Der Sonderbericht - Die unbekannte Herausforderung

  • Teil 1 Die Faktensammlung


    Offenbar haben wenige damit Probleme die Regeln auf dem Spielfeld richtig umzusetzen. Wenn es aber darum geht einen Sonderbericht wegen eines Feldverweises zu schreiben stehen viele unserer Kollegen vor unlösbaren Herausforderungen.

    Ich habe mich daher dazu entschlossen mal eine kleine Hilfestellung zur Erstellung von Sonderberichten zu erstellen.


    Teil 1 beschäftigt sich mit der Vorbereitung des Sonderberichts, also der Sammlung und Zusammenfassung der Fakten. Weitere Teile folgen hier sobald ich dafür etwas Zeit habe.


    Teil 1 Die Faktensammlung


    Die Faktensammlung dient dazu, Dir gen gesamten Vorgang nochmal zu vergegenwärtigen. Deshalb ist es wichtig, genau nach meiner Anleitung vorzugehen.

    Nimm Dir ein Blatt Papier und ein Schreibgerät Deiner Wahl (Ja, unbedingt dieses Analoge Format das hat seinen Sinn) und beantworte zunächst einmal folgende Fragen. Beachte bei der Beantwortung der Fragen bitte die jeweiligen Anmerkungen


    1.) Warum hast Du einen FaD erteilt.

    Anmerkungen:

    Beschreibe in einem vollständigen Satz für welchen Regelverstoß es den Roten Karton gegeben hat. Beachte dabei, das dieser Satz keine Wertung enthält. Du darfst hierbei nur einen Satz schreiben! (Glaub mir das geht immer)

    Worte wie bspw. Tätlichkeit, rohes Spiel, Beleidigung, Diskriminierung oder Ähnliches haben in diesem Satz nichts zu suchen - dies sind Deine Wertungen. Der Leser Deines Sonderberichts soll aber anhand Deiner Faktenschilderung genau zu diesem Ergebnis kommen.

    Lass vor allem Emotionen raus - insbesondere, wenn Du selber Betroffener bist.

    Gekürzte Beispiele:

    • Verhinderte durch Handspiel ein Tor
    • traf mit offener Sohle und gestrecktem Bein das Knie
    • Schlug mit der offenen Hand ins Gesicht
    • rief Lautstark [Zitat] ich Fick Deine Mutter[Ziat Ende)


    2. Was war der Auslöser für das unter 1.) beschriebene, Regelwidrige Verhalten.

    Anmerkungen:

    Beschreibe in maximal zwei vollständigen Sätzen was unmittelbar vor dem in 1) beschriebenem Verhalten geführt hat. (Bitte wirklich nur 2 Sätze)

    Auslöser z.B. können sein

    • Eine Spielsituation im Zweikampf um den Ball (2a)
    • Eine Spielsitauation im Kampf um den Raum (ohne Ball) (2b)
    • Eine Schiedsrichterentscheidung (2c)
    • Ein sonstiges Fehlverhalten eines anderen (2d)

    Beschreibe dies so, das offensichtlich ist, ob das Spiel zum Zeitpunkt von 1.) unterbrochen war oder nicht.

    Gekürzte Beispiele.

    Nach einem Zweikampf entscheid ich auf dF für Mannschaft A (2c)

    brachte Spieler A seinen Gegenspieler in einem Zweikampf zu Fall (2a)

    versuchte den Ball bei einem Konter mit einer Grätsche von der Seite zu erreichen

    Entschied ich nach einem Ausball auf Eckstoß/Abstoß/Einwurf

    Hinderte durch .... seinen Gegenspieler daran in den freien Raum zu laufen.


    3. Beschreibe den Vorgang den Du wahrgenommen hast der bei Dir zur Überzeugung geführt hat dem Spieler einen FaD zu erteilen.

    Anmerkungen:

    Beschreibe dies in nur einem einzigem Satz. Nimm keine Wertungen vor.

    Beispiele:

    • Blickte über die rechte Schulter und stieß seinen Ellenbogen in Gesicht des hinter ihm stehenden Gegners
    • Hechtete wie ein Torwart mit ausgestreckter Hand zum Ball und lenkte diesen mit der Hand um den rechten Pfosten.
    • Schubbste seinen Gegenspieler mit beiden geöffneten Händen so gegen die Brust, das dieser rückwärts (auf´s Gesäß fiel)(etwa 3 Svhritte rückwärts taumelte)(unkontrolliert mit dem Rücken voraus auf dem Boden aufschlug)
    • Trat von Hinten (wie?) in die Kniekehle während der Ball etwa 2m vor seinem Gegner rollte.
    • Schrie seinem Gegner (dem SR) aus etwa Entfernung von (Anstand?) lautstark an, dabei fielen die Worte [Zitat].......[Zitat Ende]

    4. Beschreibe den Ort des Geschehens

    Anmerkungen

    Nur einen einziger Satz. Es geht hierbei um den Ort an dem das unter 1.) beschriebene Vergehen erfolgte. Dabei beachte folgende Hilfestellungen für die Ortsangaben:

    • Rechst und Links (bei laufendem Spiel) immer aus Sicht des Angreifers der auf das gegnerische Tor schießt.
    • Rechts und Links (bei ruhendem Spiel) immer aus Sicht des Schiedsrichters mit Blick auf das Tor in dessen Hälfte der Vorgang von 1.) passierte.
    • Benutze bei den Ortsangaben wenn immer möglich die Relation zu den Spielfeldmarkierungen. Eine derartige Ortsangabe ist für den Leser deutlich einfacher nachzuvollziehen.
    • Da Du die Abmessungen der Spielfeldmarkierungen im Kopf hast lassen sich relativ zu diesen auch sehr gut Entfernung angeben.

    Beispiele

    • Halbrechts etwa 2m vor dem Strafraum von Mannschaft
    • unmittelbar links neben dem Strafstoßpunkt von Mannschaft.
    • 2m von der linken Aussenlinie entfernt etwa Mittig in Hälfte von Mannschaft
    • unmittelbar vor dem linken Pfosten von Mannschaft
    • An der Grundlinie mittig zwischen rechter Eckfahne und Strafraum

    5. Beschreibe den Ort an dem Du warst als Du das unter 1.) beschriebene Vergehen wahrgenommen hast.

    Anmerkungen

    Nur ein einziger Satz. Beachte dabei auch die Anmerkungen von 4.) Du darfst Deinen Ort auch gerne relativ zu 4.) beschreiben.

    Beispiele

    • Ich lief im Abstand von etwa 5m hinter den Beiden hinterher
    • Ich befand mich etwa am linken Schnittpunkt des Viertelkreises mit dem Strafraum
    • Ich befand mit am rechten Rand des Anstoßkreises etwa auf der Mittellinie.
    • ich befand mich etwa 10m davon entfernt.
    • Ich befand mich etwa 3m vom rechtem Strafraumeck entfernt.

    6. Beschreibe Deine Entscheidung zu 1.)

    Nur ein Einziger Satz. Hier gibt es wirklich nicht viel zu berichten, denn Deine Entscheidung ergibt sich bereits logisch in der Ableitung der Vorgänge von 1.) bis 5.)

    Beispiele.

    • Ich entschied auf Strafstoß/dF/Einwurf/Eckstoß /(etc) und erteilte #9[Mannschaft] den FaD
    • Ich erteilte #9[Mannschaft] den FaD
    • Ich entschied auf Strafstoß/dF/Einwurf/Eckstoß /(etc) und erteilte #9[Mannschaft] den FaD und #3[Mannschaft] eine Verwarnung.
    • Ich entschied auf Strafstoß/dF/Einwurf/Eckstoß /(etc) und erteilte sowohl #9[Mannschaft] als auch #3[Mannschaft] den FaD.


    7. Beschreibe Das Verhalten des Spielers nach dem FaD

    Hier ist mindestens ein Satz erforderlich. Falls der Spieler dann vollends ausrasten sollte musst Du wohl etwas mehr schreiben.

    Beispiele

    • Der Spieler entschuldigte sich bei [XYZ] und verließ wortlos den Innenraum.
    • Wütend und brüllend musste der Spieler von seinen Mannschaftskameraden aus dem Innenraum entfernt werden. Dabei [Verbale äuserungen] [physische Tätigkeiten gegen Objekte und/oder Personen]
    • Das Eingreifen der Ordner verhinderte das [Beschreibung] der Spieler wurde von den Ordnern aus dem Innenraum entfernt.


    8. Beschreibe die Spielfortsetzung

    Ein Einziger Satz

    Beispiel : Das Spiel wurde mit Strafstoß/dF/Einwurf/Eckstoß /(etc) [Mannschaft] fortgesetzt. Bei Strafstoß auch noch vermerken ob Torerfolg.



    9. Beschreibe mögliche Verletzungen

    Ein Einziger Satz. Achtung Du bist kein Arzt, und selbst wenn Du einer sein solltest bist Du in diesem Moment Schiedsrichter. Vin Dir wird keine Diagnose erwartet sonder nur eine Schilderung des Wahrgenommenen. Das ist Einfcher alös Du denkst:

    Beispiele.

    • Nach einer kurzen Behandlung auf dem Feld konnte [Spieler] das Spiel fortsetzen
    • [Spieler] konnte nach kurzer Behandlung an der Seitenlinie das Spiel fortsetzen.
    • [Spieler] wurde vom Feld geführt und in der nächsten Spielunterbrechung ausgewechselt
    • [Spieler] wurde vom Feld getragen und konnte wegen Ausschöpfung des Wechselkontingents nicht ersetzt werden.
    • [Spieler] wurde mit einer blutende Platzwunde/Nase in der Coachingzone versorgt und konnte .....
    • [Spieler] wurde mit NAW in Kreiskrankenhaus XYZ abtransportiert, der Sanitäter Vorort diagnostizierte einen Unterarmbruch. [wenn Diagnose bekannt den Hinweis darauf wer diese gestellt hat]


    10. Beschreibe weitere Relevante Vorgänge

    Hierfür gibt es jetzt keine Kurzanleitung Hier geht es nur darum weitere Vorgänge zu notieren, die zwischen Punkt 2.) und Punkt 8.) passiert sind und unmittelbar mit dem FaD oder dem Verhalten dieser Person zusammenhängen.

    Sollte hierbei ein weiterer Vorgang zu einem FaD führen, ist dieser als gesonderter Vorgang abzuarbeiten.

    Bewerte für Dich selbst diese Vorgänge. Mach es Dir nicht unnötig schwer indem Du Vorgänge versuchst zu beschreiben, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem FaD stehen.


    Zusammenfassung Teil 1 Die Faktensammlung

    Das ist jetzt natürlich noch kein Sonderbericht. Bis hierhin haben wir nur Fakten aufgezählt. Darüber hinaus wirst Du festgestellt haben, das einige Beschreibungen zu den Punkten ähnlich sind und sich zum Teil wiederholen.


    Im Teil 2 werden wir aus der Faktensammlung einen Sonderbericht erstellen



  • Teil 2 Der Baukasten


    Wenn Du im Teil 1 die Sätze so formuliert hast wir vorgegeben, hast Du schon fast einen Sonderbericht. Leider sieht das noch etwas krumpelig aus und liest sich schlecht

    Im Teil 2 werden wir jetzt die Sätze vernünftig zusammenbauen.


    Aufgabe 1

    Schreibe die Sätze die Du im Teil 1 Aufgeschrieben hast direkt hinter(unter)einander.

    Achtung: Benutze dabei nur die Sätze von 2. - 3. - 5. - 7. und 8.


    Aufgabe 2

    Füge den Inhalt von Satz 4 entweder in Satz 2 oder in Satz 3 so ein das daraus eine sinnvolle Information wird. (Manchmal wird es dann auch ein Satz mehr, aber das ist nicht so schlimm)


    Aufgabe 3

    Überprüfe Deine Angaben in 10. ob diese das bisher geschriebene sinnvoll ergänzen und füge es ggf. an den passenden Stellen ein. Bedenke dabei: "Weniger ist Mehr"


    Aufgabe 4

    Mach es Dir Einfach. Alle Dinge, die nicht direkt der Beschreibung von 1. dienen kannst Du als Tatsachenfeststellung beschreiben. Beispiel: Wenn Du auf Handspiel entschieden hast, das Handspiel aber nichts mit dem Vergehen des Spielers das zum FaD führt zu tun hat, brauchst Du den Vorgang des Handspiel nicht besonders zu beschreiben es genügt wenn Du erwähnst das Du wegen Handspiels eine dF gegeben hast.


    Weglassen ist eine Kunst. Alle Dinge die nicht Ursächlich oder unmittelbar mit der Beschreibung von 1. zu tun haben lässt Du weg. Sie verwirren nur den Leser.

    Du bist kein Richter! Wenn der Bestrafte bei einer Verhandlung "mildernde Umstände" anführen will soll er sie selber vorbringen. In den Sonderbericht gehören diese nur, wenn sie nicht durch eine Tatsachenfeststellung bereits abgedeckt sind.

    Beispiel: Es ist für den FaD völlig unerheblich ob der Spieler vorher provoziert wurde. Wenn das irgendwelche Schweinereien mit dessen Mutter gewesen sind und Du es wahrgenommen hast gibt es schliesslich noch einen zweiten Sonderbericht. Wenn Du das NUR mit Gelb bestrafst schreibst Du das der Gegenspieler wegen Provokation verwarnt wurde. Was Du nicht wahrgenommen hast ist nicht passiert. (Zumindest nicht für den Inhalt Deines Sonderberichts)


    Aufgabe 5.

    Falls notwendig füge am Ende des Sonderberichts noch als Ergänzung den Satz 9. hinzu.



    Nun hast Du bereits einen fast fertigen Sonderbericht, der sich aber noch nicht "ganz rund" liest. An dieser Stelle legst Du den SB erst einmal beiseite und machst etwas völlig anderes.

    Wenn Vordrucke vom Verband benutzt werden kannst ja schonmal die "Kopfinformationen" ausfüllen und diese Vorlage abspeichern.

    Das in einen Sonderbericht natürlich auch Informationen wie

    Spielnummer

    Mannschaften

    Spielstand zum Zeitpunkt des FaD

    Spielminute

    und weitere Angaben gehören lasse ich hier mal weg. Die meisten Probleme entstehen nämlich nicht dabei, sondern bei der Prosa.


    Achja: Weglegen hab ich gesagt und auch genau so gemeint. Mach was völlig anderes. Schau Dir die Sky Aufzeuichnungen an, geh Duschen, setz Dich auf die Terrasse und trink ein Bier, geht mit dem Hund raus und vor allem: Denk nicht an den Spielbericht.


    Was Du nach dieser "schöpferischen Pause" machst erkläre ich im Teil 3

  • Teil 3 Die Finale Bearbeitung


    Genau wie ich mir etwas Zeit für den Teil 3 gelassen habe hast Du jetzt etwas Abstand zu dem Sonderbericht gewonnen, indem Du -wie ich es Dir empfohlen habe - einfach mal etwas ganz anderes gemacht hast.

    Kommen wir nun dazu den Sonderbericht in eine "vorläufige Finale" Version zu bringen.


    Aufgabe 1

    Lies Dir einmal das Ergebnis des Teil 2 Meiner Anleitung komplett durch. Ja, Du hast Recht, liest sich noch etwas holperig, das Ganze ist noch verkrumpelt. Wenn Du genau das feststellst bist Du auf dem richtigem Weg, denn Du hast die wesentlichen Fehler des Sonderberichts entdeckt, die wir jetzt ausmerzen wollen.


    Aufgabe 2

    Verändere die Sätze so, das der Sonderbericht sich flüssig liest. Achte auf Grammatik und Rechtschreibung. Füge Absätze und Formatierungen so ein, das die Informationen für den Leser sinnvoll zu erfassen sind.


    Aufgabe 3

    Lies Dir den Text Deines Sonderberichts einmal selber LAUT vor. Wichtig ist hierbei das laute Lesen! Damit zwingst Du Deine Hirn dazu, das was Du geschrieben hast nicht einfach sinngemäß zu ergänzen, sondern zusätzlich in Töne und Laute umzuwandeln.

    Lese dabei Satz für Satz laut und langsam. sobald Du dabei "stolperst" stimmt irgendetwas mit dem Text nicht und Du musst eine Veränderung vornehmen.

    Wiederhole Aufgabe 3 so oft, bis Du den gesamten Text einmal ohne zu "stolpern" flüssig vorlesen kannst.


    Aufgabe 4

    Rechtschreibung und Tippfehler: Da liest man sich einen Text gefühlte hundert Male durch und sieht nicht, das bereits in der Überschrift im ersten Wort ein Tippfehler ist. Das liegt nicht daran, das Du zu dusselig bist, sondern an einer Funktion Deines Hirns welches unvollständige oder ungenaue Informationen zu etwas für Dich verständlichem ergänzt. Eine Hirn-Funktion, die Dir das Alltagsleben wesentlich vereinfacht, jedoch dazu führt, das z.B. Rechtschreib- und Tippfehler eigener Texte nur schwer erkennbar sind. Tricksen wir also mal Dein Hirn aus.

    Lies Deinen Sonderbericht einmal Wort für Wort von hinten nach vorne. Da Dein Hirn jetzt nicht mehr den Sinn eines ganzen Satzes erfassen kann konzentriert es sich automatisch auf die Information des einzelnen Wortes. Rechtschreib- und Tippfehler werden offensichtlicher.


    Ja, man kann auch die Rechtschreibfunktionen des Textverarbeitungsprogramms nutzen - das solltest Du auch tun. Aber dieses Programm erkennt halt nicht alle Fehler.



    Die Finale Herausforderung


    Prima, Dein Sonderbericht ist nun FAST fertig. Nun kommen wir zur Finalen Herausforderung. Dem Cross-Check


    Du hast die Situation, die zu Deinem Sonderbericht führte als Kopfkino präsent. Während Du den Sonderbericht liest, läuft Dein Kopfkino mit und für Dich ist mit jedem Satz sofort klar wie sich die Situation darstellt. Ein guter Sonderbericht ist es aber nur, wenn dieser Sonderbericht bei dem, der ihn Bearbeiten muss genau das gleiche Kopfkino wie bei Dir erzeugt.


    Gebe Deinen Sonderbericht jemanden zum Gegenlesen. Natürlich soll der auch auf die von Dir noch nicht gefundenen Rechtschreib- Tipp-, und Grammatikfehler achten. Aber derjenige hat noch eine viel wichtigere Aufgabe.

    Am besten gibst Du den Sonderbericht jemanden, der sich mit der Schiedsrichterei auskennt.


    Die Aufgabe des Lektors

    Ja, ich nenne den mal Lektor. Der soll sich jetzt den Sonderbericht durchlesen und Dir anschließend mit eigenen Worten erklären was vorgefallen ist. Am besten macht man das natürlich in einem persönlichem Gespräch.


    Wir müssen uns jetzt das Kopfkino von dem Vorführen lassen, der nicht dabei war und nur den Sonderbericht liest.

    • Lass Dir von ihm aufzeichnen wo das passiert ist und wo Du gewesen bist.
    • Lass Dir von ihm beschreiben, wer was gemacht hat. Lass Dir dabei ggf auch Bewegungen vorführen.
    • Lass Dir von ihm den zeitlichen Ablauf beschreiben (wer hat wann was gemacht und wie handelte wann genau der Schiri)

    Wenn dieser Lektor die Situation genau so beschreibt und nachmacht, wie Du sie in Deinem Kopfkino präsent hast ist Dein Sonderbericht perfekt. Wenn nicht, weist Du an welchen Stellen Du noch nacharbeiten musst.


    Wenn der Lektor Dir mit seiner Situationsdarstellung genau Dein Kopfkino wiederholt, kannst Du den Sonderbericht an den Fussball Verband schicken (Oder wer auch immer die Sonderberichte bei Dir zu bekommen hat).



    Schlussbemerkung


    Das sieht nach viel zu umfangreich und nach viel zu viel Arbeit aus. Ist es aber nicht. Ich habe mit den Schiries meines Vereins inzwischen einige Hundert Sonderberichte erstellt. Die meisten sind inzwischen nahezu so "Standard" das man nur noch Namen, Spielnummern und Spielminute austauschen muss. In weniger als 10 Minuten sind diese Standardberichte dann abgeschlossen.


    Dennoch solltest Du folgendes immer im Hinterkopf haben.


    Wenn Du willst, das ein Spieler wegen seines Verhaltens auch vom Sportgericht entsprechend bestraft wird, muss Dein Bericht auch so verfasst sein, das jeder am Mittwoch Abend sofort begreift was bei Dir am Sonntag Vormittag auf dem Grantplatz passiert ist.

  • Kann als Staffelleiter ein Lied davon singen....

    Manche Sonderberichte sind "traumhaft" und bezüglich Rechtschreibung und/oder Schriftbild....."Mantel des Schweigens".

    Die Vordrucke entsprechen dann der "gefühlten" 102. Kopiervorlage und im Kopfbogen sind Verbandsbezeichnungen zu lesen, die schon vor 5 Jahren einer Strukturreform zum Opfer gefallen sind...

    Dateien

    Spielleiter der A-Junioren-Erzgebirgsliga - 2006 bis 2010 auch Spielleiter beim Bezirksverband Chemnitz (leider aufgelöst) :'(
    Ich fordere ein Trainerdenkmal für Hannes Drews, Domenico Tedesco und Gerd Schädlich auf dem Marktplatz in Aue!!! :top:

  • :top: für diese Hilfestellung, denke gerade für Neulinge ist das mit den Sonderberichten nicht immer so einfach.

    Mit ein wenig Erfahrung gehen gerade die 08/15-Sonderberichte leicht von der Hand, also Verhinderung einer klaren Torchance oder Tätlichkeiten, die nicht im 20 Mann-Rudel ausarten. Bei gravierenden Dingen hol ich mir auch die Hilfe unseres KSO oder des KLW, sicher ist sicher.

    Was die sprachliche Stimmigkeit betrifft, hier muss man einfach sagen, manche Kollegen fällt es einfach schwer, das kann auch verschiedene Gründe haben. Auch hier gilt, einfach von einem Kollegen gegenlesen lassen, so wie Du es auch treffend beschrieben hast.

    Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen.
    (Andreas Brehme)

  • Heute hat man ja die Vordrucke, wo man Punkt für Punkt praktisch geführt wird. Früher musste man das alles selbst zu Papier bringen, Kopie an den (die) betroffene(n) Verein(e). Bei schwerwiegenden Vergehen habe ich den Bericht immer Gegenlesen lassen, vom Obmann oder Lehrwart. Bei solchen Berichten habe ich auch immer erstmal eine Nacht darüber geschlafen.