Freistoss und Ball zustellen

  • Leider ist es in meinen Spielen der Schweizer 4. Liga Gang und gebe, dass bei einem Freistoss sich erstmal pauschal vor den Ball gestellt wird. "Er muss ja Abstand verlangen" heisst es da immer. Doch in den Regeln steht das anders geschrieben, denke ich. Nun würde ich gern mal wissen, wie ihr das umsetzt. Bei Freistössen in ungefährlicher Distanz zum gegnerischen Tor rufe ich meist den zustellenden Spieler zurück, dieser leistet dann immer Folge. Nun hatte ich am Wochenende leider eine unglückliche Situation: Ich gab Freistoss für Heim, Ball gesetzt, den zustellenden Spieler absichtlich angeschossen. Und schon war das Geschrei gross. Ich gab dem Schützen gelb aufgrund heftigem Reklamieren und liess wiederholen mit der Begründung, dass der Ball für mich noch nicht ruhte (ich weiss, es ist nicht korrekt aber dann war zumindest Ruhe).


    Bitte hier nicht über meine Entscheidung diskutieren - sondern nur, wie man das Zustellen bestenfalls unterbinden könnte.

  • Das Verhindern der schnellen Freistoßausführung oder das zustellen des Balls ist eine Pflichtverwarnung.


    Nach Regelwerk hat der Abwehrspieler beim Freistoß den Abstand zum Ball selbständig einzunehmen.

    Das demonstrative "Vor-den-Ball-Stellen" kann nur dem Zweck dienen, das eine schnelle Ausführung verhindert wird. Er (der Schütze) muss eben nicht den Abstand verlangen, sondern er bittet den SR darum den Abstand zu überprüfen und ggf. zu ändern.


    Eine meiner "Lieblingsverwarnungen" weil ich das "Dumme Gesicht" des Spielers dabei so geniesse.

  • Aber die Verwarnung gibts nur, wenn der Zusteller angeschossen wird? Und auch, wenn das mit Absicht des Schützen passiert? Wie ist die Spielfortsetzung beim Anschiessen und verwarnen des Zustellers? Wiederholung des Freistosses, weil der Ball durchs Zustellen nicht korrekt ins Spiel kam? Kann man nach dem Anschiessen auch auf Vorteil entscheiden und laufen lassen - die Verwarnung dann natürlich in der nächsten Unterbrechung nachreichen.

  • Theorie und Praxis.
    In der Theorie eine Pflichtverwarnung- in der Praxis wars dann ja nicht so schlimm und es ist "Gang und Gebe" und und. Leider ein Graubereich, den wir SR erzeugt haben, indem wir hier zu viel durchgehen lassen. Ich ermahne hier sehr laut und deutlich beim 1. Mal, um dann später in fast jedem Spiel eine oder sogar 2 VW wegen diesem Vergehen auszusprechen.
    Wenn ein Beobachter schlechte Laune hat zieht er mir noch Zehntel ab, da ich beim 1. Mal keine VW ausgesprochen habe, obwohl ich ein Vergehen, welches zwingend mit einer VW zu ahnden ist, erkannt und dann mit einer Ermahnung abgearbeitet habe.

    Profi-SR reden sich raus und behaupten, sie hätten den Ball ohnehin sperren wollen/ bereits gesperrt gehabt. Das führt dann zu so lustigen Kramer-Toren mit anschließenden Diskussionen dann und wann.

    Also Tipp: Ignorieren (mit der Profi-Ausrede wenn nötig) oder sofort VW. Alles andere bringt Schwierigkeiten.

    Ich pfeife nach den Regeln, die mir vorliegen. Regeln, die man mir vorenthält, kann ich nicht anwenden.

  • Aber die Verwarnung gibts nur, wenn der Zusteller angeschossen wird?

    Nö, da warte ich erst gar nicht d´rauf, Gibt nur unnötigen Stress wenn derjenige auch noch durch den Ball getroffen wird.


    Zu welchem Zweck stellt sich denn der Spieler vor den Ball?

    • Um zu verhindern, das der Freistoß sofort ausgeführt wird (unabhängig davon ob das gewollt ist)
    • Um seiner Abwehr es zu ermöglichen hinter den Ball zu kommen
    • Zeit zu schinden
    • Den Gegner zu provozieren
    • Den Gegner dazu zu verleiten ihn anzuschiessen damit dieser wegen Unsportlichkeit verwarnt wird.


    Der Spieler darf sich dann aussuchen ob er die Gelbe wegen

    • Verhinderung der schnellen Spielfortsetzung (Der Freistoß ist ja unspielbar, da warte ich nicht drauf das jemand ihn anschiesst) oder
    • Wegen Spielverzögerung
    • Wegen Provokation

    bekommt.


    Das passiert genau einmal im Spiel und danach ist Ruhe.


    Theorie und Praxis.
    In der Theorie eine Pflichtverwarnung- in der Praxis wars dann ja nicht so schlimm und es ist "Gang und Gebe" und und. Leider ein Graubereich, den wir SR erzeugt haben, indem wir hier zu viel durchgehen lassen. [...]

    Profi-SR reden sich raus und behaupten, sie hätten den Ball ohnehin sperren wollen/ bereits gesperrt gehabt. Das führt dann zu so lustigen Kramer-Toren mit anschließenden Diskussionen dann und wann.

    Also Tipp: Ignorieren (mit der Profi-Ausrede wenn nötig) oder sofort VW. Alles andere bringt Schwierigkeiten.

    So ist es.


    Interessant dabei, Spätestens nach der ersten Verwarnung in einem solchen Fall wissen die Spieler nicht was sie tun sollen wenn es Freistoß in Strafraumnähe gibt.

    Die laufen völlig Kopflos durch die Gegend weil keiner mehr sortiert und der Ball völlig frei liegt..

  • Bei bestimmten Mannschaften, in der Kreisliga B, von denen man weiß, dass die Regeln gerne nicht so genau genommen werden, habe ich direkt vorm dem Einlauf gesagt, dass ich solche Situationen mit gelb ahnden werde.


    Ganz klarer Fall, wenn jemand absichtlich hinspringt. Wenn jemand schon da steht, forderte ich ihn auf, Abstand einzunehmen. Tut er das nicht, oder meint eine schnelle Ausführung durch eine aktive Bewegung zu unterbinden, gibt es ebenfalls gelb. Kann der Gegner nicht warten, und schießt ihn absichtlich an, dann ist der Ball im Spiel und es geht weiter, außer er verletzt bei dem Schuß den Abwehrspieler. Dann kann das im worst Case sogar rot für den Schützen geben, gefolgt von einem dF für die gegnerische Mannschaft an der Stelle, wo getroffen wurde.


    So hab ich mir das mal zusammen gereimt, als ich eine ähnliche Situation hatte....

  • udo1982 - In Deutschland gibt es zur Freistoßausführung eigentlich klare Anweisungen, auf welche die Kollegen vor mir auch entsprechend referenziert haben. Ich muss auch sagen, dass in den Ligen, in denen ich beobachte, das Ganze kein Thema ist, da die Kollegen konsequent agieren und die Anweisungen richtig umsetzten.


    Ich würde aber mal vermuten, dass es auch in der Schweiz klare Anweisungen gibt, die ggf. leicht von unseren abweichen. Da solltest Du Dich mal bei Deinen Obleuten / Ansetzern schlau machen ...

  • Rein regeltechnisch ist die Sache klar und wurde ja bereits beschrieben:
    Die Spieler müssen sich aus eigenem Antrieb auf den vorgeschriebenen Abstand zurückziehen. Sicher muss das nicht sofort passieren, aber stehen bleiben oder sogar nähern ist definitiv verboten.


    Gerne kommt dann die Behauptung, dass man doch gar nicht wissen könne, wie weit man weg müsse - so etwas beantworte ich immer mit der Gegenfrage, ob, wenn man selbst den Freistoß hätte, man den Abstand reklamieren würde. Ab etwa 7 Meter räume ich eine glaubhafte Fehleinschätzung ein.


    Grundsätzlich versuche ich durchaus, die Spieler zu verscheuchen, ohne mich im Gegenzug aber angreifbar zu machen, in dem der Eindruck entstehen könnte, dass ich die Mauer stellen würde. Bewährt hat sich dabei eine Ansage nach dem Motto "Ihr könnt schon mal gehen" oder "Ihr werdet hier nicht gebraucht", ggf. auch ein Zuruf aus klarer Entfernung (so, dass jedem klar ist, dass ich nicht dabei bin, die Mauer zu stellen) "Weg vom Ball". Hartnäckige Fälle bekommen, wenn der Spielcharakter dies zulässt, auch eine klare persönliche Ansage, ich werde jedoch nicht abmessen; lässt der Spielcharakter das aber nicht zu oder wird mit der Verhinderung der schnellen Ausführung auch ein aussichtsreicher Angriff verhindert, kommt aber auch sofort der Gelbe Karton zum Einsatz.


    Spätestens wenn ich auf jeder Seite einmal klargestellt habe, dass man beim Freistoß nichts in Ballnähe zu suchen hat, kommt die Pflichtverwarnung aber auch sehr verpflichtend.


    Dass eine solche Praxis üblich ist, kommt in allen Ligen bei manchen Mannschaften vor - und ist sicher nicht gerade selten dem Umstand geschuldet, dass einige Kollegen das in einem zu großen Umfang dulden; ähnlich auch die Unsitte mit der überflüssigen Mauerstellung.

  • Die "Duldung" kommt bei den höherklassigen SR eben daher, dass sie beim Ansprechen/Ermahnen indirekt zugeben, dass die schnelle Spielfortsetzung bereits verhindert wird- ja und dann muss ein BEO entsprechend Abzüge verteilen.

    So hat es sich leider eingebürgert, dass viele Verstöße ungeahndet bleiben und manch ausführende Spieler glauben, nur mit "Anschießen" die Pflichtverwarnung auszulösen. Dann gibt es jedoch wieder die SR-Kollegen, die meinen, mit der Ausführung habe der ausführende Spieler quasi den Abstand selbst für ok gewertet und in dem Fall sei die Verkürzung grundsätzlich nicht zu ahnden...

    Also viel Kraut und Rüben, weshalb ich oben beschriebene Methode wähle (mit den beschriebenen Schwierigkeiten).

    Ich pfeife nach den Regeln, die mir vorliegen. Regeln, die man mir vorenthält, kann ich nicht anwenden.

  • Da haben wir doch ein fast ganz Aktuelles Thema


    Hier beschrieben auf Spiegel Online


    Klasse Kommentar: "Typisch Deutsche Beamtenfreistößse"

    Spiegel Online schrieb:

    "Ich habe den Schiri gefragt, ob er anpfeifen will. Da hat er gesagt: Nö, der Ball ist frei", erzählte Kramer: "Da habe ich zu den Jungs gesagt: Weg, weg, weg." Bei Freistößen, sagte Kramer, herrsche oft "das typisch deutsche Beamtentum: Der Ball steht still, alle orientieren sich erstmal. Dabei kann man doch einfach mal schnell spielen."

    Und Bumms, während der Torwart noch die Mauer stellt schlägt das Leder ein.


    Ich kann mir lebhaft vorstellen, was für ein Gezeter die Wölfe bei Stiehler abgezogen haben. Da ich die "Ball ist Frei Nummer" konsequent durchziehe gabs bei mir diese Saison 2 Tore aus Freistoßsituationen wo alles noch am sortieren war. Mit dem, was mir dann an Regelunwissen entgegenschlägt kann ich ganze Bibliotheken füllen. ABER: Die Mannschaften bei denen ich öfter mal zu Gast bin kennen das Thema schon. Da wird dann einfach mal draufgehauen.


    Spiegel Online schrieb:

    In Absprache mit dem Schiedsrichter kann der Ball blockiert bzw. nicht freigegeben werden, beispielsweise um eine Mauer zu stellen, das passiert aber nicht automatisch. "Da müssen wir in Zukunft schlauer sein und einen vor den Ball stellen, der blockt", sagte Torhüter Koen Casteels.

    Und gleich in die nächste Falle getappt. Wo steht bitte das man (als Abwehr) mit dem Schiri abspricht das man die Mauer stellen will? Und besonders gespannt bin ich auf das Dumme Gesicht wenn sich einer demonstrativ vor den Ball stellt.

  • Wie ist den eigentlich neben gelb und rot die aktuelle Auslegung für die Spielfortsetzung, wenn sich ein Spieler bewusst vor den Ball stellt und dann vom Freistoßschützen bei der schnellen Ausführung absichtlich übermäßig hart abgeschossen wird?

    - Wiederholung, weil das Blockieren das erste Vergehen ist oder

    - direkter Freistoß für den Abwehrspieler, weil beide Vergehen formal gleichzeitig erfolgen und das Abschießen das härte ist?

  • neben gelb und rot die aktuelle Auslegung für die Spielfortsetzung, und dann vom Freistoßschützen bei der schnellen Ausführung absichtlich übermäßig hart abgeschossen wird?

    Wieso Gelb und Rot?


    Wenn der Schütze den Freistoß schnell ausführt ist der Ball im Spiel weil er (Der Ball) mit dem Fuss gespielt wurde und sich bewegt hat. Was passiert, wenn jemand vom Ball bei laufendem Spiel getroffen wird?


    Gibt also nur 2 Lösungen.


    1. Entweder Wiederholung und Gelb gegen den "Zusteller" oder
    2. Weiterspielen weil der Schütze auf den Vorteil des 9,15 Abstandes freiwillig verzichtet hat.

    Je dichter desto Wiederholung mit Gelb.


    Mal nachgefragt: Was ist denn der Sinn und Zweck der Regel und wer begeht das Vergehen. Es kann nicht im Geiste der Regeln sein, das jemand, der seinen Freistoß schnell ausführen will dafür bestraft wird, das er jemand anderen, der sich nicht an die Regeln hält dabei trifft. Schließlich bekommt der Schütze auch kein Rot wenn er die Pille aus 9,15m Entfernung in die Kronjuwelen eines "Maurers" drischt oder im laufendem Spiel dem Schiri die verunglückte Flanke an die Omme haut.


    Wenn ich hier einige Regelauslegungen Zusammenbaue heißt das bei Einigen:

    Ich Zeige nur Gelb wenn der "Zusteller" auch getroffen wird, zeige aber dem Schützen Rot wenn er den "Zusteller" trifft.

  • Rücksichtsloses und übermäßig hartes Abschießen sind nicht erlaubt und der SR darf nicht weiterlaufen lassen

    Zur Kenntniss genommen. Dennoch schreibe ich dem Freistoßschützen nicht vor wie hart er seinen Freistoß auszuführen hat. Aber vielleicht gibts ja ne neue Regel, das es Rücksichtslos ist, den Ball bei einem Freistoß mit Wucht Richtung Tor zu dreschen.

    Wer sich in den Weg stellt muss damit rechnen, das er auch getroffen wird. Sonst könnten wir uns ja auch die Mauer beim Freistoß sparen.


    Wenn jemand sich beschwert bekommt er ne passende Antwort von mir. "Beschwer Dich nicht, Du hast doch erfolgreich verhindert, das der Ball aufs Tor geschossen wird. - Und jetzt gibts Gelb weil Du zu Dichte bei warst"

    Ich frage nochmal. Warum steht der "Zusteller" da? Um zu verhindern, das der Ball auf´s Tor geschossen werden kann. dann muss er auch damit rechnen, das er getroffen wird wenn das jemand trotzdem versucht.


    Mein Ermessen, beweis mir das ich im Einzelfall falsch liege. :evil::saint:


    Rot gibts bei mir für den Schützen nur dann, wenn ICH den Ball blockiert habe und er dann immer noch den Zusteller anschiesst.


    Nachtrag:Spielregeln 29

    Rücksichtsloses und übermäßig hartes Abschießen sind nicht erlaubt und der SR darf nicht weiterlaufen lassen.

    Dies gilt nur in dem Fall, das der Schütze absichtlich auf jemanden schießt um wieder in Ballbesitz zu gelangen. Dabei muss die Absicht erkennbar sein das er seinen Gegenspieler treffen will.


    Spielregeln 2017/18 Seite 75 letzter Absatz schrieb:

    Zielt ein Spieler bei der korrekten Ausführung eines Freistoßes absichtlich auf
    einen Gegner, um erneut in Ballbesitz zu gelangen, und hat er den Ball weder
    unvorsichtig noch rücksichtslos noch übermäßig hart getreten, lässt der
    Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen

  • Einigen wir uns darauf, dass der Freistoßschütze mit Absicht dem Gegner, der offensichtlich nicht weit genug weg steht (z.B. 4m), den Ball rücksichtslos mit Wucht in die Weichteile haut. Dann haben wir doch den gleichen Fall wie beim Einwurf, wenn jemand dem Gegenspieler voller Wucht in kürzester Distanz auf den Kopf schmettert. In beiden Fällen ist der Ball im Spiel gewesen, der SR unterbricht das Spiel, rote Karte für den Schützen ist die logische Konsequenz daraus, und es gibt dF für den Gegner. Bzgl. Einwurf wurde das schon oft durchgekaut. Warum soll das beim Freistoß anders ausgelegt werden, wenn die Aktion klar ist und die Absicht offensichtlich ist?

  • udo1982 - In Deutschland gibt es zur Freistoßausführung eigentlich klare Anweisungen, auf welche die Kollegen vor mir auch entsprechend referenziert haben. Ich muss auch sagen, dass in den Ligen, in denen ich beobachte, das Ganze kein Thema ist, da die Kollegen konsequent agieren und die Anweisungen richtig umsetzten.


    Ich würde aber mal vermuten, dass es auch in der Schweiz klare Anweisungen gibt, die ggf. leicht von unseren abweichen. Da solltest Du Dich mal bei Deinen Obleuten / Ansetzern schlau machen ...

    Ja - bei uns steht eben folgendes:


    Wenn der Freistoss nicht sofort (im Sinne der Vorteilsbestimmung) ausgeführt wird, so hat der Schiedsrichter, auch ohne dass es die zum Freistoss berechtigte Mannschaft verlangt, die Spieler der fehlbaren Mannschaft aufzufordern, sich sofort auf die reglementarische Distanz zurück zu begeben. Kommt ein Spieler dieser Aufforderung nicht unverzüglich nach, so ist er zu verwarnen.

    Der Schiedsrichter signalisiert der ausführenden Mannschaft mittels Zeigen der Pfeife, dass er die Kontrolle übernimmt, die Distanz abmisst und das Spiel mit einem Pfiff freigibt. Spielt ein Spieler den Ball vor dem Pfiff, so ist er zu verwarnen und der Freistoss zu wiederholen.


    Das bedeutet, dass ich den Zusteller zu allererst verbal und persönlich auffordern muss, weg vom Ball zu gehen. Das heisst direkt beim Pfiff "Weg vom Ball" rufen, was ich persönlich doof finde, denn wenn der Schütze direkt ausführt und den Zusteller anschiesst, bevor ich ihn auffordern kann, weg vom Ball zu gehen, darf ich den Zusteller gar nicht verwarnen?!

  • Einigen wir uns darauf, dass der Freistoßschütze mit Absicht dem Gegner, der offensichtlich nicht weit genug weg steht (z.B. 4m), den Ball rücksichtslos mit Wucht in die Weichteile haut

    Dann musst Du auch Rot geben, wenn der Schütze den Ball rücksichtslos und mit Wucht in die Mauer haut - es macht keinen unterschied ob der Gegner 4m oder 9,15m entfernt ist.


    Dann hast Du bei jedem 3. Freistoß einen FaD,


    Absicht ist nur anhand von Indizien zu beweisen. Selbst die BuLi Profis knallen das Leder oft genug in die Mauer.

  • Oh, wir sind wieder einmal beim Thema "Absicht". Ich gehe auch in diesem Fall davon aus, dass die allermeisten von uns erkennen, ob hier ein Schütze mit Absicht trifft oder etwas aus Versehen passiert. Beim Versehen sehe ich die Schuld beim getroffenen Spieler, warum ist der auch noch so nah (--> Optionen weiterspielen, wenn der Spieler schon angemessen auf dem Rückzug war, Wiederholung und Verwarnung, wenn er nicht (ausreichend) auf dem Rückzug war und über allem thront die Vorteilsbestimmung), bei der Absicht gibt es die Kombi aus Rot für den Schützen (zwingend) und Wiederholung plus Verwarnung (Spieler war nicht (ausreichend) auf dem Rückzug) und Freistoß Gegner (Spieler war angemessen auf dem Rückzug).


    Merke: Es handelt sich eben nicht um zeitgleiche Vergehen, denn entweder ist die Abstandsverkürzung das erste Vergehen oder eben die Tätlichkeit (bei ausreichendem Abstand), damit kommt die Variante der Bestrafung des schwereren Vergehens mangels Zeitgleichheit nicht in Betracht.


    Noch mal zur Absicht:
    Will der Spieler erkennbar aufs Tor schießen oder flanken, ist der - auch heftige - Treffer Kollateralschaden, für ein zielgerichtetes Abschießen muss man doch "Maß nehmen".


    Und noch zum heftigen Anschießen der Mauer:
    Auch hier gilt: Habe ich den Eindruck, dass die Mauer zielgerichtet "demoliert" werden soll, handelt es sich um eine Tätlichkeit, mithin Rot und Freistoß Gegner, in allen anderen Fällen ist das ein Fall von "Pech gehabt" und es geht weiter. Die Unfähigkeit des Spielers, einen Torschuss hoch genug anzusetzen, reicht jedenfalls nicht.

  • Dann musst Du auch Rot geben, wenn der Schütze den Ball rücksichtslos und mit Wucht in die Mauer haut - es macht keinen unterschied ob der Gegner 4m oder 9,15m entfernt ist.


    Dann hast Du bei jedem 3. Freistoß einen FaD,


    Absicht ist nur anhand von Indizien zu beweisen. Selbst die BuLi Profis knallen das Leder oft genug in die Mauer.


    Nur um diesen Unsinn nicht unkommentiert stehen zu lassen: Wenn ein Freistoßschütze den Gegenspieler, weil dieser sich zwecks Spielverzögerung vor den Ball stellt, absichtlich und übermäßig hart anschießt, ist das ein klarer FaD ohne Wenn und Aber. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Schütze gar keine andere Möglichkeit hat, also z.B., wenn der Gegenspieler wirklich unmittelbar vor dem Ball steht. Ein rücksichtsloses Anschießen ist dann als Tätlichkeit mit rot zu bestrafen und nichts anderes.


    Mit dem Ball, der versehentlich in den Weichteilen des Gegenspielers landet, hat das absolut überhaupt nichts zu tun.


    Und nein, das passiert nicht bei jedem 3. Freistoß und auch nicht bei jedem 3. Spiel, sondern allenfalls alle Jubeljahre einmal...

  • Das mit der Gleichzeitigkeit sehe ich anders. Unbestritten ist die Unsportlichkeit durch das Verkürzen des Abstandes, wenn die Ausführung des Freistoßes verhindert wird oder der Spieler trotz Aufforderung des SR stehen bleibt. Dann wurde der Freistoß aber nicht ausgeführt und es gibt gelb wegen Spielverzögerung.


    Beim Abschießen wird der Freistoß jedoch zunächst ausgeführt und der Ball ist erst einmal im Spiel "auf Probe", weil es eine Wiederholung nur dann gibt, wenn nicht auf Vorteil entschieden werden kann.


    Damit könnte man allerdings auslegen, dass die Unsportlichkeit frühestens bzw. erst zum Zeitpunkt des Treffens eintritt. Der Zeitpunkt des Treffens ist aber auch der Zeitpunkt der Tätlichkeit.


    Somit hätten wir zwei gleichzeitige Vergehen und rot schlägt gelb.