Regeländerungen Saison 2019/2020

  • Gestern wurde von der IFAB die Regeländerungen für die neue Saison beschlossen:


    Handspiel:

    Es soll nicht mehr möglich sein, ein Tor mit der Hand zu erzielen. Egal ob es Absichtlich war oder nicht. Das gleiche gilt, sollte durch das Handspiel eine Torchance entstehen.


    Spielerwechsel:

    Der ausgewechselte Spieler muss das Spielfeld an der Outlinie an der Stelle verlassen, die ihm am nächsten ist.


    Funktionäre:

    Gegen Funktionäre soll man Gelbe- bzw Rote Karten zeigen können.


    Verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum:

    Ein Freistoß im eigenen Strafraum bzw. Abstoß muss nicht mehr aus dem Strafraum gespielt werden.


    Mauer:

    Spieler der ausführenden Mannschaften dürfen sich nicht mehr in die Mauer stellen.


    Strafstoß:

    Der Torhüter muss bei der Ausführung des Strafstoßes nur mehr mit einem Fuß die Linie berühren.


    Schiedsrichter - Ballberührung:

    Bei "bestimmten Situationen" soll es bei einer Berührung des Schiedsrichters mit dem Ball zu einem Schiedsrichterball kommen.


    Quelle: http://theifab.com/news/133rd_annual_general_meeting

  • Handspiel:

    Es soll nicht mehr möglich sein, ein Tor mit der Hand zu erzielen. Egal ob es Absichtlich war oder nicht. Das gleiche gilt, sollte durch das Handspiel eine Torchance entstehen.

    Geht ein wenig in die Richtung meiner "Vorteilsregel" hilft aber wenig bei den Handspielen, die zu einem Strafstoß führen oder führen können

    Funktionäre:


    Gegen Funktionäre soll man Gelbe- bzw Rote Karten zeigen können.

    Ändert bei mir nicht viel. Vielleicht aber in sofern gut das ein Lernprozess bei dieser Personengruppe eintritt. Manchmal habe ich das Gefühl das diese Herrschaften eine Ermahnung nicht ernst nehmen und dann aus "allen Wolken fallen" wenn das Spiel für sie zu ende ist.

    Verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum:


    Ein Freistoß im eigenen Strafraum bzw. Abstoß muss nicht mehr aus dem Strafraum gespielt werden.

    Das sollte man nicht so stehen lassen. Ich sehe das "Ball muss Strafraum verlassen" eher als "Schutzfunktion" für die ausführende Mannschaft. Ehrlich gesagt kommt es (überwiegend im Jugendbereich) überhaupt nur alle 4-5 Spiele mal vor, das man das soetwas pasiert.


    Mauer:


    Spieler der ausführenden Mannschaften dürfen sich nicht mehr in die Mauer stellen.

    Widerspricht dem Grundsatz, das der Spieler seine Position frei wählen darf. Tut so eine Anweisung wirklich not? Ich sehe es nur sehr selten, das sich ein gegnerischer Speiler in eine Freistoßmauer stellt.


    Schiedsrichter - Ballberührung:


    Bei "bestimmten Situationen" soll es bei einer Berührung des Schiedsrichters mit dem Ball zu einem Schiedsrichterball kommen.

    Oha. Selbskritisch muss ich an dieser Stelle sagen: " kann ich mir in bestimmten Situationen vorstellen". Allerdings fällt mir auf das einige Speiler auch zu dusselig sind einen Pass zu spielen. Wie ist es möglich in 5m Entfernung den Schiri zu übersehen und dem den Ball voll in die Beine zu spielen? Ich meine: steht das statt des SR ein Gegner spielt das keiner hin oder?

  • Schade, dass die Regeländerung, die die Sportschau ankündigte:

    Schiedsrichterball: Wenn der Schiedsrichter das Spiel unterbricht und mit einem Schiedsrichterball fortsetzt, soll er künftig der Mannschaft den Ball zuspielen, die zuletzt am Ball war.

    nicht mit beschlossen wurde. Hatte gehofft, beim Pfeifen endlich auch einmal an den Ball treten zu dürfen. ;-)



    Bzgl. der Regeländerung die persönlichen Strafen für Trainer betreffend:

    Bislang war die Lehrmeinung für Jung-SR in unserem Kreisverband beispielsweise, dass die Ermahnungen und letztendlich auch der Innenraumverweis für Trainer durch den Spielführer der betreffenden Mannschaft zu realisieren sind. Ich selbst habe diese Lehrmeinung seit längerem für obsolet gehalten, gerade im Erwachsenenfußball. Nun wird diese Lehrmeinung praktisch nicht mehr umsetzbar sein, daher bringt die Regeländerung nun auch ein zwanghaftes Umdenken im Schulungsbereich mit sich.

    :gelbe_karte:MY WAY FAIR PLAY:rote_karte: | "Nicht ganz sauber, nicht ganz fein - aber es muss ja nicht gleich ein Strafstoß sein!" (Lutz-Michael Fröhlich)

  • Geht ein wenig in die Richtung meiner "Vorteilsregel" hilft aber wenig bei den Handspielen, die zu einem Strafstoß führen oder führen können

    Hand/Arm über Schulterhöhe wird als Handspiel gewertet (natürlich mit einigen Ausnahmen, wenn der Ball vom eigenen Körperteil abspringt. Ausserdem ist Handspiel alles was zur Vergrösserung der Körperfläche führt.

    Eine wichtige Regelung gibt es bei der Grätsche (FIFA und UEFA hatten andere Richtlinien). Schuss an die Stützhand wenn unter Körper gilt nicht als Handspiel, wohl aber wenn Stützhand nach hinten ausgestreckt wird.

  • Das sollte man nicht so stehen lassen. Ich sehe das "Ball muss Strafraum verlassen" eher als "Schutzfunktion" für die ausführende Mannschaft.

    Wenn es dabei bleibt, dass Angreifer in diesen Siuationen nichts im Strafraum zu suchen haben, ist das sehr wohl eine Verbesserung. Es ermöglicht eine Spieleröffnung, ohne dass der Gegner allen Mitspielern "auf den Füßen stehen" kann. Wird in Berlin bei den F- und G-Junioren bereits erfolgreich praktiziert.

  • n-tv kommentiert die möglichen Regeländerungen heute in einem extra Kommentar. Obwohl ich bei derarigen Pressekommentaren aus Erfahrung heraus eher vorsichtig bin wird zumindest einiges klarer.


    Bezüglich des Handspiel Auslegung sehe ich nur wenig Verbesserungen

    [Zitat] Auch ein vollkommen unabsichtliches Handspiel kann in Zukunft strafbar sein - allerdings nur dann, wenn daraus ein Tor oder eine Torchance für die betreffende Mannschaft resultiert.[Zitat Ende]

    Nagut hier schlägt man einen Weg ein, der im Eishockey schon seit gefühlten Ewigkeiten praktiziert wird. "Ein Tor darf nur durch einen Kontakt mit dem Schläger erzielt werden"

    Aber

    [Zitat] Zudem wird ein Handspiel grundsätzlich bestraft, wenn der Arm oder die Hand sich dabei in einer unnatürlichen Position befand, über Schulterhöhe gehalten oder bewusst zur Vergrößerung des Körpers eingesetzt wurde.[Zitat Ende]

    Das hilft nicht unbedingt weiter, denn das und die daraus resultierenden Diskussionen sind doch schon längst gängige Praxis.

    [Zitat] Es soll allerdings Ausnahmen geben, etwa wenn zuvor der Ball von einem anderen Körperteil des Spielers an den Arm oder die Hand geprallt oder der Arm beim Fallen zum Abstützen eingesetzt worden ist.[Zitat Ende]

    Auch nur Konkretisierung längst gängiger Praxis



    [Zitat] Bei Freistößen in Tornähe etwa müssen die Spieler des ausführenden Teams in Zukunft mindestens einen Meter Abstand zur Mauer halten, damit ein Gerangel gar nicht erst entsteht.[Zitat Ende]

    Von mir aus, aber ein Problem sehe ich da mit der derzeitigen Regelung nicht wirklich, aber vielleicht gibt es da in ausserdeutschen Ligen mehr Probleme.


    [Zitat] dass es einen Schiedsrichterball gibt, wenn der Unparteiische oder einer seiner Assistenten angeschossen wird und dadurch der Ballbesitz wechselt, ein aussichtsreicher Angriff eingeleitet wird oder der Ball gar ins Tor geht. [Zitat Ende]

    Kann man so machen allerdings schafft man durch diese Regelung nur neues Konfliktpotential. Irgendjemand fühlt sich wieder benachteiligt, weil der Schiri...... Derzeit ist es Sache der Speiler dafür zu sorgen, das der Schiri nicht mit ins Spiel einbezogen wird. Steht nicht so im Regelwerk, weis ich, aber wenn der Speiler zu dusselig ist hinzusehen wo er den Querpass hinspielt hat er halt Pech gehabt.


    [Zitat] Gelbe und Rote Karten auch für Teamoffizielle geben, also etwa für Trainer, Ko-Trainer und Betreuer. Damit sollen Sanktionen gegen diese Personen nach außen transparenter werden und zudem zur Beruhigung in diesem Bereich beitragen. [Zitat Ende]

    Zumindest hat es mehr Aussenwirkung, ob sich aber das Betonliga-HB-Männchen dadurch beruhigen lässt, wage ich aus Erfahrung heraus zu bezweifeln. Wenn die Ansprache "Noch ein Wort und das Spiel ist zu ende" nicht wirkt dann hilft auch RAL 1003 nur wenig weiter.


    Allerdings ist dann dieser Regelzusatz wieder ein absoluter Knaller

    [Zitat] Kann der Schiedsrichter bei Tumulten auf einer Bank nicht identifizieren, wer sie ausgelöst hat, wird der Hauptverantwortliche in der technischen Zone, in der Regel also der Cheftrainer, mit der Gelben oder Roten Karte bedacht. [Zitat Ende]

    Der Chefcoach wird in Sippenhaft genommen, wenn sich einer von der Bank daneben benimmt.

  • Ich bin auch der Meinung, dass es ein Vorteil ist für die ausführende Mannschaft wenn man den Ball nicht mehr rausspielen muss. Eine geordneter Spielaufbau wird definitiv einfacher. Zustellen wie bisher wird wirkungsloser.

  • Es soll nicht mehr möglich sein, ein Tor mit der Hand zu erzielen. Egal ob es Absichtlich war oder nicht. Das gleiche gilt, sollte durch das Handspiel eine Torchance entstehen.

    Da bin ich sehr zwiegespalten, verkompliziert das die Handspielregel noch mehr. Zudem: Wie lange wirkt "eine Torchance entstehen" nach?

    Der ausgewechselte Spieler muss das Spielfeld an der Outlinie an der Stelle verlassen, die ihm am nächsten ist.

    Einerseits sehr sinnvoll, kann dies doch den Wechsel beschleunigen, andererseits aber nur wirksam, wenn man dafür auch eine Verwarnung geben muss - nur steht hier noch nichts diesbezügliches.

    Gegen Funktionäre soll man Gelbe- bzw Rote Karten zeigen können.

    Überfällig - wie wirksam das aber ist, wird sich zeigen müssen.

    Ein Freistoß im eigenen Strafraum bzw. Abstoß muss nicht mehr aus dem Strafraum gespielt werden.

    Überflüssig wie ein Kropf - beim Abstoß "muss", beim Freistoß nicht mehr. Die praktische Relevanz ist eher klein, macht die Regeln aber wieder komplizierter.

    Spieler der ausführenden Mannschaften dürfen sich nicht mehr in die Mauer stellen.

    Fatal falsch. Die verteidigende Mannschaft soll den größtmöglichen Nachteil haben, hier verschafft man ihr aber einen Vorteil.

    Der Torhüter muss bei der Ausführung des Strafstoßes nur mehr mit einem Fuß die Linie berühren.

    Immerhin muss er die Linie berühren, d.h. die Hampelmännchen haben es künftig schwer - nur glaube ich nicht, dass das gewollt war, finde ich aber einen positiven Nebeneffekt. Ansonsten ist das aber eher eine Aufforderung, die Linie doch vorzeitig zu verlassen.

    Bei "bestimmten Situationen" soll es bei einer Berührung des Schiedsrichters mit dem Ball zu einem Schiedsrichterball kommen.

    Warten wir ab, welche Situationen das sein sollen - und dennoch eher eine Verkomplizierung der Regeln. Der SR ist "Luft", das war einfach, das hat jeder verstanden und kein SR berührt den Ball freiwillig ...

  • "Ein Tor darf nur durch einen Kontakt mit dem Schläger erzielt werden"

    Wenn der Puck vom Schlittschuh abprallt, und es gibt keine Kick-Bewegung, so gilt das Tor.

    Es ermöglicht eine Spieleröffnung, ohne dass der Gegner allen Mitspielern "auf den Füßen stehen" kann. Wird in Berlin bei den F- und G-Junioren bereits erfolgreich praktiziert.

    Bei uns gibt es die "Retreat Line," bei U-13 auf normalen Feld ist die Linie 30 m von der Torlinie entfernt. Gilt nur bei Abstoss, erst wenn der Mitspieler den Pass vom Torwart bekommt, darf der Gegner angreifen. Bei U-12 und den unteren Jahrgängen (Kleinfeld) ist die Retreat Line das erste Drittel des Feldes.

  • Äh, Manfred, entweder haben ich oder du einen Knick in der Obtik. Da steht nämlich, dass so wohl der Freistoß als auch der Abstoß den Strafraum nicht mehr verlassen muss, um im Spiel zu sein.

  • Überflüssig wie ein Kropf - beim Abstoß "muss", beim Freistoß nicht mehr. Die praktische Relevanz ist eher klein, macht die Regeln aber wieder komplizierter.

    Meines Wissens gilt das für Abstöße und Freistöße aus dem eigenen Strafraum.

  • [Zitat] Kann der Schiedsrichter bei Tumulten auf einer Bank nicht identifizieren, wer sie ausgelöst hat, wird der Hauptverantwortliche in der technischen Zone, in der Regel also der Cheftrainer, mit der Gelben oder Roten Karte bedacht. [Zitat Ende]

    Der Chefcoach wird in Sippenhaft genommen, wenn sich einer von der Bank daneben benimmt.

    Dass der Chefcoach in Sippenhaft genommen wird, steht außer frage. Jedoch funktioniert diese bzw. so eine ähnliche Regel beim Handball auch sehr gut. Dort sind die Teamoffiziellen nach A, B, C, usw. sortiert, damit man eine Reihenfolge bei den Bestrafungen hat.

  • Weiss jemand, ob der Trainer nach einer roten Karte auch für mindestens ein Spiel gesperrt werden soll?

    Ich gehe mal davon aus, dass die rote Karte für einen Trainer genau das gleiche ist wie der Innenraumverweis im Moment. Die Karten stehen halt einfach für mehr Transparenz den Zuschauern gegenüber.