Regeländerungen Saison 2019/2020

  • Im Zweifel gilt jedoch das, was die DFB-Webseiten von sich geben. Und da widerspreche ich SixthSCTF in aller Deutlichkeit: Die der FIFA angeschlossenen Verbände dürfen eben nicht nach eigenen Regeln Fußball spielen.

    Um es hier mal richtig zu stellen.

    De Jure dürfen die Nationalverbände nach den Regeln spielen die sie selber beschließen - in der Übertreibung liegt die Veranschaulichung (Wenn der DFB beschließt 3 Ecken´n 11er zu spielen dann ist das erst einmal so).

    Das Regelwerk des IFAB gibt sogar Hinweise dazu welche "Eigenen Regelanweisungen" in den Nationalverbänden zulässig wären - Also ist meine Aussage sogar prinzipiell schonmal richtig.

    • So war es im Indischem Nationalverband sogar über einen langem Zeitraum erlaubt ohne Schuhe zu spielen. (Nicht zu verwechseln mit der Zeitungsente der LA-Times die behauptet das dies - spielen ohne Schuhe- der Grund war warum 1950 Indien nicht an der Fussball WM Teilnahm)
    • Die 5m Raum Regel "Schutz des TW in der Luft" war eine ur-eigene Regel des deutschen Nationalverbandes.

    Nur um mal zwei konkrete Beispiele der Vergangenheit zu nennen.


    Juristisch kann die FIFA einem Nationalverband keine Vorschriften machen. Jedoch darf sie einen Nationalverband aus der FIFA ausschließen wenn bestimmte Regularien nicht eingehalten werden. Das das De Facto dazu führt, das ein Nationalverband letzten Endes die Regeln des IFAB übernehmen muss um Mitglied der FIFA zu bleiben ändert De Jure nichts daran das der Nationalverband dazu nicht verpflichtet ist.

  • Also heißt es doch quasi ab sofort oder nicht ?

    Naja.. es gibt wohl "kleinere regional Verbände" (UEFA).... die machen einfach noch was nach den alten Regeln.

    https://www.kicker.de/750713/a…-mit-alten-fussballregeln

    In diesem kleinen unbedeutenden Verband gelten die Regeln erst am 25. Juni

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Leute, was steht da?
    Die Verbände können die Regeln früher oder später in Kraft setzen, müssen dies aber spätestens zum Beginn der nächsten Saison tun. Wobei man natürlich schon wieder streiten könnte, wann die nächste Saison beginnt (Punktrunde oder schon Freundschaftsspiele)? Letztlich ist mir das egal: Solange ich nicht offiziell darüber informiert wurde, dass (und ab wann) die Regeländerungen anzuwenden sind, pfeife ich nach dem alten Stand.


    Notiz für das Usertreffen:
    In Hessen werden am kommenden Wochenende die Lehrwarte instruiert, das Volk an der Basis weiß also noch nicht, wir pfeifen also "wie gehabt".

  • Also richtig interessant finde ich ja die Änderungen bei der Mauerbildung...

    Zum Einen gilt das bei ALLEN Freistößen (auch bei Freistößen aus dem eigenen Strafraum heraus...könnte interessante taktische Möglichkeiten bieten)...

    Und zum Anderen sagt die Regel nur, dass sich die Angreifer von der Mauer FERNHALTEN müssen...aber nicht, dass sie aktiv WEGGEHEN müssen wenn drei Verteidiger angelaufen kommen...dürfte dann interessante Wettrennen an die 9.15-Linie geben...wenn der Angreifer zuerst da ist, darf er da bleiben

  • De Facto dazu führt, das ein Nationalverband letzten Endes die Regeln des IFAB übernehmen muss um Mitglied der FIFA zu bleiben ändert De Jure nichts daran das der Nationalverband dazu nicht verpflichtet ist.

    Sorry aber das ist Haarspalterei, die niemanden weiterhilft.

    Die Verbände, die gegen FIFA-Regeln verstoßen, bekommen früher oder später auf die Finger (Beispiele: Eigenwillige "Notbremsen-Regelung beim Torwart" im Bereich des DFB, Wiederholungsspiel nach Tatsachenentscheid beim DFB (Helmer-Tor) etc..).
    Was in Indien und im Breitensport gemacht wird (Schutzhand, Schuhe) interessiert in der Tat niemanden. De Jure (sowohl ordentliche Gerichtsbarkeit als auch sportrechtlich) müssen die anhängenden Verbände eben doch den Regeln der FIFA folgen. Und wie das "Bosman-Urteil" dereinst gezeigt hat, unterliegen auch die Sportverbände den Regeln der ordentlichen Gerichtsbarkeit- auch wenn das gern verleugnet wird.

  • Und zum Anderen sagt die Regel nur, dass sich die Angreifer von der Mauer FERNHALTEN müssen...aber nicht, dass sie aktiv WEGGEHEN müssen wenn drei Verteidiger angelaufen kommen...dürfte dann interessante Wettrennen an die 9.15-Linie geben...wenn der Angreifer zuerst da ist, darf er da bleiben

    Da wird es keine Wettrennen geben, wer zuerst an der 10er Linie steht.. völliger Unsinn.

    Kein Spieler nutzt die Regel aus, weil jeder ganz genau weiß, dass mit dem Regeltext ein Einhalten des Abstandes gemeint ist. Es ist völliger Unsinn, dass man nicht aktiv weggehen müsse, denn um einen Abstand einzuhalten ist genau dein genanntes "aktives Weggehen" obligatorisch.

  • Da wird es keine Wettrennen geben, wer zuerst an der 10er Linie steht.. völliger Unsinn.

    Kein Spieler nutzt die Regel aus, weil jeder ganz genau weiß, dass mit dem Regeltext ein Einhalten des Abstandes gemeint ist. Es ist völliger Unsinn, dass man nicht aktiv weggehen müsse, denn um einen Abstand einzuhalten ist genau dein genanntes "aktives Weggehen" obligatorisch.

    Damit bekommt aber die "Mauer" die Möglichkeit durch Umpositionieren die Angreifer zu "schieben" und sich damit gegnerfreie Räume zu schaffen...

    Die Regel definiert ja nicht wo die Mauer zu stehen hat...eine solche Dreiergruppe kann dann mal bei Abseits-Freistoß mal ganz schnell etwa 15m² freie Räume schaffen...die Regel als solche lässt es zu und warum sollten die Spieler das dann nicht auch nutzen dürfen?

    Wie weit müssen die Angreifer denn eigentlich jetzt von der Mauer wegbleiben? 1m oder 1 yard?


    Klar gibt es da den Pragmatismus, aber wenn alles pragmatisch gelöst werden muss, wozu dann Regeln?


    Andere "interessante" taktische Möglichkeit:

    Beim Freistoß bildet sich im korrekten Abstand eine Mauer aus drei Verteidigern. Neben der Mauer auf gleicher Höhe positioniert sich im Abstand von 1,50m ein Angreifer. Kurz bevor der Schütze den Freistoß ausführt bewegt sich die Mauer geschlossen einen Meter in Richtung des Angreifers. Der Ball geht direkt ins Tor. Spielfortsetzung?


  • Den Mauerfall würde ich ganz anders lösen:
    Die Mauer darf sich positionieren und bis dahin müssen die Angreifer warten. Steht die Mauer erst einmal in Position, dürfen sich die Angreifer mit dem zugehörigen Abstand positionieren, hier durch eine Umpositionierung der Mauer - die soll ja den Ball blockieren und nicht gegen angreifende Spieler verteidigen - den Gegner gewissermaßen "ins Abseits" stellen zu wollen, entspricht nicht dem Geist des Fußballs, ergo spielen wir weiter.

  • Beim Freistoß bildet sich im korrekten Abstand eine Mauer aus drei Verteidigern. Neben der Mauer auf gleicher Höhe positioniert sich im Abstand von 1,50m ein Angreifer

    Jetzt weiß ich was ich in der Saisonvorbereitung trainieren werden ;)


    Im Ernst: Ich halte das für eine der dümmsten neuen Regeln.
    Jetzt wird doch jeder noch mehr glauben dass der SR eine Mauer stellen lassen muss.
    Die Mauer gibt es laut Regelwerk doch gar nicht, es hat sich nur so einbürgert, dass eine gebildet wird in 9,15m Abstand. Und fast jeder SR gibt ausreichend Zeit dafür (selbst in der BL).

    Dadurch nimmt man den Angreifern aber evtl einen Vorteil.
    Immerhin wurde durch die Verteidiger hier erst eine Regelverstoß begangen.

    Durch die neue Regel "lohnt" sich Regelübertretung durch die Abwehr jetzt ja sogar noch mehr.

    Natürlich insgesamt keine gravierende Änderung.
    Radikaler (und evtl fairer) wäre doch gewesen die mauerbildung durch die Abwehr zu verbieten, wenn es da zu Problemen kommt.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D


  • Dadurch nimmt man den Angreifern aber evtl einen Vorteil.

    Genau das befürchte ich ja als taktische Maßnahme...

    Durch das schnelle zusammenrotten von drei Verteidigern um einen Angreifer herum kann man die schnelle Ausführung eines Freistoßes nicht etwa unterbinden sondern sogar in einen indirekten Freistoß für die eigene Mannschaft umwandeln...wie gesagt...rein nach Regeltext...

    Aber vielleicht bin ich ja von den etwas klarer formulierten Regularien in diversen Motorsportserien verwöhnt...

  • Heute gabs im Spiel Austalien-Brasilien in der 19. Minute eine interessante Situation bei der ich mir jetzt gerade nicht ganz sicher bin wie man da die neue Regelauslegung anwendet.


    Kurz zusammengefasst:

    Eine Australierin läuft mit dem Ball am Fuß auf den Strafraum zu. Kurz vor dem Strafraum versucht eine Brasilianerin zu klären und trifft die Australierin aus kürzester Distanz am Arm/Hand. Von dort springt der Ball in Richtung Strafraum und die Australierin kommt wieder im Ballbesitz. Im Strafraum gibt es dann ein eventuelles Foul.


    Hier mal der Link zum kompletten Spiel. Die Situation ist ab ca 25:10 (Videozeit) https://www.zdf.de/sport/zdf-s…orrunde-gruppe-c-100.html


    Die SRin hat nach VAR-Prüfung auf Handspiel entschieden. Ich würde nach dem neuen Regeltext eher nicht auf Handspiel entscheiden. Die Frage ist nun. Ist ein Elfmeter ein vergleichbarer Vorteil wie ein erzieltes Tor oder eine Torchance bei denen nach vorherigem Handspiel, egal ob strafbar oder nicht, immer abgepfiffen werden muss?


    Wenige Minuten später (ab ca. 31:05 Videozeit) eine Situation auf der anderen Seite. Eine Brasilianerin im Zweikampf mit ihrer Gegenspielerin. Ihr springt der Ball an den Arm und unmittelbar danach gibt es ein Foul. Entscheidung in der Situation: Strafstoß



    Ich fand diese ungleiche Regelauslegung bei Handspielen im Strafraum zwischen Stürmern und Verteidigern von Anfang an nicht gut. Aber hier stellt sich für mich echt die Frage wo die Torchance eben anfängt und ob ein Elfmeter vergleichbar mit so einer ist. Mir geht es ausdrücklich nicht darum ob die Fouls wirklich welche waren sondern nur ums Handspiel davor und wie das gemäß den neuen Regeln zu handhaben ist.

  • Man sollte hier denke ich einen Ansatz in der Unterscheidung zwischen potentiellen und faktischen Torchancen finden.


    Eine faktische Torchance ist für mich, wenn aus dem Spiel heraus eine gute Möglichkeit entsteht, einen Treffer zu erzielen.

    Wiederum gilt ein Strafstoß nur als potentielle Chance, da er ja "technisch" herbeigeführt wurde, und erst mal reingemacht werden muss.


    Potentielle Chancen würde ich aber nicht in die Regelauslegung des Handspiels mit einbinden.

  • Wahnsinn.

    Wir sind nicht in der Lage, fußballtypische Bewegungsabläufe als nicht absichtliches Handspiel zu erkennen aber wollen zwischen guter Angriffsmöglichkeit, faktischer Torchance und klarer Torchance zuverlässig differenzieren?

    Das läuft komplett in die falsche Richtung hier.

  • Interessante Frage, ob die neue Regelung, dass jedes Handspiel geahndet wird, das zu einer Torchance führt, auch gilt, wenn es zu einem Strafstoß kommt. Anhand des zweiten Beispiel von gestern, scheint dies ja nicht so zu sein. Ansonsten hätte der VAR dort zwingend eingreifen müssen.

    Bleibt noch die Beurteilung der beiden Handspiele nach den sonstigen Maßstäben. Das einzige, was mMn dafür spricht, das erste Handspiel zu ahnden und das zweite nicht, ist die Bewegung zum Ball: Beim ersten passiert das, beim zweiten eher nicht. Trotzdem bleiben Zweifel, ob diese Auslegung so gewollt ist. Beide Male kam der Ball aus einer kurzen Distanz vom Gegner und der Arm war zwar nicht direkt am Körper, aber auch nicht weit abgespreizt. Die Szenen sollten also wohl zumindest gleich beurteilt werden.

  • Wir sind nicht in der Lage, fußballtypische Bewegungsabläufe als nicht absichtliches Handspiel zu erkennen aber wollen zwischen guter Angriffsmöglichkeit, faktischer Torchance und klarer Torchance zuverlässig differenzieren?

    Tja BRiT, weißt Du, was ich viel schlimmer finde? Wir in der Betonliga können das wahrscheinlich sogar, wir haben ein Bauchgefühl und Erfahrung sowie den Vorteil, das nicht vor 10 Kameraperspektiven rechtfertigen zu müssen. Eigentlich sollte das gute Beispiel doch von "oben" kommen, mittlerweile entkoppelt sich das aber immer mehr.