Platzwechsel - Seitenwahl

  • Aus welchem Grund auch immer - Dunkelheit, Unbespielbarkeit, … - muss der SR auf den benachbarten Platz wechseln (wir unterstellen jetzt einmal, dass das zulässig ist, obgleich Tante Verbandsspezifisch in einigen Verbänden oder auch nur Ligen das verbieten kann). Soweit die Plätze parallel liegen, denke ich, dass man tatsächlich "wechselt" (die Spielrichtung bleibt gleich). Was aber, wenn die in rechtem Winkel oder zumindest deutlich anders als parallel liegen? Lege ich als SR dann fest, wer in welche Richtung spielt oder ist das auszulosen?

  • Ich würde während der 1.HZ dem Gewinner und während (oder am Anfang) der 2.HZ dem Verlierer der ursprünglichen Seitenwahl die Wahl lassen. Erscheint mir die fairste Lösung.

    Vermutlich ist dies aber nirgendwo festgeschrieben und der SR kann dies nach eigenem Ermessen entscheiden.

  • Vielleicht zur Klarstellung:
    Es geht nicht um einen Wechsel von Anfang an, sondern darum, dass der Wechsel des Platzes während des laufenden Spiels erforderlich wird.

  • Das solche Situationen sicherlich nicht reguliert sind, hilft da nur gesunder Pragmatismus in Form einer neuen Seitenwahl.

    Habe jetzt ein paar tage nachgeforscht und nix gefunden zum Thema "Platzwechsel".


    Der Regelgeber geht also davon aus, das ein Spiel, welches einmal auf einem Platz angepfiffen wurde auch auf diesem beendet oder eben abgebrochen wird.


    Demzufolge hilft auch nur die pragmatische Lösung von Kaef, wobei ich betonen möchte, das es sich um einen anderen Platz mit anderen Gegebenheiten (auch KuRa ist nicht gleich KuRa) handelt.

    Ich wäre jedenfalls nicht auf die Idee gekommen den Platz einfach zu wechseln. Ist irgendwie gegen mein Regelverständniss weil es eben ein anderer Platz ist.

  • Eine 2. Auslosung ist nach Regelwerk nicht vorgesehen. Im Gegenzug bekäme der "Verlierer" der Platzwahl auch keinen Anstoß. Ein erneuter Münzwurf würde also aus einer Schieflage eine weitere erzeugen.

    Der Schiedsrichter bestimmt also wie es weitergeht.

  • Hab gerade eine Antwort von unserem ehem. Lehrwart bekommen


    1. Ob soetwas überhaupt zulässig ist (eigenmächtige Verlegung auf anderen Platz wenn bereits angepfiffen) ist offenbar tatsächlich wie Manfred schon erwähnt hat "Tante Verbandsspezifisch". Bei uns bspw. nur zulässig wenn es sich um den Ausweichplatz handelt.
    2. Die Spielfortsetzung ist die einfachste Antwort. Es geht halt so weiter wie es vorher aufgehört hat. Zur Not halt mit SR-Ball.
    3. Zur Seitenwahl konnte der Lehrwart auch nur sagen "nicht vorgesehen". Somit scheint dann BestRefinTown Antwort am Nachvollziehbarsten zu sein. SR entscheidet wer wo spielt, Art und Ort der Spielfortsetzung ergibt sich dann logisch folgend aus den Ende auf dem anderem Platz.
  • Spricht irgendetwas gegen meinen Vorschlag aus #3?

    Eigentlich entspricht es doch dem Sinn der Regeln, wenn der Gewinner der Seitenwahl für die gesamte Zeitdauer der 1.HZ die Seite bestimmen darf - und der Verlierer dieses Privileg dann für die gesamte 2.HZ hat. Bei einem Platzwechsel würde sich dieses Recht dann übertragen.

  • Die Lösung #3 sollte sinngemäß doch auch beim Platzwechsel in der 20. Minute "funktionieren".

    Meine Begründung: Die Mannschaft, die die Seitenwahl gewinnt, hat damit das Recht erworben, die erste Hälfte des Spieles in die von ihr gewünschte Richtung zu spielen (z.B. wegen Sonnenstand). Wird der Platz in Minute 20 gewechselt und eine neue Seitenwahl durchgeführt, so verliert Sie diesen Vorteil, der ja üblicherweise gilt.


    Letztendlich finde ich diese Entscheidung aber auch nebensächlich, wichtig ist, dass jede Mannschaft gleich lang auf jeder Seite des Feldes gespielt hat, damit die umgebungsspezifischen Ungerechtigkeiten minimiert werden. Und das ist ja dann ohnehin nicht mehr in der Form möglich.

  • Also nach 10 Minuten wäre es dann doch so:

    Der Gewinner der Seitenwahl durfte nur 10 Minuten auf der gewählten Platzhälfte auf Platz 1 spielen. Er hat aber eigentlich das Anrecht, dort 45 Minuten zu spielen.

    Jetzt ist es doch gerecht, wenn der Gewinner sich für die restlichen 35 Minuten auf Platz 2 auch die Seite aussuchen darf.

    Und in der 2.HZ bekommt der Verlierer der Seitenwahl diese Seite dann, ohne dass er etwas entscheiden darf - wie es auch ohne Platzwechsel der Fall wäre.

  • Meiner Ansicht nach ein Grundsatzfehler: Stets davon auszugehen, dass Regeln "gerecht" sein müssen. Und für jede Sondersituation eine Sonderlösung bereit zu haben. Auch ist die Sache nicht so einfach: Da sich selbst der neue Spielort während der Rest-Spieldauer in punkto Bespielbarkeit/Sonnenstand anders/schneller verändern kann als der ursprüngliche Platz, ist ein Auf- oder Gegenrechnen von Spielminuten hier gegen dort nicht zielführend.

    Was wäre denn, wenn das Spiel nach einer längeren Unterbrechung mit neuen Bedingungen (Bespielbarkeit/ Sonnenstand/ Druck durch Zuschauer auf einer bestimmten Seite) auf dem gleichen Spielfeld fortgesetzt wird? Dann käme niemand auf die Idee, Spielminuten und Seitenwahlrecht gegeneinander aufzurechnen.

    Keep it simple: Die bereits gespielten Minuten und das Seitenwahlrecht werden vom ursprünglichen Spielort 1-1 mitgenommen; die Spielrichtung wird nicht neu verhandelt und im Zweifel entscheidet der SR.
    Ein erneuter Münzwurf ist nicht vorgesehen und könnte von einem windigen Sportrichter als Regelverstoß ausgelegt werden. Das wäre ja so, als ob ich bei einer unklaren Situation (Abseits ja oder nein zum Beispiel) einen Münzwurf machen würde.

  • Meiner Ansicht nach ein Grundsatzfehler: Stets davon auszugehen, dass Regeln "gerecht" sein müssen

    Völlig richtig. Regeln sind nie Gerecht, können sie gar nicht sein. Lernt übrigens jeder Jurastudent quasi in seinem ersten Semester.

    Regeln sind dafür da, das Verhalten und die Entscheidungen bei bestimmten Vorgängen möglichst allgemein verbindlich so vorzuschreiben, damit jeder sich zuverlässig darauf verlassen kann, das immer gleich Entschieden wird.


    Regeln versuchen Leitplanken zu setzen - was nicht bedeutet, das der Weg, den sie eingrenzen auch "Gerecht" ist. Gerecht hat etwas mit persönlichem Empfinden, Moral und der persönlichen Definition von Werten zu tun.


    Zusammenfassend folge ich also BestRefinTown (soviel Kompetenz muss man dem SR dann in dieser "Ausnahmesituation" schon zugestehen.)


    • Spielrichtung wird nicht neu verhandelt und im Zweifel entscheidet der SR.
    • Art und Ort der Spielfortsetzung so wie vor der Unterbrechung (Platzwechsel) nach Regelwerk vorgesehen.
  • Die Situation kommt bei uns auch nicht in Frage (was ist denn ein "Ausweichplatz", SixthSCTF ?). Aber ich würde wohl einfach mal warten, die die Mannschaften sich von selbst einsortieren. Nur, wenn ich aktiv angesprochen werde bzw. die Mannschaften sich nicht einigen können, würde ich die Situation überhaupt lösen. Liegt der Platz ungefähr parallel zum ersten, geht es weiter wie vorher. Andernfalls würde ich wohl eine neue Seitenwahl machen. Wenn in den Regeln nichts steht, wird wohl jede mit gesundem Menschenverstand vereinbare Lösung des Schiedsrichters zu akzeptieren sein.

  • Off Topic

    (was ist denn ein "Ausweichplatz", SixthSCTF ?)

    Vermutlich wieder eine "Tante Verbandsspezifiche" Besonderheit.


    Für Mannschaften der Leistungsklassen (Auch A-Jugend und B Jugend) wird im HFV der Platz explizit benannt auf dem die Heimspiele statt zu finden haben. Dort werden dann die entsprechenden Spiele auch angesetzt.

    Im Falle das dieser Platz gesperrt wird oder nicht bespielbar ist, darf das Spiel (von Heim) Eigenmächtig auf den sog. "Ausweichplatz" verlegt werden ohne das hierfür eine besondere Genehmigung der Verbandes notwendig ist.

    Die Gastmannschaft darf sich bei Verlegung eines Spieles auf einen Ausweichplatz auch nicht weigern anzutreten falls dieser Ausweichplatz z.B. einen anderen Untergrund hat.


    Auch der Ausweichplatz wird zu Saisonbeginn

    • explizit für jede Mannschaft benannt und vom Verband genehmigt,
    • muss sich nicht undbedingt auf der gleichen Sportanlage befinden und
    • die Platzbeschaffenheit muss nicht der des als "Hauptplatz" gemeldeten entsprechen (kann bspw. auch anderer Untergrund sein oder andere Maße haben).
    • Spiele, die ggf, parallel auf diesem Ausweichplatz zeitgleich angesetzt sind müssen ggf. ausfallen (oder werden abgebrochen). Wie hier der Vorrang im Einzelfall geregelt ist wird mit einer Vorrangliste in den DfgBest. des HFV vorgeschrieben.
  • Mich würde mal interessieren, in welchen Verbänden das zulässig ist. Im SWFV definitv nicht, wenn z.B. bei Pokalspielen unter der Woche mit potentieller Verlängerung und Elfmeterschießen das Licht nicht ausreicht, sollte der Verein vorher einen entsprechenden Platz mit Flutlicht zur Verfügung stellen. Darauf soll der SR vorher hinweisen.

    Ein Platzwechsel, selbst nur zum Elferschießen, ist nicht zulässig.

  • Bei uns wäre zum Beispiel folgende Absprache VOR dem Spiel möglich:
    Wir spielen das Pokalspiel auf dem Rasenplatz ohne Flutlicht; sollte es eine Verlängerung geben, so wird diese auf dem Ascheplatz mit Flutlicht durchgeführt.

  • SHFV Satzung; Spielordnung:



    § 30a Spielfortsetzung in besonderen Fällen


    Sollte ein Spiel aufgrund von witterungsbedingten oder technischen Ereignissen auf der angesetzten Sportanlage nicht zu Ende geführt werden können, so muss das Spiel auf einer anderen freien Spielstätte des angesetzten Vereins zu Ende geführt werden.




    Hatte ich auch nicht geglaubt- ist aber so 8)

  • SixthSCTF Danke! Bei uns ist der angesetzte Platz unverbindlich und Heim kann (ob mit oder ohne Grund) auf jeden vom Verband abgenommenen Platz ausweichen (also vor Anpfiff); Heim muss indes bei Unbespielbarkeit des angesetzten Platzes nur auf solche Plätze ausweichen, die auch für eine Mannschaft als Hauptspielstätte gemeldet sind. Für die oberen Klassen gibt es wahrscheinlich noch irgendwie andere Regelungen - kann mir nicht vorstellen, dass man in der Oberliga unangekündigt auf den Ascheplatz ausweichen darf ;) .


    Während des Spiels wird nicht mehr gewechselt.