das 90% der SR bei uns in der Liga das gar nicht auf dem Schirm haben und mir wenn ich mich beschwere eher die gelbe Karte geben, als den indirekten Freistoß.
    Oder halt gar nichts machen und das Spiel weiter laufen lassen.

    Ehrlich gesagt ist das auch fast etwas viel verlangt von einem Solo-SR auf den Abstand der Mauer, der Angreifer und dazu noch Abseits und mögliche Fouls zu achten.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • [...]

    Wenn sich mehrere Angreifer zuerst 9.15 vor den Ball stellen, wieso sollten die dann weg müssen, wenn sich drei zusammen stehende Abwehrspieler nähern?


    Weil es eine Regel gibt, die exakt das fordert.

  • Lass uns doch hier mit Sinn und Verstand in Sinne der Regel handeln. Der Begriff „Mauer“ ist weder in den Regeln, noch im Glossar offiziell definiert. Alleine das Zusammenrotten mehrerer Spieler ist für mich noch keine Mauer.


    Solange es keine offizielle Auslegung gibt, bilden für mich eine „Mauer“ nur (hier mind. 3) Spieler, die maximal 9.50 zwischen Tor und Ball stehen, maximal eine Ballbreite von einander entfernt sind, um eindeutig einen Torschuss oder eine Flanke zu blockieren.


    Angreifer müssen müssen dann mindestens 1 m Abstand halten, dürfen aber nicht grundsätzlich vertrieben werden, wenn sie dort schon stehen, z.B. bei der schnellen Spielfortsetzung, es sein denn der Schiedsrichter stellt die Mauer oder sie wollen eindeutig eine Mauer blockieren.


    Alle anderen neuen taktischen Spielchen, um einen idF zu provozieren, entsprechen nicht dem Geist der Regel.

  • Ok, und wenn die Mauer 10m weg steht ist es plötzlich keine Mauer mehr? Warum?

    Dann gibt es natürlich auch noch den konzertierten "Schritt nach rechts" um den Angreifer in den Verbotsmeter zu bekommen.

    Die Regel ist in dem Punkt eindeutig, dass es Aufgabe des ANGREIFERS ist den Abstand einzuhalten.