Uli Hoeneß gegen Playoffs

  • Der Bayern Uli hat sich in einem ntv-Interviewzur Diskussion um die Playoff-Runden-Pläne für die Deutschen Meisterschaft geäussert.


    Naja, persönlich mag ich den Bayern-Uli ja nicht, bin auch mit Sicherheit kein Bayern Fan.


    Aber: Das was er sagt hat irgendwie Hand und Fuß


    Die Erfolgsgeschichte des FC Bayern ist das Ergebniss einer 40 jährigen harten Arbeit.

    Klar sehen dies die Schwarzgelben oder die Königsblauen aus dem Westen Deutschlands sowie viele andere Vereine etwas anders. Aber - und das muss ich auch als bekennender Bayern Anti-Fan - neidlos anerkennen:


    Die machen über Jahrzehnte eine verdammt gute Arbeit und stehen dabei sogar wirtschaftlich auf gesunden Füssen - Im Gegensatz zu anderen Vereinen aus Europa. Den Seitenhieb auf den HSV (Kühne) kann ich dabei Verkraften, den auch da hat der Uli recht.


    Wer die (Wirtschaftlichen) Bilanzen vergleicht (und vor allem lesen kann) wird sehr schnell feststellen das viele etablierte Mittelständische Unternehmen Deutschland im Vergleich zum FC-Bayern eher eine Pommesbude sind.

    Das der witschaftlich und auch der sportliche Erfolg eng miteinander Verknüpft sind ist natürlich unbestritten, wobei Geld nicht unbedingt auch immer Tore schießt (Siehe HSV).


    Der Fussball Profi Sport hat seit langem schon nichts mehr mit dem romantischem Gekicke der 50er und 60er Jahre zu tun. Es ist ein knallharter Verdrängungswettbewerb, in dem nur derjenige Überlebt der mehr richtige Entscheidungen trifft als die Wettbewerber.

    Natürlich mögen die Schwarz-Gelben nicht wenn der Robert zu den Bayern geht. Die Königsblauen und die Rothosen ebensowenig - wobei letztere ja auch nix haben was man noch zu Geld machen kann.


    Nur eines muss man den Barzies lassen. Sie haben sich den Erfolg bestimmt auch gekauft. Aber immer von Hart verdientem eigenem Geld. Da hat kein Scheich oder Ölmillardär nachgeholfen.


    Das der Uli Stinkig ist, das man ihm den Hart erarbeiteten Erfolg durch Playoffs wegnimmt, kann ich durchaus verstehen. Soeben sehe ich das der FC Bayern wieder einmal Deutscher Meister ist - und das 5 Spieltage vor Saisonende.

    Es kommt doch nicht von ungefähr das bereits heute zwischen dem 1. und dem 6.Tabellenplatz bereits fast 30 Punkte und zwischen dem 1. und 2. über 40 Tore in der Differenz liegen?


    Eine Meisterschaft im Punktspielbetrieb bedeutet die gesamte Saison über harte Arbeit. Diese Arbeit kann in einer PlayOff Runde durch ein einziges vergeigtes Spiel zu nichte gemacht werden.


    Ich mag den Bayern Uli zwar nicht - aber wo er Recht hat hat er (auch dieses mal wieder) Recht.

  • Na ja, die Wahrheit liegt doch wohl eher in der Mitte.


    Blicken wir doch einmal über den Tellerrand und siehe da, es gibt eine ganze Reihe Sportarten, bei denen die Meisterschaft am Ende in Playoffs entschieden werden - offenkundig ist das also kein Ding der Unmöglichkeit und mir wäre auch noch kein Protest seitens der betroffenen Vereine zu Ohren gekommen. Nebenbei muss man auch die Gegenseite betrachten: Das brächte dem Fußball mehr Geld ein (Übertragungsrechte und Co.), weil es eben mehr Spiele gäbe und das Saisonende - interessanterweise ist das in der 2. Bundesliga ja ähnlich - nicht vor allem wegen des Kampfes gegen den Abstieg interessant wäre; besser als Montagsspiele wäre das allemal. Vielleicht hat Herr Hoeneß darüber einfach nur noch nicht nachgedacht ...


    Im Gegenzug würde mehr Geld aber ausgerechnet die ohnehin schon (finanz)stärkeren Vereine noch mehr stärken und Ungleichgewichte eher zementieren, was am Ende gegen Playoffs sprechen würde.


    Unabhängig davon halte ich die Bayern für nicht so gut, wie die Erfolge der letzten Zeit das glauben machen. Wie weit ist man - von der laufenden Saison abgesehen - im internationalen Bereich in den letzten Jahren gekommen? Muss man - bei aller aktuell noch bestehenden Stärke - nicht auch berücksichtigen, dass mit Ribery und Robben zwei Leistungsträger schlicht in die Jahre gekommen sind, Lewandowski vielleicht doch einmal abspringen kann und außer Wagner kein wirklich auffälliger Neuzugang zu verzeichnen ist? Die Jugendarbeit der Bayern ist zweifelsfrei nicht zu verachten und für meine Begriffe werden heute des Öfteren deutlich übertriebene Gehälter und Ablösen bezahlt, aber ich möchte nicht ausschließen, dass auch die Bayern von Playoffs noch profitieren könnten - ob man ohne die Reaktivierung von Heynckes heute da wäre, wo man ist, darf zumindest angezweifelt werden ...

  • Wenn es jetzt Playoffs geben würde, schimpfen die Vereine noch mehr, über die vielen Spiele. Wenn mal 2 "Englische Wochen" hintereinander stattfinden, ist das gejammer doch groß. Klar, durch mehr Spiele wird mehr Geld in die Kassen gespült, aber halt nur bei denen, wo das Geld eh keine Rolle spielt.

    Was Manfred anspricht, von den deutlich übertriebene Gehälter und Ablösen, kann ich ihm nur zustimmen. Ich halte das in der Zeit von Kinder- und Altersarmut höchst unseriös! Mancher Profi würde, wenn er nicht Profi wäre, beim Schachtelwirt Hamburger braten!

  • Ich halte auch nichts von Play Offs, zumal es ja mindestens 2 Siege (also 2-3 Spiele) pro Runde braucht. Aber der Präsident des Vereins, der mit weitem Abstand bei Finanzen und Kaderstärke vorne liegt, ist gegen Play Offs?

    :clown:


    Allgemein denke ich, dass die Bayern eindrucksvolle Arbeit leisten, aber auch das nötige Glück hatten, dass sie gerade ganz oben waren, als die Geldmaschine Champions League erfunden wurde, die die Verhältnisse zementiert. Aber ich denke auch, dass sie aktuell den Bogen überspannt haben, und selbst schuld sind, dass die Liga kaputt ist. Der Name, der dafür steht, ist Mats Hummels.


    Der Klopp-BVB war der seriöse Konkurrent, nicht auf Augenhöhe, aber nah genug dran, um die Bayern zu fordern. Und anstatt die Herausforderung anzunehmen, haben die Bayern sich für das Signal entschieden "Jeder, der auch nur in Sichtweite kommt, den machen wir systematisch kaputt!" Als erstes kam der Götze-Transfer, den man noch unter normales Geschäftsgebahren verbuchen kann. Dass die Preise binnen kurzer Zeit derart explodiert sind, dass aus utopischen 37 Mio ein Schnäppchen wurde, war einfach Pech für Dortmund. Das Benehmen beim Wechsel von Lewandowski war da schon eine ganz andere Nummer. Dass der BVB den Verlust seines Topstürmers für genau Null Euro wegstecken konnte, war herausragend gute Arbeit der Dortmunder und kein Verdienst der Bayern. Da war der Abstand zwischen Bayern und dem Rest schon wieder erheblich größer geworden. Das hat den in ihrer Eitelkeit gekränkten Großkopferten aber immer noch nicht gereicht, und deswegen haben sie mit Hummels noch das Herz der Mannschaft rausgerissen.


    Ich bin gespannt, ob es Hummels gelingt, mit den Bayern die CL zu gewinnen. Ansonsten wird er völlig zu Recht als der Typ in die Geschichte eingehen, der seine Mannschaft für ein paar Blechteller im Stich gelassen hat, die er bereits unter viel schwierigeren Bedingungen geholt hatte...

  • Die Erfolgsgeschichte des FC Bayern ist das Ergebniss einer 40 jährigen harten Arbeit.

    Das ist richtig.
    Das ist auch nicht das Problem das ich mit der aktuellen Situation habe.
    Mein Problem ist, dass die größten/besten Vereine Europas durch die CL etc. einfach immer größer und besser werden.

    Die Liga ist für viele Vereine gefühlt ja nur noch lästige Pflicht.
    Das traurige ist, dass heute niemand mehr mit 40 Jahren harter Arbeit da oben hinkommen kann.
    Die einzige Möglichkeit oben mitzuspielen ist dort schon zu sein (und/) oder einen Investor zu haben der "endlos" viel Geld investiert, bis man irgendwann auch oben angekommen ist.
    Nur mit harter Arbeit ist das nicht mehr möglich.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • Das systematisch kaputt machen, hat Bayern immer schon gemacht. Ich erinnere mich an Erich Maas????, den sie in den 70gern holten von Braunschweig, wenn ich nicht irre. Der gute Mann kam zu keinen 3 Spielen und war damals Nationalspieler! Damals galt das noch was!

  • ich bin da mal ganz ego: Playoffs sind spannend und am Ende der Saison ein Highlight für das Publikum! Dass das dem Spitzenreiter dann nicht gefällt, ist gut nachvollziehbar. Als Kompromiss könnte man die Platzierungen am Ende des Ligabetriebs als Quali zur Champions League etc. werten und die Deutsche Meisterschaft über die anschließenden zusätzlichen Playoffs entscheiden.

  • Das Hauptübel sind doch die starken Differenzen in den Einnahmen. Den Großteil der Einnahmen stellen nun mal die Fernsehgelder dar. Wenn die Spitzenmannschaften das Doppelte einnehmen wie der große Rest und der Betrag aus der CL die Bundesligaeinnahmen nochmal übersteigt braucht man sich nicht wundern wenn das Ergebnis "der harten Arbeit" ne langweilige Bundesliga ist. In England nehmen nun mal mehr Mannschaften mehr Geld ein und schon ist es auch deutlich spannender.