Spieler sieht Verwarnung nicht -Petersen-Urteil

  • Gestern in der Sportschau wurde berichtet, dass die Gelbrotsperre gegen Nils Petersen aufgehoben wurde, weil P. die erste Gelbe nicht wahrgenommen hatte, da Schirie Stieler diese hinter Ps. Rücken gezeigt hatte.

    Damit sei diese erste Verwarnung nicht regelgerecht zugestellt gewesen.....


    Als ich das gehörte gab es direkt die erste Facepalm. In einem weiteren Sportschaubericht sah man dann, wie ein Spieler absichtlich den verwarnenden Schiri ignorierte. Er drehte sich dabei so, dass er dem Schiri immer den Rücken zuwandte.


    Und auch ich habe das schon auf dem Platz erlebt, dass der verwarnte Spieler sich "beleidigt" abwendet, und von dannen zieht. Bis jetzt habe ich solchen Spielern die Verwarnung einfach hinterhergerufen.


    Wie werdet ihr damit umgehen, wenn zukünftig ein Spieler versucht, die Verwarnung zu ignorieren?

  • Ich würde den Mannschaftsführer informieren, dass der Spieler jetzt noch maximal 10 Sekunden hat, sich seine Verwarnung ordnungsgemäß abzuholen, und ich den Herrn andernfalls wegen grober Unsportlichkeit mit glatt Rot vom Platz entferne und das Spiel erst weitergeht, wenn er den Innenraum verlassen hat.

  • Hinterherpfeifen, bis er zurückkommt. Wenn das schnell genug geht, bleibt es bei der Verwarnung. Wenn es zu lange dauert oder sonstwie noch Theater gibt, Gelb direkt gefolgt von Gelb-Rot wegen unsportlichem Betragen. Und wenn er sich auch nach Hinweis an den Kapitän weiter weigert, glatt Rot analog Ente.

  • Ich hatte dies an dieser Stelle schon einmal ausführlich kommentiert

    Vielleicht führt dieses Urteil mal dazu nachzudenken, auch unseren BuLi SR mal zu erklären, das Ihre "Ermessensentscheidungen" und "Sondergurken" eine besondere Aussenwirkung haben und leider auch Signale in den Amateurligen setzen, die die Kollegen leiten, die nach dem Spiel ihre 20 Euronen bekommen und um eine Flasche Wasser und eine SR-Kabine mit fliessend Wasser jedes Wochenende betteln müssen.

    Ich bin fest davon Überzeugt das der SR hier Bockmist gebaut hat.


    In jeder Lehrveranstaltung bei der ich bisher war wird mir eingetrichtert, das die "Karte" nur ein Signal ist.

    Die eigentliche Disziplinarstrafe hat als persönliche Ansprache zu erfolgen.


    Wie in vielen Dingen gehen unsere "Schwarzen-Vorbilder der Buli" mit dem Regelwerk viel zu lässig um. - Denkt nur mal daran wo Herr Ribery überall seine Hände ungestraft hinpacken darf.

    Schaut euch mal an wie auf interantionaler Ebene Disziplinatrstrafen erteilt werden:


    Mit Pfeiffe im Mund geht ja wohl gar nicht! Gibt bei uns in der Beobachtung generell Abzug.


    Ja, Das Urteil hat definitiv Signalwirkung.


    Das ist ne Klare Gelbe an den SR Lehrwart der BuLi SR (Wie auch immer der heist): "Achte mal darauf das auch die BuLi SR wieder die Regeln auch so anwenden wie sie im Regelwerk auch überall angewendet werden sollen"

    Vielleicht wird es kurzfristig auch in der Betonliga den ein oder anderen geben, der "Den Petersen" macht" ('#denpetersenmachen)


    Kollegen, da stehen wir doch drüber Wer den Petersen macht wird gekreuzigt und läuft übers halbe Feld um sich die Gelbe abzuholen. So lange geht das Spiel nicht weiter. Zumal während dieser Zeit bestimmt so viel passiert, das die arme Gelbe Karte durch die viele UV-Strahlung ausserhalb meiner Brusttasche einen Sonnenbrand bekommt.


    Ich habe die Hoffnung das der Oberste-DFB-SR-Lehrer ein einsehen hat und unsere BuLi Kollegen mal in konsequenter Regelauslegung schult.

  • Ich bin eigentlich der Meinung gewesen, dass es nicht der Spieler ist, der über die Verwarnung bescheidwissen muss sondern lediglich der Spielführer als unser Ansprechpartner. Im Regelwerk habe ich auf die Schnelle auch nirgendwo gefunden, dass die gelbe Karte konkret dem betroffenen Spieler gezeigt werden muss, geschweige denn, dass dieser sie die gegen ihn (wie auch immer) ausgesprochene Verwarnung auch wahrnehmen muss. Von daher halte ich die Feststellung "Spieler XY ist bereits verwarnt" für eine Tatsachenentscheidung.


    Nun zum Urteil zurück:

    Es wird lediglich über die Auswirkung der Ampelkarte im Turnierverlauf geurteilt. Nicht über die gelbe Karte im Spiel selbst. Das Spiel wird nicht neu angesetzt. Das bedeutet aber auch, dass das Sportgericht dort wohl keinen (zumindest keinen gravierenden) Regelverstoß des SR sieht.

  • Nö...laut Regelwerk zeigt der SR mit der gelben Karte nur AN, dass verwarnt wurde. Nach extrem wortgenauer Auslegung muss er die Karte noch nichtmal jemandem bestimmten zeigen. Aber wie gesagt...die Tatsachenentscheidung des SR ist ja auch nicht vom Urteil revidiert worden. Lediglich die Folgestrafe aus den Turnier-Regeln wurde aufgehoben und das sollte aus Sicht des einzelnen Spiels ja egal sein.

  • Hatte Petersen nicht die zweite Verwarnung (also gelb-rot) zu einem Zeitpunkt bekommen, zu dem Stieler auch das erste Vergehen noch ahnden konnte, weil das Spiel noch gar nicht fortgesetzt war? Dann wäre die Entscheidung für mich völlig unverständlich, denn dann reichte es ja, wenn Petersen durch gelb-rot (implizit) von seiner ersten Verwarnung erfahren hätte.

  • Ich habe die Hoffnung das der Oberste-DFB-SR-Lehrer ein einsehen hat und unsere BuLi Kollegen mal in konsequenter Regelauslegung schult.

    Welche Regel meinst Du?

    Ich sehe das nämlich genauso wie KozKalanndok. Ich halte das Urteil für absolut falsch und ohne Grundlage für die Regeln.

  • Zettelbox: Dann verstehst Du da was falsch.


    Das Urteil an sich halte ich für durchaus vertretbar im Sinne der Fußballregeln, da diese überhaupt nicht betroffen sind (wäre das so, müsste das Spiel als ganzes neu angesetzt werden).


    Im Sinne der Turnierregeln hat man damit aber das Fass aufgemacht, dass Einsprüche gegen die "Standardsperre" nach Gelb-Rot zulässig sind. Ich kenne leider die konkreten anzuwendenden Turnierregeln leider nicht gut genug um das wirklich bewerten zu können, aber bei anderen Sportveranstaltungen ist es üblich, dass diese gegen eine solche Standard-Sanktion überhaupt keine Rechtsmittel zulassen.

  • Also ich habe mittlerweile so ein wenig den Überblick verloren, wie das Urteil zu deuten ist. Mein Stand ist folgender:

    • Der SR hat die gelbe Karte nicht von Angesicht zu Angesicht gezeigt, jedoch dem Spieler klar kommuniziert.
    • Regeltechnisch ist alles sauber gelaufen.
    • SR-taktisch ist das Zeigen der gelben Karte in den Rücken nicht grundsätzlich unangebracht.
    • Das Gericht hat die Sperre aufgehoben, da die Karte nicht ordnungsgemäß erteilt worden sei.
    • Das Gericht hat jedoch weder das Spiel neu angesetzt, noch klar einen Regelverstoß erkannt.


    SixthSCTF Wieso bist Du der Meinung, dass die SR-Seite einen Fehler begangen hat? Ich kann kein konkretes Argument deinerseits finden.
    Unklar ist für mich, wieso das Gericht der Aussage des Spielers folgt, entgegen der Aussage des SR, die sogar von Bildmaterial gestützt wird.

    Und des weiteren wie eine gelbe Karte falsch erteilt worden sein kann ohne Regelverstoß.

  • SixthSCTF Wieso bist Du der Meinung, dass die SR-Seite einen Fehler begangen hat?

    Du beantwortest Dir die Frage doch schon fast selbst:


    • Nahezu überall wird gelehrt das die Verwarnung als grundsätzlich als pers. Ansprache zu erfolgen ist.
    • Die Karte als solches ist darüber hinaus nicht die Verwarnung, sonder nur das Signal dafür das eine Verwarnung erteilt wurde.
    • Eine Verwarnung ist eine Aufforderung zu einer Verhaltensänderung und damit ist für eine Verwarnung schon deutlich mehr erforderlich als ein Stück gelber Karton im Rücken.


    Von daher kann man vielleicht noch über einen "Fehler nach Regelwerk" diskutieren nicht aber mehr über die Wirksamkeit der Aufforderung zur Verhaltensänderung wenn die "Ansprache "nicht erfolgte.


    Schiedsrichter sein ist nicht nur einfach stumpfes Abarbeiten von Regeln. Ein Schiedsrichter wird nicht umsonst auch als Spielleiter bezeichnet. Leider werden viele Kollegen dieser Aufgabe überhaupt nicht gerecht.

  • Aber der Schiedsrichter spricht doch mit dem Spieler und teilt ihm die Verwarnung mündlich mit. Das ist doch über die Fernsehbilder klar erkennbar. Lediglich den gelben Karton sieht er nicht. Insofern sind Deine Ausführungen, denen ich zustimme, nicht wirklich mit dem Urteil zu vereinbaren.

  • Ich bleibe dabei. Petersen hat alle verarscht. Der wusste genau, dass er schon Gelb hatte.

    Und Stieler hat regeltechnisch nichts falsch gemacht. Bestenfalls hat er gegen Anweisungen des DFB verstoßen, die ja bekanntlich schon Ewigkeiten lehren, dass man dem Spieler die Karte nie in den Rücken zeigt. Das rechtfertigt aber nicht die Entscheidung vom Sportgericht. Die war falsch. Petersen hätte im nächsten Spiel nicht spielen dürfen.

  • 1. Wir wissen alle nicht, was auf dem Feld wirklich geschehen ist und was gesagt wurde.
    2. Wir wissen ebenso alle nicht, was im Spielbericht stand.

    3. Wir wissen noch einmal alle nicht, ob Stieler eine Aussage machen musste und was er gesagt hat.


    Von daher:
    Mir ist das zu viel Spekulatius. Es kann sein, dass die Ampelkarte zu recht annulliert wurde, es kann sich aber auch um ein deutliches Fehlurteil handeln. Nur: Beurteilen können wir das nicht, weil uns entscheidende Details fehlen.


    Viel wichtiger:
    Passen wir auf, dass uns so etwas nicht passiert - wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass das einem Betonliga-SR auch nicht passiert wäre.

  • Offenbar hat das Ganze nun noch ein Nachpiel für Tobias Stiehler....


    Verschiedenen Medienberichten zu folge (unter anderem hier und auf Bild.de) soll Stiehler wohl zum Vorgang teilweise die Aussage in der Verhandlung verweigert haben.


    Auch n-tv scheibt heute im Newsticker:

    [Zitat] Petersen soll Stieler beleidigt haben ("Du Pisser"), was eine Rote Karte bedeutet hätte. Stieler aber zeigte "nur" eine zweite Gelbe.[Zitat Ende]


    Mal laut gedacht:

    Entweder lies Stiehler hier aus falsch verstandener Freundschaft etwas durchgehen, oder er wird jetzt zum Bauernopfer einer Handlungsanweisung die wir bereits längst vermuten.


    Wie gesagt..... nur mal so laut vor mich hin gedacht.