Die lustigsten Ideen von Nicht-SR, das Spiel zu verdrehen

  • Ihr kennt es doch sicher alle: Freundschaftsspiele, Staffelleiter oder Spielereltern. Immer gibt es irgendwelche Regeln und Regelvorschläge, die man doch bitte als SR umsetzen solle, obwohl sie im besten Fall gleich drei Fußballregeln widersprechen. Hier sammeln sich nun hoffentlich die ganzen Diversen, die ihr als SR schon so erlebt habt. Ich fange mal an:


    Freundschaftsspiel, U15 Mädchen

    "Können wir das so machen, dass Gast auf ein kleines Tor und wir auf das größere spielen?"


    E-Junioren Staffel 12 (ganz weit unten)

    "Der Staffelleiter hat uns eine Rundmail geschickt. Merken wir Trainer, das Spiel ist zu unausgeglichen, soll die schlechte Mannschaft doch bitte zwei Spieler draufnehmen.":flop:

  • Die Sache mit den unterschiedlichen Torgrößen geht natürlich nicht, aber wer welche (leistungsmäßig) und/oder wie viele Spieler (natürlich nur bis zur Mindest- bzw. Höchstspielerzahl) einsetzt, dasss tangiert mich äußerst peripher. Der Klassiker sind übrigens Modifikationen an der Spielzeit, die allerdings - wichtig! - der Zustimmung des SR bedürfen; wenn ich also keine Lust habe, statt zwei mal 45 drei mal 30 Minuten zu spielen, muss ich das nicht tun; ob das im Sinne des Sports ist, schwer zu sagen.


    Interessanterweise kommen solche Wünsche aber wohl eher bei jüngeren SR vor, an mich ist mit so etwas noch nie jemand herangetreten.

  • Problematisch finde ich, wenn solche Wünsche 5 Minuten vor Anpfiff geäußert werden.
    Wie wäre es 1 Tag vorher? Da kann ich dann auch klären, inwieweit die Wünsche von mir umsetzbar sind und wann ich lieber zu Hause bleibe.

    Mir wurde beim letzten Hallenturnier gesagt, dass die Festivalbändchen heute dran bleiben dürften- dies sei mit allen Teilnehmern so vereinbart worden. Es sei schließlich ein unterklassiges Herrenturnier und alle seien Erwachsen.
    Nun, ich war dort das letzte Mal.

  • Interessanterweise kommen solche Wünsche aber wohl eher bei jüngeren SR vor, an mich ist mit so etwas noch nie jemand herangetreten.

    Vorbereitungsspiele zur Frauen-WM 2015 Kanada gegen verschiedene U-16 Jungen ging immer über 3x30 Minuten. Die Jungen mussten dabei taktisch den nächsten Gegner der Nationalmannschaft imitieren.


    Ähnlich geht es jedes Jahr bei den Universitätsmannschaften zu, wenn Inter-Squad Spiele arrangiert werden, um die besten Spieler für den Kader zu finden. Für Inter-Squad Spiele werden Schiedsrichter gestellt.


    Ein Damenspiel vor 2 Wochen. Besucher hatte nur 7 Spieler, wolten nicht antreten. Die Mannschaft wurde überredet wenigsten 60 Minuten zu spielen; denn dann zählt das Ergebnis in der Liga als offiziell gewertet. Es wurde für 2x30 Minuten gebeten. Nein, 45 Minuten für die 1. Halbzeit; dann kann nach 15 Minuten der zweiten Halbzeit das Spiel abgebrochen werden. Das neunte Tor für Heim fiel in der 61. Minute, danach war Spielende

    Die Mannschaft hätte 500 Dollar Strafe für ihr zweites Nichtantreten zahlen müssen. Ausserdem wäre die Beteligungsgarantie von 2.000 Dollar an die Liga verloren gegangen, da beim zweiten Nichtantreten Teams ausgeschlossen werden.

  • Hallo.


    Und genau das Theater mit der eigenen Regelauslegung ist der Grund, weshalb ich keine Freundschafts- und Testspiele oder freie Turniere mehr annehme.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Wenn es sich ja nur auf die Spielzeit oder Anzahl Wechsel beschränken würde. Die genannten Beispiele können durch nicht ausgefüllte SB ("brauchen wir doch nicht für ein Freundschaftsspiel"), fehlende Pässe (müssen bei uns vorgelegt werden), Schmuckregel in voller Bandbreite, Overalls bei TW, keine Schienbeinschützer, uvm. erweitert werden. Und da habe ich keine Lust mehr, Diskussionen zu führen und mich beleidigen zu lassen und mir Vorwürfe machen zu lassen, ich würde das Spiel kaputt machen, weil ich eine :rote_karte: nicht unter den Tisch fallen lasse - ist ja bloß ein Freundschaftsspiel.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Es geht nur um Spielzeit. Geprüft wird nur bei Schmuck und Schienbeinschützer. Ansonsten alles nach den Regeln. Bei der NM kam die Ansetzung vom nationalen Verband CSA (DFB bei euch). Die Unis setzen sich dagegen mit den offiziellen Liga-Ansetzer oder den SR persönlich in Verbindung (falls sie ihn kennen und zu schätzen wissen). Hierbei wird jedoch auch der lokale Verband aus Versicherungsgründen benachrichtigt.


    Rote Karten gibts bei Uni Testspielen schon (danach Spielerschelte vom Coach).

  • Hallo.


    Und genau das Theater mit der eigenen Regelauslegung ist der Grund, weshalb ich keine Freundschafts- und Testspiele oder freie Turniere mehr annehme.

    Naja, da geht es doch weniger um die Regeln auf dem Platz als um die Randbedingungen. Ich hatte auch schon Spiele die (gemäß Absprache) 3x 30 Minuten dauerten, und wo 8 Spieler auf einmal ein- bzw. ausgewechselt werden konnten.


    Die eingangs erwähnten Vorschläge sind natürlich Nonsens, da sollen die Vereine/Mannschaften lieber ein Trainingsspiel machen, da kann man solche Mätzchen umsetzen.


    Sehr wohl kenne ich aber auch die (seltenen) Fälle, dass eine (Jugend-)Mannschaft einen Spieler zu wenig dabei hat, und die gegnerische Mannschaft aus Solidarität ebenfalls mit einem weniger antritt. Oder dass beim Halbzeitstand von 0:11 die Gastmannschaft freiwillig einen Spieler rausnimmt, damit der Gegner in HZ2 wenigstens 1...2x vors Tor kommt.


    Auch hatte ich schon den Fall, dass der Torwart bei drückender Überlegenheit auf dem Bauch vor seinem Torpfosten lag, und das Spiel beobachtete. Mit der Verwarnung hatte er dann nicht gerechnet...


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    "Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!"
    (Gerd Rubenbauer, als der FIFA-Beauftragte am Spielfeldrand eine Minute Nachspielzeit anzeigte)

  • Ich habe die Entscheidung aufgrund konkreter, gehäuften Auftretens getroffen. Und hier speziell aufgrund konkreter Vorfälle bei den Alten Herren. Es nahm bis ich mich weigerte immer mehr zu, dass eigenmächtige Regeländerungen vorgenommen werden sollten und ich für meine Verweigerung diesbezüglich teils scharf angegriffen wurde.


    Das fing an mit Debatten über das Ablegen von Ketten und Eheringen. Weiter über das Tragen von Overalls beim TW, Schlauchschals und Verzicht auf Schienbeinschützer. Dann über gelbe Karten für Foulspiel und Meckern bis eben zu FaD wegen Verhinderung von Torchancen, die ich doch nicht geben bräuchte. Vom leidigen Thema Spielbericht (inklusive Androhung Ausfall, weil nichts gemacht war) reden wir gar nicht, genau wie über Pässe.


    Das gebe ich mir nicht mehr, vor allem nicht, weil es immer persönlicher wurde und zudem für das geringe Geld, was man bekommt für diese Spiele. Dafür soll ich mir die Nerven aufbrauchen? Wenn es ein offizielles Spiel ist, gelten die Regeln, da gibt es keinen Spielraum für Interpretation. Das sehen aber leider etliche Vereine anders, und wenn sie das so wollen, dann ohne mich. Für mich traurig ist nur, dass es etliche Kollegen gibt, die dieses Verhalten noch unterstützen.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles

  • Auch hatte ich schon den Fall, dass der Torwart bei drückender Überlegenheit auf dem Bauch vor seinem Torpfosten lag, und das Spiel beobachtete. Mit der Verwarnung hatte er dann nicht gerechnet...

    Das passierte bei mir auch schon, allerdings ging ich zum Torwart und fragte mal ganz höflich, ob er die gelbe Karte sehen wollte! Es war bewundernswert zu sehen, wie schnell er wieder auf die Beine kam.