Umgehung der Zuspielbestimmung? (Rückpassregel)

  • Naja man könnte es nutzen um einen Abschlag aus der Hand zu haben falls der TW und die Spieler vom Boden nicht so weit kommen ;)


    Gibt meines Erachtens nach genau so viel Sinn wie beim Abstoß

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Naja, im laufenden Spiel wird es selten die Situation geben, dass der TW im Strafraum einen liegenden Ball zu einem nahestehenden Mitspieler lupfen kann und die Angreifer mindestens 11 m Abstand halten müssen ;)

  • Halte ich für nicht so unwahrscheinlich...
    Du hast den Ball im Mittelfeld.. wird eng.. pass zurück zum TW ein Verteidiger läuft mit hin.
    Wenn der Gegner jetzt kein mega hohes Pressing spielt, hast man nun genug Zeit den Ball so zu spielen.

    Könnten aber auch zwei Spieler Feldspieler sein der eine lupft den Ball, der andere spielt mit dem Knie zurück (muss ja nicht der Kopf sein).
    Das braucht relativ wenig Zeit, die hat man oft genug im Spiel.

    Und du weißt doch rechne immer mit dem unerwarteten. ;)

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Leute......


    Kommen wir doch mal zurück zum Sinn und Zweck der Regel, die ich übrigens nach dem ehemaligem italienischen Nationaltorwart "Dino-Zoff-Regel" benannt habe.


    Dino Zoff (und die italienische Nationalmannschaft ) waren seinerzeit dafür bekannt, das der TW den Ball längere Zeit in der Hand hielt, auf den Boden legte, einmal durch den Strafraum lief und darauf wartete das er von einem Gegner angelaufen wird.

    Passierte das nahm er den Ball wieder auf und das Spielchen begann nach ein paar Sekunden von neuem.

    Passierte das nicht, ging der Ball zu einem der Aussenverteidiger und der wartete darauf von einem Gegner angelaufen werden, nur um den Ball zum Torwart zurückzuspielen, womit das Spielchen erneut von vorne begann.

    Eingreifen wegen Zeitspiel konnte der SR nicht, weil der Ball bei diesem Spielchen ja spielbar war und sich immer nur wenige Sekunden in den Händen des TW befand,


    Dieses Spielchen wurde auch von anderen Mannschaften gespielt, aber besonders extrem war es halt bei den Italienern.



    Das Regelwerk sagt, das es verboten ist, die Rückpassregel mit einem Trick zu umgehen und dies zu einem idF und einer Verwarnung führt. Es lässt aber dabei (absichtlich) offen wie der Trick dann aussieht.


    Es geht also darum, das dieses "regelkonforme Zeitschinden" nach "Dino Zoff Manier" unterbunden wird und die Regel auch nicht mit einem -wie auch immer gearteten- Trick umgangen wird.

    Wer und wieviel Spieler dabei den Regelverstoß begehen ist doch völlig egal. Den idF gibts da, wo der TW den Ball in die Hand nimmt und Gelb für den der die Regel mit dem Trick umgeht. Wenn ihr nicht wisst wer Gelb bekommt dann denkt mal nach wem ihr die Gelbe beim Mauerabstand gibt.


    Und nun denkt nochmal nach wie das nach neuer Regel im Sinn und Geist des Fussballs zu handhaben ist.......

  • Eine kurze Unterhaltung im Vorfeld meines gestrigen Spieles ließ tief blicken:
    Die Spieler wissen unterdessen, dass dieses Verhalten zwar nicht bestraft wird, aber zu einer Wiederholung führt, d.h. in ihnen keinen Vorteil bringt - und damit war die Sache durch. Letztlich wird damit aber auch klar, dass die Entscheidung, ein solches Vorgehen nicht zuzulassen, sinnvoll war, im Interesse einer Regelbereinigung könnte man jetzt also auch den letzten Schritt machen und das als "echt" verboten klassifizieren und damit den idF festsetzen, es würde keiner merken ...

  • [...]

    Das Problem ist aber, dass die Regel diese Begründung nicht im Text enthält.
    Da steht nur, dass man (mit dem Fuß) nicht zu seinem TW zurück spielen darf bzw das dieser dann den Ball nicht mit den Händen berühren darf.

    Wenn es nur um das Zeitspiel gegangen wäre, hätte man das generell ja beim Abstoß erlaubt lassen können, weil (wie der IFAB ja jetzt argumentiert) wird das Spiel dadurch ja sogar schneller.
    Oder die Regel so formulieren können, das maximal 1 Rückpass erlaubt ist und erst der Gegner am Ball gewesen sein muss für den nächsten Rückpass etc.

    Genau so wie ein Freistoß außerhalb direkt zum TW gespielt und von diesem in die Hand genommen, das Spiel sogar beschleunigen könnte.
    Man könnte also mit der gleichen Begründung den direkten Rückpass in speziellen Situationen erlauben.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Das Problem ist aber, dass die Regel diese Begründung nicht im Text enthält.
    Da steht nur, dass man (mit dem Fuß) nicht zu seinem TW zurück spielen darf bzw das dieser dann den Ball nicht mit den Händen berühren darf.

    Genau, und wenn man dies mit einem Trick umgeht, dann gibt es idF und Gelb. Mehr muss da auch nicht stehen.


    Die Begründung, die ich geliefert habe ist dafür mal den Sinn und Geist der Regel zu verstehen. Übrigens stehen im Regelwerk niemals Begründungen für irgendetwas - damit ist es auch kein Problem, sondern ein übliches Verfahren.

    Das Regelwerk sagt, das es verboten ist, die Rückpassregel mit einem Trick zu umgehen und dies zu einem idF und einer Verwarnung führt. Es lässt aber dabei (absichtlich) offen wie der Trick dann aussieht.


    Es geht also darum, das dieses "regelkonforme Zeitschinden" nach "Dino Zoff Manier" unterbunden wird und die Regel auch nicht mit einem -wie auch immer gearteten- Trick umgangen wird.

    Ich gebe Dir jedoch Recht, um zu wissen warum man die Rückpassregel (oder alle anderen Regeln) so eingeführt oder geändert hat, muss man sich etwas mit der Geschichte der Regeln auseinandersetzen.

    Das gehört aber dazu wenn man sich nicht nur auf das reine Regel anwenden beschränkt, sondern eine Regel mal etwas tiefgründiger betrachtet.

  • Mein Problem an der Sache ist aber, dass das IFAB in seiner Begründung warum das mit dem Abstoß nicht verboten wäre damit argumentiert hat, dass es eben nicht zum Zeitschinden gemacht wurde.
    Und genau diese Begründung kann man halt nicht anbringen beim aktuellen Regeltext.
    Denn dann müsste man auch viele andere Rückpasse erlauben.. bzw die wären nicht verboten.

    Mir ist übrigens immer noch nicht 100% klar (und richtige Einigkeit herrscht hier ja auch nicht).
    Ob das letzte Saison auch erlaubt gewesen wäre, wenn der TW also aus dem 16er lupft und ein Spieler zurück köpft.
    Wäre das erlaubt gewesen?

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Wenn man die Verhinderung von Zeitspiel als "Sinn und Geist" der Rückpass-Regel ansieht (und ich stimme dir da zu), deckt man aber nur alle "Tricks" ab, die tatsächlich dem Zeitspiel dienen.


    Wenn z.B. die Abstoß-Variante mit dem Lupfen offensichtlich nur dazu dient, dass der Torwart den Ball aus der Hand abschlagen kann, aber keinerlei Verzögerung erkennbar ist (z.B. weil das Ganze zügig ausgeführt oder die Mannschaft einem Rückstand hinterherläuft), wäre dies nach "Sinn und Geist" der Rückpass-Regel inklusive Trick-Verbot ja gerade nicht zu ahnden.


    Und das ist auch gerade der Punkt, warum es eben nicht so einfach ist, dort eine allgemeingültige, gute Lösung zu finden.


    (parallel zu amfa geschrieben, der ja in eine ähnliche Richtung argumentiert)

  • Für wen ist jetzt die VW? Für den TW weil er den Ball lupft oder für den Spieler, welcher köpft? Tendenziell für den Spieler oder? Klar der TW beginnt das Spielchen aber strafbar wird es doch erst wenn der Versuch (des Spielers) unternommen wird den Ball zurück zu spielen. Sprich VW für den Spieler?

  • Falsch max_hb:
    Wenn wir hier irgendwann dazu kommen sollten, dass es sich um eine Unsportlichkeit handelt, ist der TW der, der die Gelbe Karte bekommt, stiftet er durch seine Handlung (lupfen) dazu an; aber davon sind wir ja aktuell entfernt.

    Wenn man die Verhinderung von Zeitspiel als "Sinn und Geist" der Rückpass-Regel ansieht (und ich stimme dir da zu), deckt man aber nur alle "Tricks" ab, die tatsächlich dem Zeitspiel dienen.

    Da das nicht funktioniert - es gäbe auch andere Fälle, in denen der TW den Ball schnell wieder abgeben könnte -, ist das auch nicht umsetzbar. Allerdings ist auch der Ansatz unvollständig: Es ging nicht nur um das Zeitspiel, sondern auch um die Förderung des Angriffsfußballs, der eben durch "unnötige" Ballkontrolle des Torwarts, der ja nur eingeschränkt angegriffen werden kann, gestört wird. Vor diesem Hintergrund wäre es sehr wohl sinnvoll, auch die hier besprochene Variante für verboten und unsportlich zu erklären, denn der Ball war im Spiel und es gibt spieltechnisch keine Notwendigkeit einer erneuten Ballkontrolle mit der Hand - es besteht ja weiterhin die Möglichkeit, dass der Abstoß direkt als weite Flanke gespielt wird respektive - neu! - dass der Ball im Strafraum zu einer Flanke vorgelegt wird.

  • Wie ist es den wenn ein Verteidiger den Abstoß ausführt und zum Torwart spielt, dieser den Ball mit der Hand aufnimmt...?

    Zählt dann als Freistoß und ist als Rückpass zu ahnden oder?