VW wegen Unsportlichkeit, Tor wird aberkannt, auf einmal ist es sportlich?

  • Hallo Kollegen,


    die Szene spielte sich eben im hitzigen Spiel Mainz vs. Hannover ab.

    Anthony Ujah schießt in der Nachspielzeit (10 Minuten!) das 2:1, fackelt nicht lang und entledigt sich seines Oberhemds. Robert Hartmann zeigt ihm daraufhin die gelbe Karte, dann schaltet sich Patrick Ittrich aus Köln ein und belegt eindeutig, dass Ujah im Abseits stand.


    Sowohl der Sky-Kommentator, als auch der Liveticker von „onefootball“ waren der Auffassung, dass „die gelbe Karte daher nun auch nicht zähle“ oder „eventuell noch zurückgenommen werde“.


    Mir stellt sich die Frage - unsportlich ist es doch so oder so, ob mein Tor jetzt zählte oder nicht. Sehe da keinen Unterschied zum legendären Fall, wo der Spieler sich auf dem Feld sein Trikot auszieht, während er ausgewechselt wird und dann mit gelb-rot runterfliegt. Beziehungsweise generell wäre es doch in JEDER Situation eine Verwarnung WEIL ES UNSPORTLICH ist. Oder?


    Bin mal gespannt, ob da noch was kommt.


    Schönen zweiten Advent noch!

    Roman

  • bluebeerenman


    Bei dem Fall der Auswechslung war die Verwarnung aber nicht korrekt. Das würde im Nachhinein dann mal festgestellt.


    Aber in so einem Fall, wäre es tatsächlich interessant, ob es dazu bereits eine Stellungnahme gibt bzw. eventuell in der SR-Zeitung erfolgt.


    Ich würde dazu tendieren, dass die Karte bestehen bleibt. Aber das ist nur ein Gefühl und eine wirkliche Begründung hätte ich nicht dazu.

    Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt. (Dieter Hildebrandt)

  • Meine Meinung hat also nicht unbedingt was mit Regeln zu tun:


    Wenn sich morgen einer das Trikot auszieht weil:

    • er nen Elfer rausgeholt hat,
    • er gerade noch die Pille von der Torlinie gekratzt hat
    • er sich darüber freut, das sein Gegenspieler nach dem gefühlt x-tem Foulspiel endlich den Karton bekommt
    • er den davon eilenden Stürmer gerade noch regel konform mit einer Risikogrätsche vom Ball getrennt hat.
    • er auf der Stadionleinwand sieht das der direkte Abstiegs- / Meisterschaftskonkurrent gerade sein Spiel am vergurken ist.


    Gibts dann nicht auch Gelb? (rhetorische Frage)

    Das Ausziehen des Trikots ist eine Provokation - "seht her was ich für ein Kerl bin und Du für ein Looser bist."


    Ohne Tor kein Torjubel. Ganz sicher bin ich mir nicht.


    Mal ein Beispiel aus dem wirklichem Leben (Den Klassiker hat doch schon jeder genau so erlebt oder?)

    Die Lottozahlen werden gezogen und Du hast hast den Millionenjackpot. Am nächsten Montag zeigst Du dem Chef den Nackten Arsch (wörtlich) und machst sonst noch irgendwas was Du schon immer machen wolltest weil Dich der Laden ankotzt.

    Na und "Sch.... drauf" wenn Dir der Chef jetzt Rot gibt mit dem Millionenjackpot kannst Du seine "Scheiss-Firma" kaufen.


    Leider stellst Du am Montag abend bei der Lottostelle fest, das Du den Schein zwar ausgefüllt, aber nicht abgegeben hast.

    Meinst Du der Chef nimmt seine Rote Karte zurück?


    Und genau so sehe ich die Gelbe für Anthony Ujah.

  • Eigentlich kann es nur eine Lösung geben: Die Verwarnung bleibt bestehen.


    Was will der Spieler? Sich in einer als unsportlich definierten Art und Weise über ein Tor freuen. Und diese unsportliche Absicht ist ja nicht aus der Welt, nur weil das Tor - warum auch immer - nicht zählt.


    Allerdings wäre es tatsächlich sehr interessant, dazu eine offizielle Klarstellung zu erhalten.

  • Irgendwo stand in den Ausführungen folgendes geschrieben. Verteidiger Foul (gelbe Karte) im Strafraum, was einen Elfmeter zur Folge hätte. Jedoch gab es zuvor ein Abseits.

    Verteidigung führte indirekten Freistoss aus, die gelbe Karte blieb bestehen.


    Die Regeln erwähnen ausdrücklich die gelbe Karte zu geben beim Torjubel.

    Meine Meinung: Kein Tor, keine gelbe Karte. (Der Spieler ist schon genug bestraft, weil sein Tor aberkannt wurde.)


    Das ist wirklich eine Frage für die Regelhüter in Zürich. Man stelle sich CL Halbfinale vor PSG vs Turin. Spielstand 1:0 in der 88. Minute. Neymar, schon mit gelb in der 20. Minute vorbelastet wegen Schwalbe, bekommt den Ball, schiesst zum "2:0" ein, und wegen grosser Freude und Dummheit ziehts Hemd aus. Gelbe Karte ... nur das Tor zählt nicht wegen vorher gegangenen Abseits.

    PSG gewinnt und steht im ein Monat später stattfindenden CL Endspiel ... ohne Neymar.

    Ich garantiere, das PSG für die Spielberechtigung von Neymar kämpfen würde. Das ginge nicht nur zur UEFA sondern auch FIFA und vielleicht hin zur obersten sportliche Gerichtsbehörde CAS.

  • Es freut und ehrt mich auf jeden Fall schonmal, dass hier so angeregt diskutiert wird!


    Bezüglich der Neymar-Sperre habe ich auch schon überlegt, was wohl bei einer gelb-roten Karte gewesen wäre... Eigentlich eine Neuansetzung, sollte sie zurückgenommen werden. Aber dann kann man sich auch fragen, warum denn ein bereits verwarnter Spieler so vergesslich sein kann, dass er nach der Aktion fliegt.


    Womit ich nicht einverstanden bin, Macke, ist, dass der Spieler durchs Aberkennen „bestraft“ ist - schließlich war sein Tor ja nunmal kein Tor 😉 Hier zwar „nur“ durch Videobeweis (ich meine die Fahne sei wirklich NICHT, auch nicht sehr spät, hochgegangen) aber kein Tor ist kein Tor. Da kann der Spieler sich auch noch so benachteiligt fühlen 😉

  • Ja Blauberry (ich plücke jedes Jahr gute 40 Pfund), aber er hat sich so sehr übers Tor gefreut. Nun freuen wir uns über gelb?: denn Schadenfreude ist bekanntlich die "schönste" Freude.

    :-))

    Bei Neymar wäre es schon möglich, statt Vergesslichkeit kämen andere Eigenschaften ins Spiel.

    :flop: