unsportliches Verhalten nach Spielschluss

  • Eine Frage meinerseits in die Runde:


    Während des Spiels wurde ein Spieler der Mannschaft (A) in der 55. Minute mit Gelb verwarnt, der Schiedsrichter notierte sich die Nummer 5 des Spielers jedoch auf seinem Notizblatt bei der gegnerischen Mannschaft (B). B hatte jedoch keinen Spieler mit der entsprechenden Nummer auf dem Feld. Wies es kommen musste, verwarnte der Schiedsrichter diesen bereits in der 55. Minute mit Gelb bedachten Spieler von A in der 70. Minute erneut mit Gelb. Die zwingend folgende Gelb-Rote blieb jedoch aus, da lt. Notizzettel der Spieler mit der Nummer 5 der Mannschaft A nicht bereits verwarnt worden war. Nach erfolglosen, energischen Protesten der benachteiligten Mannschaft B wurde der Spieler von A in der nächsten Unterbrechung ausgewechselt.


    Nach dem Spiel wurde der Spieler von A mit der Nummer 5 vom Schiedsrichter befragt, ob er vor dieser Situation bereits die Gelbe Karte erhalten habe. Der Spieler antwortete sinngemäß: glaube nicht.


    Nun wurde in der Sachverhaltsschilderung durch den Schiedsrichter an die Spruchkammer nach erfolgtem Protest von B, neben der nicht erfolgten Gelb-Roten-Karte aufgrund der fehlerhaften Notizen des SR auch die Äußerung des Spielers mitgeteilt und darauf verwiesen, dass her ein grob unsportliches Verhalten vorläge und der Spieler zu sperren sei. Das dieses Spiel aufgrund der ausgebliebenen Spielerstrafe (Gelb-Rot) wiederholt wird, steht denke ich außer Frage (Spielstand zum Zeitpunkt des ausgebliebenen Platzverweises 1:1, die "begünstigte Mannschaft gewann letztendlich 2:1).


    Meines Erachtens handelt es sich aber hier nicht um ein grob oder generell unsportliches Verhalten des Spielers der Mannschaft A. Er hat mit der Aussage nach Spielschluss keinen Einfluss auf die Entscheidung bzw. den Fehler des SR genommen. Eine, aufgrund der Aussage des Spielers zu konstruierender Gedanke, hiermit die Möglichkeit einer vom SR selbst ausgehenden Meldung an die Spruchammer des eigenen Regelverstoßes (= nicht erfolgter Platzverweis) zu umgehen, erscheint mir mehr als zweifelhaft.


    Wie ist eure Sicht der Dinge? Hättet ihr dem Spieler hier ein unsportliches Verhalten unterstellt? Seht Ihr eine Sperre oder Freispruch als realistisch an?

  • Nur zu meinem Verständnis vorab:

    1. Ein Spieler erhält eine Verwarnung, die der SR offenbar beim falschem Spieler notiert.
    2. Daher fällt dem SR bei der zweiten Verwarnung des Spielers nicht auf das dieser bereits verwarnt ist. Er erhält daher "NUR" die Gelbe anstatt die Gelb-Rote.
    3. Nach dem Spiel befragt der SR den Spieler ob er zum Zeitpunkt der Gelben Karte bereits verwarnt gewesen sei, der Spieler beantwortete dies (sinngem.) mit "Glaube nicht".

    Damit wäre die Schiedsrichtersicht / Schiedsrichterbeurteilung zunächst einmal beendet. Abgesehen davon das der Schiedsrichter den Vorfall selbstverständlich an den Fußball Verband als Sonderbericht meldet.


    Bezüglich der Beurteilung der Entscheidung des Sportgerichts bist Du hier aber falsch lieber chris87. Mit den Entscheidungen der Spruchkammern haben Schiedsrichter nämlich nichts mehr zu tun. Zumindest nicht mit der Rechtsprechung. Als Zeuge werden wir natürlich oft vorgeladen und befragt.


    Ob der Spieler hier unsportlich handelte kann man überhaupt nicht beurteilen.

    • Du schreibst ja selber "Sinngemäß" also weist Du nicht was er tatsächlich geantwortet hat.
    • Du weist nicht was im Sonderbericht des Schiedsrichters steht und wie der SR den gesamten Vorgang geschildert hat.
    • Du weist nicht wie der Spieler sich gegenüber dem Sportgericht verhalten hat oder was er als Stellungnahme (bei schriftlichem Verfahren) äußerte.


    Zuletzt fehlt noch die wesentliche Information: Wie lange ist die Sperre und wie begründet das Sportgericht das Urteil der Sperre.


    Ohne diese Informationen kann man hier nur Mutmaßen und da bekommst Du von 10 Kollegen 11 verschiedene Antworten. Das hilft Dir dann aber auch nicht weiter.

  • Wenn ich chris87 richtig verstehe, hat der SR aber in seinen Bericht geschrieben, dass es sich um eine unsportlichkeit handelt und der Spieler gesperrt werden muss.
    Es gibt ja noch gar kein Urteil soweit ich das verstehe.

    Das ist doch fast schon eine nachträgliche rote Karte für den Spieler, wenn auch nur schriftlich vom SR.
    Und da nimmt sich der SR für meinen Geschmack etwas zu viel raus.
    (Wenn es denn so ist wie ich das verstehe)

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Wenn ich chris87 richtig verstehe, hat der SR aber in seinen Bericht geschrieben, dass es sich um eine unsportlichkeit handelt [...]

    Das ist doch fast schon eine nachträgliche rote Karte für den Spieler, wenn auch nur schriftlich vom SR.
    Und da nimmt sich der SR für meinen Geschmack etwas zu viel raus.

    Naja, hatte ich ja erwähnt:

    Ob der Spieler hier unsportlich handelte kann man überhaupt nicht beurteilen.

    Du schreibst ja selber "Sinngemäß" also weist Du nicht was er tatsächlich geantwortet hat.
    Du weist nicht was im Sonderbericht des Schiedsrichters steht und wie der SR den gesamten Vorgang geschildert hat.
    Du weist nicht wie der Spieler sich gegenüber dem Sportgericht verhalten hat oder was er als Stellungnahme (bei schriftlichem Verfahren) äußerte.

    Wir kennen weder Sonderbericht des Schiries noch den tatsächlichen Hergang der Situation auf dem Feld und nach Beendigung der Partie!

    Deshalb bin ich mit einem Urteil hier sehr vorsichtig

  • okay, von vorne:

    Ich bin Chris, 31 Jahre alt. Dem aktiven Fussball seit Kindesbeinen an verfallen und seit einigen Jahren auch vorstandschaftlich aktiv (und nicht der oben betroffene Spieler!). Dem Grunde nach wäre ich ab nächster Woche auch Schiedsrichterkollege, denn ich hatte mich im November entschlossen die Schiedsrichterprüfung abzulegen und meinem Heimatverein als SR zur Verfügung zu stehen (der allgemeine SR-Mangel ist ja hinlänglich bekannt). Da ich jedoch beruflich umziehen musste und mein aktueller Wohnort weder im Spielkreis noch im Verband des Heimatvereins liegt, würde meine SR-Tätigkeit nicht meinem Heimatverein angerechnet werden, sodass ich davon wieder Abstand nahm. Kann man jetzt bewerten wie man möchte;) grundsätzlich würde ich mir aber hohes Regelverständnis attestieren, auch ohne abgelegte Prüfung;)


    Mit dem obigen Sachverhalt wollte ich die Meinung von selbst aktiven Schiedsrichter hören, ob die Aussage des Spielers bei Ihnen auch als unsportliches Verhalten gewertet worden wäre. Dies sind natürlich alles subjektive Wertungen, dessen bin ich mir bewusst. Aber vielleicht kennt ja jmd von euch selbst o. aus dem Kollegenkreis einen ähnlich gelagerten Fall, von dem er berichten kann. Es geht mir nicht darum, diesen SR in irgendeiner Form bloßzustellen o.ä., sondern ob hier (subjektiv bewertet) ein unsportliches Verhalten des Spielers vorliegt. Es kommt ja oft genug vor, dass SR bei Spielern nachfragen und sich eine ehrliche Antwort erhoffen (z.b. bei Eckballentscheidungen). Das dies häufig nicht der Fall ist, ist jedem bekannt bzw. oftmals nur von den Spielern bei klaren Spielständen beherzigt wird. Nur führt jedoch ein Fall wie obiger m.E. gerade nicht zur Motivation der (Spieler-)"Ehrlichkeit". Lt. Aussage des Spielers war es ihm tatsächlich nicht bewusst, ob er bereits verwarnt worden ist. Dies mag oder darf je nach Betrachtungsseite bezeifelt werden, ist aber als Aussage erstmal so hinzunehmen. In der Stellungnahme des SR wird nicht darauf eingegangen, dass die 1. Verwarnung klar und eindeutig dem (richtigen) Spieler gezeigt wurde und dass eine Fehlinterpretierung des Adressaten ausgeschlossen sein könnte. Als Konsequenz hieraus würde ich unseren Spielern und Verantwortlichen künftig aus Schutz vor evtl Sperren o.ä. empfehlen, keinerlei Aussagen (nach dem Spiel) ggü. den SR zu tätigen. Das wäre dem Grunde nach recht schade.


    Zu den anderen Antworten und Fragen:

    SixthSCTF

    1. korrekt

    2. korrekt

    3. korrekt


    Stellungnahme SR und Aussage Spieler sind bekannt. Der Spieler lt. eigener Stellungnahme antwortete mit: Nein, glaube nicht.


    Es gibt noch kein Urteil. Es sollen auch keine Empfehlungen oder so ausgesprochen werden, sondern lediglich wie selbst aktive SR die Aussage nach Spielschluss bewerten. Ich denke, dass hier den SR zurecht ein großer eigener Ermessenspielraum zugestanden wird, was als unsportlich zu werten ist. Vielleicht ist es sinniger, wenn die Diskussion den üblichen Forenregeln entspricht, fortzuführen, wenn die Angelegenheit abschließend von der Spruchkammer beschieden worden ist. Ich möchte hier keinen falschen Eindruck erwecken. Nach Entscheidung kann ich, wenn gewünscht und erlaubt, den Sachverhalt entsprechend mit Zitaten aus den Dokumenten (ohne komplette Veröffentlichung versteht sich) genauer und verständlicher darstellen.


    Wenn die "angezettelte" Diskussion nicht den Forengepflogenheiten entspricht, darf Sie gerne gelöscht werden. Ich bin nur "Gast" und möchte absolut nicht gegen die üblichen Regeln verstoßen.

  • Naja es ist im Grunde ganz einfach: Die Interpretation des SR ist egal.

    Der SR hat über seine Wahrnehmung des Vorfalls einen Bericht zu verfassen, wo er ggf. auch die Situation nach dem Spiel schildert. Die Bewertung, ob das jetzt unsportlich war oder nicht, trifft allein das Sportgericht oder eine ähnliche Instanz (je nach Verband ...).

    FALLS der SR hier eine eigene Bewertung der Dinge in den Spielbericht schreiben WÜRDE (passiert sicherlich manchmal), würde das Sportgericht diese schlicht ignorieren und sich eine eigene Auffassung bilden.

  • Da die Vorstellung ja jetzt dann doch nachgeholt wurde und es anscheinend auch ernst gemeint ist, sage ich erstmal herzlich willkommen hier im Forum. Nicht persönlich nehmen, dass manche mißtrauisch sind aber es gab schon das ein oder andere faule Ei hier, die haben z.T. böse Diskussionen angezettelt und sich dann nie mehr gemeldet. Man muss übrigens kein geprüfter Schiri sein, um hier mit diskutieren zu können. Dass jemand keine Schiri - Prüfung hat, heißt ja nur, dass er kein offizieller Schiri ist und demnach nicht befugt ist, offizielle Fussballspiele zu pfeifen ( und keinen freien Eintritt in Fussballstadien hat ;)). Es heißt aber nicht, dass er keine Ahnung von den Regeln hat.

    Was das Anliegen angeht: Hier gibt es wohl keine einfache Antwort. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Fehler ganz klar beim Schiri liegt. Er hat sich falsche Notizen gemacht und da kann er keinen anderen für verantwortlich machen. Er hat nach dem Spiel den Spieler gefragt und darauf gehofft, eine ehrliche Antwort zu erhalten. Ab jetzt wird es allerdings spekulativ, denn ob die Antwort der Wahrheit entspricht, weiß nur der Spieler selbst. Wenn ich davon überzeugt bin, dass er mich anlügt, dann ist das meine subjektive Wahrnehmung aber kein Beweis und schon gar keine Tatsache. Somit gehört sowas nicht in einen Sonderbericht und schon gar nicht die Behauptung, der Spieler habe sich unsportlich verhalten, dafür gibt es keine Grundlage, meiner Meinung nach. Eine Forderung in einem Sonderbericht nach einer, wie auch immer gearteten, Bestrafung des Spielers geht überhaupt nicht. Das fällt nicht in den Kompetenzbereich des SR. Dass das Spiel aber neu angesetzt wurde ist klar, schließlich hat der Schiri einen Regelverstoß eingeräumt. Wie das Verhalten des Spielers moralisch zu werten ist, ist ein ganz anderes Thema und obliegt nicht der Sportgerichtsbarkeit.

    Ich habe jetzt lediglich meine persönliche Sicht der Dinge wiedergegeben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher gibt es hier Kollegen, die es möglicherweise völlig anders sehen.

  • Wenn die "angezettelte" Diskussion nicht den Forengepflogenheiten entspricht, darf Sie gerne gelöscht werden. Ich bin nur "Gast" und möchte absolut nicht gegen die üblichen Regeln verstoßen.

    Jetzt finde ich es auch in Ordnung - herzlich willkommen. Wie von meinem Vorschreiber bereits erwähnt, haben wir in diesem Forum schon viele skurille Auftritte gehabt.


    Der SR hätte natürlich idealerweise die Dinge in der 70.Min vor der Spielfortsetzung klären sollen und nicht, wahrscheinlich vom eigenen schlechten Gewissen getrieben, nach Spielschluß.

  • Wenn die "angezettelte" Diskussion nicht den Forengepflogenheiten entspricht,

    Fragen dürfen hier immer gestellt werden. Nur ist dieses Forum etwas anders als viele andere Foren, die Du kennen wirst.


    Viele Teilnehmer hier kennen sich persönlich entweder von den regelmäßig stattfindenden Usertreffen, weil sie vielfach schon zusammen Spiele geleitet haben, weil man sich mal auf der einen oder anderen Sportanlage trifft - manchmal auch zum gegenseitigem Coaching - weil man "einfach mal zum Spiel vorbei kommt" weil man gerade in der Stadt ist oder man gemeinsam mit dem SR-Ausweis in´s Stadion geht.


    Und du wirst es nicht glauben wie Dicht da bspw. die Alpen und die Waterkant zusammenliegen.


    Nicht persönlich nehmen, dass manche mißtrauisch sind aber es gab schon das ein oder andere faule Ei hier, die haben z.T. böse Diskussionen angezettelt und sich dann nie mehr gemeldet.

    haben wir in diesem Forum schon viele skurille Auftritte gehabt.

    neu anmeldet, sich nicht vorstellt und dann im ersten Post gleich so eine Diskussion anzettelt

    Im Gegensatz zu vielen anderen Foren fällt man dann als "Neuling" sofort auf, besonders dann, wenn man einen besonders kontroversen Beitrag eröffnet.


    Wie auch immer - auch von mir ein Herzliches Willkommen im Club.

  • Das war mir nicht bewusst, dass der Kreis der User hier so "klein" und untereinander sich auf privater Ebene oftmals bekannt ist. Aber definitiv eine schöne Sache und gänzlich abhebend von vielen anderen Sport- oder Fußballforen!

  • Wie klein oder gross der Kreis der User da kann sicher bspw Manfred mehr beisteuern. Gemessen an vielen anderen Internetplatformen ist der Userkreis hier aber überschaubar

    gänzlich abhebend von vielen anderen Sport- oder Fußballforen!

    Das ist definitiv richtig, was mich seinerzeit überzeugt hat - und mich immernoch überzeugt - ist der überwiegende sachliche Umgangston, das man sich eben kennt und gegenseitig wertschätzt und das jeder hier genug Basiswissen für eine Sachliche Diskussion mitbringt.


    Somit hast Du völlig recht chris87 mit dieser Aussage.:saufbrüder:

  • chris87

    Kleiner Tipp: stöbere mal ein wenig in den Themen Usertreffen 2018 und früher. Da wirst du sehen, mit was für positiv "Bekloppten " du es hier zu tun hast.:trink::top:

  • Der SR hat über seine Wahrnehmung des Vorfalls einen Bericht zu verfassen, wo er ggf. auch die Situation nach dem Spiel schildert. Die Bewertung, ob das jetzt unsportlich war oder nicht, trifft allein das Sportgericht oder eine ähnliche Instanz (je nach Verband ...)

    Jein.
    Wenn es nur einen Sonderbericht gibt, dann (eigentlich) schon.
    Aber spätestens, wenn der SR noch auf dem Feld beispielsweise die rote Karte zeigt, hat er die Entscheidung ja schon vorweg genommen.
    Damit sagt er ja implizit, dass es (grob) unsportlich war.
    Und die Mindestsperre von einem Spiel gibt es dann wohl auch in 99% der Fälle.

    So ähnlich ist das hier doch dann auch oder nicht?
    Nur weil die Sache schon so weit nach dem Spiel war, dass der SR keine Karte mehr geben konnte, hat er das vermutlich so in den Bericht geschrieben.
    Auch wenn hier immer gesagt wird der SR soll keine Bewertung in den Sonderbericht schreiben:
    Allein durch das zeigen einer roten Karte oder überhaupt des Erwähnens in einem (Sonder)Bericht ist diese Wertung doch schon gefallen.
    Der SR schreibt ja auch nicht "Spieler X gab mir die Hand begrüßte mich mit 'Guten Tag'" in einen Bericht, wenn er nicht der Meinung ist, dass es sich um etwas unsportliches handelt.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Erst einmal inhaltlich:
    Habe ich als Schiedsrichter etwas verbockt oder auch nur den diesbezüglichen Verdacht, werde ich das in angemessener Form in einem Sonderbericht notieren. Was das Sportgericht dann daraus macht, ist mir zunächst einmal völlig schnuppe - natürlich sollte so etwas die Ausnahme sein, aber wir Schiris sind auch nur Menschen, denen Fehler passieren können (bei mir kam es auch schon vor, dass ich die zweite Gelbe Karte gezeigt hatte und der Spieler das Trikot auszog und das Feld verlies, wonach mir auffiel, dass der schon verwarnt war und mit etwas größerem Abstand eben die Rote Teilkarte folgte). Von daher ist es mir auch egal, wie das Sportgericht die Aussage des Spielers wertet, was mein persönliches Gerechtigkeitsempfinden dazu sagt, ist eine ganz andere Baustelle.


    Ich habe beispielsweise die Angewohnheit - es kommt selten vor, aber es kommt vor -, das Verhalten mancher des Feldes verwiesener Spieler oder Offizieller gerade nach Spielschluss zu melden, wenn dies einfach bestimmte Grenzen überschreitet. Ich würde zwar gerne wissen, welche Strafe das eingebracht hat, aber vor allem, um Satisfaktion zu bekommen, weil ich mich nicht beschimpfen und bedrohen lassen muss; manch einer wird da im Nachgang sicher eine böse Überraschung erlebt haben. Solche Vorkommnisse nenne ich übrigens grob unsportliches Verhalten.


    Zur Aktivität im Forum:
    Registriert sind über 2.500 User, wirklich aktiv ungefähr ein bis zwei Prozent davon, je nachdem, was man als Aktivität definiert (reines Datum der letzten Anmeldung mit welchem zeitlichen Abstand oder aktiv Beiträge schreiben).

  • amfa Du hast natürlich Recht damit, dass der SR auf dem Feld schon auch Bewertungen vornimmt, zum Beispiel bei einer roten Karte. Aber auch dann schreibt er ja nur seine Wahrnehmung und seine Entscheidung in den Sonderbericht. Das Sportgericht (oder eine ähnliche Instanz) bildet sich dann anhand der sachlichen Schilderungen eine eigene Auffassung, wie die Situation zu bewerten ist. Die Bewertung des SR in Form der roten Karte ist hier nur insofern relevant, dass sie mit der Bewertung des Sportgerichts abgeglichen und dann in aller Regel bestätigt wird. Sie dient aber nicht als Weisung oder Beweis für das Sportgericht.


    In der beschriebenen Situation hatte der SR wohl keine Disziplinargewalt mehr, also obliegt die Bewertung grundsätzlich nicht mehr ihm. Aber wie oben geschildert ist für die Auffassung des Sportgerichts die Wertung des SR ohnehin nicht wirklich relevant.

  • Bevor wir hier Spekulieren


    chris87 ist offenbar kein Schiedsrichter. Wir müssen davon ausgehen, das er Begriffe nicht so verwendet wie wir.

    Nun wurde in der Sachverhaltsschilderung durch den Schiedsrichter an die Spruchkammer nach erfolgtem Protest von B, neben der nicht erfolgten Gelb-Roten-Karte aufgrund der fehlerhaften Notizen des SR auch die Äußerung des Spielers mitgeteilt und darauf verwiesen, dass her ein grob unsportliches Verhalten vorläge und der Spieler zu sperren sei. [...]


    Meines Erachtens handelt es sich aber hier nicht um ein grob oder generell unsportliches Verhalten des Spielers der Mannschaft A. Er hat mit der Aussage nach Spielschluss keinen Einfluss auf die Entscheidung bzw. den Fehler des SR genommen. Eine, aufgrund der Aussage des Spielers zu konstruierender Gedanke, hiermit die Möglichkeit einer vom SR selbst ausgehenden Meldung an die Spruchammer des eigenen Regelverstoßes (= nicht erfolgter Platzverweis) zu umgehen, erscheint mir mehr als zweifelhaft.

    Das Ganze liest sich so, als ob chris87 hier etwas mit eigenen Worten wiedergibt und dabei vermutlich Schlüsselbegriffe verwendet ohne diese auch als sog. Schlüsselbegriffe zu kennen.

    (@ chris87 das ist nicht schlimm sondern völlig Normal. Du benutzt z.B. den Begriff Platzverweis -der "Platzverweis" ist aber nur staatlichen Ordnungskräften oder dem Hausherren gestattet der SR erteilt lediglich einen Feldverweis auf Dauer und dieser beschränkt sich auf den Innenraum - was darüber hinaus geht ist halt nur durch berechtigte Personen umzusetzen. Gleiches gilt für den Begriff "Grob Unsportlich". Das ist eine Wertung und die hat offenbar das Sportgericht anhand des Sonderberichts vorgenommen)


    Back to Topic


    Wir wissen tatsächlich nicht was im Sonderbericht des SR steht. chris87 erläutert hier nicht mit welcher Begründung das Sportgericht die erstinstanzliche seine Entscheidung begründet hatte und welche Sperre ausgesprochen wurde:

    Nun wurde in der Sachverhaltsschilderung durch den Schiedsrichter an die Spruchkammer nach erfolgtem Protest von B, neben der nicht erfolgten Gelb-Roten-Karte aufgrund der fehlerhaften Notizen des SR auch die Äußerung des Spielers mitgeteilt und darauf verwiesen, dass her ein grob unsportliches Verhalten vorläge und der Spieler zu sperren sei.

    Da Protest eingelegt wurde kann es sich hierbei nur um einen Protest gegen ein Spruchkammerurteil (vermutlich im schriftlichem Verfahren - so wird das zumindest im Bereich des HFV genmacht) handeln.


    Frage: Welche Äusserung hat denn der Speiler tatsächlich gegenüber dem Schiri getätigt?

    Hier verlässt sich chris87 offensichtlich auf die Aussage des betroffenen Spielers.

    Um uns eine möglichst objektive Meinung bilden zu können sollten wir die in der Urteilsbegründung und die veröffentlichen Zitate kennen.


    Alles andere ist nur Spekulation.

  • Vorab: ich bin tatsächlich kein Schiedsrichter, daher dürften die von mir gewählten Begriffe eher der Umgangssprache als dem Schiedsrichter-Vokabular entsprechen.


    Es ist noch kein Urteil der Spruchkammer erfolgt. Der Schiedsrichter hat einen Sonderbericht angefertigt und parallel dazu hat die benachteiligte Mannschaft Protest gegen die Spielwertung eingelegt.


    Im Sonderbericht des Schiedsrichters heißt es wie folgt:

    „Im Nachhinein stellte ich dann fest, dass der Spieler ... bereits in der 53. Minute mit Gelb belastet war. Ich hatte ihn versehentlich auf der falschen Seite bei ... eingetragen.“

    Zum Verhalten des Spielers:

    „Trotz meines Fehlers ist festzuhalten, dass der Spieler ... meine Frage an ihn, ob er die gelbe Karte bereits gesehen hatte, mit NEIN beantwortet hat. Aus meiner Sicht ein klare Unsportlichkeit, die auch geahndet werden sollte.“

    Die Aussage des Spielers:

    „Noch auf dem Platz auf dem Weg in die Kabine fragte mich Schiedsrichter ..., ob ich bereits vorher schon die gelbe Karte bekommen habe. Ich antwortete:Nein, glaube nicht und ging in die Kabine“.

    Zuvor hat sich der Spieler in seiner Aussage geäußert, dass bei der Situation der 1. Gelben Karte er mündlich vom SR ermahnt wurde, anders in die Zweikämpfe zu gehen. Nach der Ermahnung habe er sich umgedreht, um an seine Position zurück

    Zukehren. Das Zeigen der gelben Karte habe er nicht wahrgenommen. Nach der zweiten Gelben Karten hätte sein Gegenspieler zu ihm gemeint: Glück gehabt.


    Ich sehe hier vor allem die Problematik, warum es überhaupt zu einer Verhandlung bzgl des unsportlichen Verhaltens kommt, darin begründet, dass der SR in seinem Bericht nicht angibt, wann er den Spieler befragt hat. Seht ihr das ähnlich?


    Natürlich ist hier der Fehler des SR ursächlich für den ganzen Schlamassel, im Gegenzug wäre es natürlich (überragendes oder zumindest anzuerkennendes) Fair-Play der Mannschaft A gewesen, ob vom Trainer oder Kapitän, die Situation noch auf dem Platz in dem Moment aufzulösen..

  • An dieser Stelle sei klar angemerkt, dass wir hier im Forum nicht zu anhängenden sportgerichtlichen Verfahren Stellung beziehen. Von daher ist das Thema hier beendet und wird geschlossen. Wenn das Verfahren abgeschlossen ist, bitte ich um eine persönliche Nachricht, ich öffne das Thema damm wieder.