Spieler schlägt eigenen Auswechselspieler

  • Ein Spieler, der im eigenen Strafraum steht, schlägt einen eigenen Auswechselspieler, der sich gerade außerhalb des Platzes neben dem Tor warm macht.

    Armreichweite für einen Schlag mit Wirkung etwa 50cm. Da kann ich mich schonmal mit der Linie dazwischen verschätzt haben (ging ja auch so schnell und war aus dem Augenwinkel zumal der Ball an Mittellinie gespielt wurde und ich demuzufolge auch etwas weiter weg bin)


    Pragmatische Entscheidung Höchststrafe auch wenn der Regeltest ne andere Antwort haben will.

  • Oben Manfreds Regeltext (ein wenig eingekürzt), die interessanten Formulierungen unterstrichen.


    Hier steht beim "Vergehen" zunächst nur Freistoß (ohne die Wörtchen direkt oder indirekt) mit dem Hinweis, dass es bei einem "direkten Freistoß im Strafraum des Täters" den Strafstoß gibt (logisch). Hier muss es also noch eine Unterscheidung geben, wann direkter Freistoß (bzw. Strafstoß) und wann indirekter Freistoß. Das hat dann Pfeifekopp mit der geposteten Regelanpassung klargestellt.


    Bei Wurfvergehen wird dagegen klargestellt, dass es einen direkten Freistoß gibt.


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    "Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!"
    (Gerd Rubenbauer, als der FIFA-Beauftragte am Spielfeldrand eine Minute Nachspielzeit anzeigte)

  • Nein, fällt er nicht.

    IFAB Laws of the Game 2017/18

    • If, when the ball is in play:

    •• a player commits an offence against a match official or an opposing player, substitute, substituted or sent off player, or team official outside the field of play or

    •• a substitute, substituted or sent off player, or team official commits an offence against, or interferes with, an opposing player or match official outside the field of play, play is restarted with a free kick on the boundary line nearest to where the offence/interference occurred; a penalty kick is awarded if this is a direct free kick offence within the offender’s penalty area.


    Im 2016/17 Regelbuch wurde noch der Unterschied zwischen Mitspieler (team-mate) und Gegenspieler gemacht. Das Regelbuch 2017/18 macht keinen Unterschied.

    Es geht mit direkten Freistoss oder Elfmeter weiter.

  • Seh ich auch so.
    Geht nur gegen gegnerische Spieler/Teamoffizielle.


    ein Spieler ein Vergehen gegen einen Spieloffiziellen oder einen

    gegnerischen (Spieler, Auswechselspieler, ausgewechselten oder des Feldes

    verwiesenen Spieler, oder einen Teamoffiziellen) außerhalb des Spielfelds

    begeht, oder

    Die klammern hab ich mal gesetzt wie ich glaube sie sein sollten.
    Alle in der Klammer genannten müssen gegnerisch sein.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Ich denke, die Sache sollte doch mittlerweile geklärt sein:


    Im beschriebenen Fall gibt es indirekten Freistoß - auf für meine Begriffe bedingt geeignetem Weg über eine Regelfrage in der SR-Zeitung beschrieben, im nächsten Regelheft wird es dann explizit klargestellt sein.


    Eigentlich schade, denn für die praktische Anwendung wäre eine Formel "Nur Worte = idF, auch Taten = dF/Strafstoß" wesentlich leichter merkbar, ohne dass man hier wieder eine Ausnahme hat.

  • Ich denke, die Ratio dahinter ist, dass es immer dF gibt, wenn das Vergehen sich gegen das Spiel richtet. Das schließt Vergehen gegen den Gegner mit ein, aber eben auch den Eingriff ins Spiel als AWS (und erst dann gibt es ja auch den dF). Vergehen gegen das eigene Team hingegen richten sich nicht gegen das Spiel, sondern sind "lediglich" Unsportlichkeiten.