Kuriose Abseitssituation

  • Eigentlich hatte mein Spiel gestern keine wirklichen Höhepunkte. Okay, schon vor dem Spiel gab es etwas, dass noch Wellen schlagen wird, fiel mir doch bei der Passkontrolle auf, dass die Abklebefolie auf einem Passbild (bei uns müssen die Bilder mit einer "werkseitig" vorhandenen Folie abgeklebt werden) mit Sicherheit nicht die originale Folie war - und da der Klassenleiter zufällig gerade vor Ort war, habe ich auch den um seine Meinung gefragt und wir waren uns einig.


    Wirklich spannend war das Spiel eigentlich erst zur Mitte der zweiten Halbzeit, als Heim nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 stark auf den Ausgleich drängte. Dann das: Freistoß, viele Spieler vor dem Tor (dieses Detail ist wichtig) und der Ball ist auf Köpfen und Füßen im Torraum unterwegs, ohne jedoch signifikant weg zu kommen oder den Weg ins Tor zu finden. Bei einer dieser Aktionen geht die Nummer 15 von Heim - regelkonform - zu Boden und bleibt auf der Torlinie sitzen, 2/3 auf der Linie oder im Feld, 1/3 im Bereich hinter der Linie. Ausgerechnet dem 15er fällt dann ein verunglückter Kopfball seines Mitspielers auf den Rücken und von da aus ins Tor. Heim war natürlich der Ansicht, dass das Tor gelten müsse, da doch die Abwehrspieler auch auf der Torlinie gestanden hätten, ich sehe das anders, da von denen mit Sicherheit niemand am äußeren Rand der Torlinie stand und somit die Nr. 15 im Abseits war. Daher kein Tor und indirekter Freistoß - und der Vereins-SRA musste das so laut als lächerlich bezeichnen, schließlich könne ich das aus meiner Position (aber viel näher dran als er) gar nicht sehen, so dass ich es nicht mehr verantworten konnte, ihm die weitere Betrachtung des Spiels aus dieser exponierten Position zuzumuten. Da er auch dann noch keine Ruhe geben wollte und mich in sehr merkwürdigem Tonfall als seinen Freund bezeichnete, musste leider auch noch der Ordnungsdienst tätig werden, denn in einem Jugendspiel, bei dem der einzige Störfaktor draußen ist, brauche ich solche Unruhestörer nicht. Allerdings wird auch der Trainer, der meinen Schlusspfiff als den besten Pfiff des Tages bezeichnete, nach dem fälligen Eintrag im Spielbericht sicher auch noch seine kostenpflichtige Erinnerung bekommen - man, das war mal wieder so was von überflüssig.

  • War nun ein Verteidiger auf der Torlinie (wie behauptet), oder nicht? Falls ja, hat dein "Freund" aus meiner Sicht leider recht.


    Sobald ein Verteidiger die Torlinie auch nur berührt, ist es völlig egal, ob ein Angreifer noch weiter vorn (oder gar im Torraum) steht - eine strafbare Abseitsstellung ist dann gemäß Regeltext nicht mehr möglich, weil er sich der Torlinie nicht mehr näher als dieser Verteidiger befinden kann.

  • da von denen mit Sicherheit niemand am äußeren Rand der Torlinie stand und somit die Nr. 15 im Abseits war. Daher kein Tor und indirekter Freistoß

    Ich denke, damit ist alles zum Thema Regelanwendung gesagt: Abseits, idF am 5mRaum keine Disziplinarstrafe.
    Das Kuriose daran ist auch wohl eher der Umstand, wie der Ball hinter die Torlinie gelangte und nicht das dies geschah und ob es Regelkonform gelang.

    der Vereins-SRA musste das so laut als lächerlich bezeichnen, schließlich könne ich das aus meiner Position (aber viel näher dran als er) gar nicht sehen,

    Das Thema mit Euren "Vereins SRA" da in Hessen begreife ich sowieso nicht. Ehrlich gesagt, wofür sollen die - wirklich - Gut sein?



    Ausball?

    95% aller Ausbälle sind so eindeutig, das es nicht einmal einen SR braucht ob es Ausball ist und wer den Einwurf (Eckstoß) bekommt - Das regeln die Spieler sowieso schon von alleine. Der Rest sind die "knappen Dinger" die man als Feld-SR nicht oder nur kaum erkennen kann oder die ein oder andere "unklare Mehrfachberührung" unittelbar bevor der Ball in´s Aus geht.

    Abseits?

    Auch hier sind es gefühlt 80% bis 85% der Abseitsentscheidungen (ja oder nein) bei denen in diesen Leistungsklassen die (nicht) Abseitssituation so eindeutig ist das es den SRA nicht braucht.
    Ich will damit nicht sagen, das der SRA unnütz ist. Selbst bei unseren "SRA-Übungsspielen" (Niederklassige Freundschaftsspiele auf unserer Anlage, bei denen keine SRA gefordert sind, wir diese jedoch zu Übungszwecken dennoch einsetzen) merke ich selbst bei einer C-Jugend Kreisklasse die willkommene Entlastung von der "Abseits-Baustelle" des Solo-SR.
    Hier sehe ich die "Vereins SRA" eher als kontraproduktiv. Wenn bei den klaren Abseits/nichtAbseits Dingern die Entscheidung anders ist als die des Feld-SR sind Stress-Situationen vorpropgrammiert. Die "knappen-Dinger" können diese "Hilfs-SRA" mangels Stellungsspiel meist sogar schlechter sehen als der SR. Wenn überhaupt.
    Darüber hinaus hätte ich ein echt schlechtes Bauchgefühl mich auch noch auf eine Vereinsbrille in spielentscheidenden Situationen verlassen zu müssen. -Wie das Beispiel im Eröffnungsbeitrag ja sehr deutlich macht.


    Vergehen nach Regel 12?
    Da hätte ich ja nun Bauchschmerzen hoch drei wegen der Vereinsbrille. Wir erleben doch selber täglich, das es für die eine Vereinsbrille eine Tätlichkeit ist auf die Todesstreafe steht und der Andere sieht nicht einmal eine Berührung.Nein Ehrlich bei solchen Dingen ist mir ein zwar unerfahrenerer aber Lizensierter SRA meines Vertrauens allemal lieber als irgendein "nicht neutraler SRA".


    Zusammenfassend:

    • Für die wenigen Situationen, die tatsächlich nur ein SRA erkennen kann sind diese "nicht neutralen SRA" nicht geeignet.
    • Für die Situationen, bei denen Teamwork gefragt ist sind sie nicht zu empfehlen.
    • Als Entlastung des SR im Rahmen des Teamwork sind sie nicht zuverlässig genug.


    Im HFV werden

    • im Jugendbereich erst ab Oberliga,
    • im Frauenbereich erst ab Verbandsliga und
    • im Herrenbereich erst ab Kreisiliga

    SRA eingesetzt. Alle anderen Spiele incl. Altherren und Senioren sowie Herren Kreisklasse werden generell Solo geleitet. Da brauchts m.E. keine SRA auf die ich mich sowieso kaum verlassen kann.

    Allerdings wird auch der Trainer, der meinen Schlusspfiff als den besten Pfiff des Tages bezeichnete, nach dem fälligen Eintrag im Spielbericht sicher

    Das traut sich ein Trainer bei mir nur, wenn er mir gleichzeitig vor der Kabine das 3.Halbzeitbier mit der Mannschaft in die Hand drückt.
    Die anderen haben dann nicht nur mit der Sondermeldung Bekanntschaft gemacht sondern sahen mich 14 Tage später ein zweites mal. Und dann gab´s "exakten und buchstabengetreuen Dienst nach Vorschrift".

  • Die Aufgabe des nicht-neutralen SRA beschränkt sich auf das Anzeigen von Seitenaus. Dies ist auch in Regel 6, DFB-Anweisung 7 exakt beschrieben. In knappen Fällen kann das schon hilfreich sein.

    In einer Aktion prallten Grevelhörster und Gerick zusammen. Der FC-Stürmer blutete aus der Nase, aber Schiedsrichter Stefan Tendyck aus Gelsenkirchen konnte mit einem Taschentuch aushelfen. Gericks Torriecher wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen: Er markierte das 1:3.


    Westfalen-Blatt (29.5.2017) :D

  • Wenn, dann sollten schon zwei Verteidiger die Torlinie berühren.

    Oooops, logisch! War so fokussiert auf den Aspekt "Stürmer im Tor(netz)raum", dass mir der Punkt VORletzter Verteidiger durchgerutscht ist. :hammer:

  • des nicht-neutralen SRA beschränkt sich auf das Anzeigen von Seitenaus.

    Mal in die Runde gefragt?


    Mach das wirklich so viel Sinn oder handelt es sich hierbei um ein Relikt aus alten Zeiten welches man noch nicht abschaffen wollte.

    Zitat

    Ich kann mich an die Zeit besinnen in der mein Vater noch bei Tennis Borussia Berlin (Alte Herren) gespielt hat und ich als 9-Jähriger ganz stolz die Fahne an der Seitenlinie in den Eichkamp-Sportanlagen bedienen durfte wenn der Ball im Aus war. Das ich dabei immer von Eckfahne zu Eckfahne flitzte interessierte offenbar niemanden.
    Dabei ist mir eine Situation in Erinnerung geblieben, bei der ein Spieler bereits mitten in der Coaching Zone einen hohen Ball zurückspielte (wobei die Auswechselspieler bereits durch die Gegend kegelten) - ich zeigte gewissenhaft Ausball an - der Spieler stürmte wütend mit den Worten auf mich zu. "Der wäre ja wohl NIEMALS im Aus gewesen"

    Wenn die wirklich nur Ausball anzeigen sollen sind sie doch nur in ganz wenigen Fällen eine wirkliche Unterstützung für den SR. Warum werden sie dann überhaupt noch eingesetzt?

  • Das ist bei uns absolut üblich und ist mir (nun gut, ich kenne es auch nicht anders), eine deutliche Hilfe, da ich ganz andere Laufwege wählen kann, als wenn ich auch noch die Außenlinie im Blick haben müsste.

  • Nur zur Klarstellung:
    Ein Spieler, der so wie beschrieben auf der Torlinie sich befindet, muss ja nicht mit dem Gesicht zum Spielfeld sitzen. Der Spieler hatte quasi die Torlinie "zwischen den Beinen" (aber nicht mittig), der Ball prallte auf seinen Rücken (und war dort mit Sicherheit eben noch nicht vollständig hinter der Linie) und von dort ins Tor - klarer Abseits geht eben nicht. Mein "Freund" hat mit Sicherheit diesen Ballkontakt nicht gesehen und echauffierte sich ohnehin nur darüber, wie ich aus meiner Position die Abseitsstellung hätte sehen wollen ...

  • Wenn die wirklich nur Ausball anzeigen sollen sind sie doch nur in ganz wenigen Fällen eine wirkliche Unterstützung für den SR. Warum werden sie dann überhaupt noch eingesetzt?


    Bei hohen Bällen oder schlecht oder gar nicht gekreideten Plätzen sind die schon eine Hilfe.

    Der Klügere gibt nach.


    Das erklärt, warum die Welt von den Dummen regiert wird.

  • Um nochmal den Kernpunkt meiner Frage heraus zu arbeiten.

    Wenn die wirklich nur Ausball anzeigen sollen sind sie doch nur in ganz wenigen Fällen eine wirkliche Unterstützung für den SR. Warum werden sie dann überhaupt noch eingesetzt?

    Ich bezweifele nicht, das diese SRA Dinge anzeigen können, die ich als Solist nicht sehen kann. Nicht weil ich zu dusselig bin oder falsch stehe, sondern weil es die Physik (Optik) oder andere Gegebenheiten es einfach nicht zulassen.


    Es geht mir mehr darum, ob der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht. Kommt mir jetzt nicht damit, das die ja sowieso auf dem Platz herumstehen würden. Es geht hierbei um nicht neutrale Personen, die meine Entscheidung beeinflussen können.

    Bei hohen Bällen oder schlecht oder gar nicht gekreideten Plätzen sind die schon eine Hilfe.

    Wie oft kommt es denn in einem Spiel vor, das ich einen Ball nicht eindeutig an der Seitenlinie bewerten kann weil

    • es ein hoch gespielter Ball ist
    • ein rollender Ball durch die Parallaxe nicht eindeutig bewertet werden kann.

    Genau einmal pro Spiel, maximal zweimal. ZUmindest ist das meine Erfahrung. Vielleicht sagt auch einer das es dreimal ist?
    In allen anderen Situationen ist der Ball eindeútig im Aus oder eben nicht. Meist geht die Streitfrage eher darum wer denn zuletzt nun wirklich das Leder am Schlappen hatte.

    da ich ganz andere Laufwege wählen kann, als wenn ich auch noch die Außenlinie im Blick haben müsste

    Mal Ehrlich!
    Als Solist musst Du wegen der Zweikampfbeurteilung und Abseits sowieso schon den "Kasten" laufen. (So nennnen wir das Stellungsspiel beim Solisten. Es gibt bestimmt viele andere Bezeichnungen, die das selbe ausdrücken). Kommt dann der lange Quer- oder Diagonalpass stehst Du immer falsch und musst die Beine in die Hand nehmen um auf die andere Seite des Kastens zu kommen. Warum sollte man da noch dichter an die Seitenauslinie gehen als man es sowieso schon ist wenn man den Kasten läuft? Nur weil da kein Hilfs SRA ist?
    Teste es mal aus: Aus 6-7m Entfernung kannst Du den knappen (möglichen) Ausball der auf/an der Linie liegt wegen der Parallaxe schon gar nicht mehr richtig erkennen. Vom hohem Hall wollen wir da gar nicht erst reden. Ich kenne keinen SR, der regelmässig/ständig deutlich dichter als 7m an der Seitenlinie ist.


    Ich will den Hilfs SRA nicht verteufeln. Ich möchte mit meiner etwas provokanten Frage einfach mal zum Nachdenken anregen.


    Sind es zwei bis drei knappe Ausbälle pro Spiel, die man als Solist leider nicht richtig beurteilen kann wirklich Wert, sich auf zwei Hilfswillige mit Vereinsbrille zu verlassen, die ich im Zweifel auch noch überstimmen muss?


    Ich kenne keine "Hilfs SRA". Deshalb bin ich auch genötigt das auf meine Weise zu regeln und die Unzulänglichkeiten eines Solisten in einen psychologichen Vorteil zu verwandeln. In meiner Ansprache vor dem Spiel weise ich auf diese naturgegebenen Unzulänglichkeiten hin und ende mit den Worten :
    "Aus ist wenn ich Pfeiffe. Selbst der Ball im Vereinsheim landet spielt ihr so lange weiter bis der Wirt Euch rausschmeisst oder ich Pfeiffe."
    Spätestens in der 5. Spielminute haben alle das Prinzip begriffen. Wir reden hier schliesslich von der "Champignon Liga" und nicht von der Champions League.

  • Ach das nun wieder... Diese "Linienrichter", wie sie bei uns genannt werden, sind ja schön und gut und sehen manchmal Ausbälle besser, stehen manchmal auch einfach mit dem Rücken zum Spielfeld und der Fahne unter dem Arm oder sind frühere SR, die alles anzeigen möchten, dann aber nur für die eigene Mannschaft oder sind Trainer, die auch auf der gegenüberliegenden Seite der Coachingzone Anweisungen geben möchten... Für mich sind 90% aller Linienrichter leider keine wirkliche Hilfe.

  • Sind es zwei bis drei knappe Ausbälle pro Spiel, die man als Solist leider nicht richtig beurteilen kann wirklich Wert, sich auf zwei Hilfswillige mit Vereinsbrille zu verlassen, die ich im Zweifel auch noch überstimmen muss?


    Die Antwort lautet: "es kommt darauf an".


    Es ist hier in Hessen so vorgesehen, also wird es auch so gemacht. Man weiß aber nie so genau, WEN man an der Linie stehen hat. Das bekommt man dann in den ersten Minuten mit.


    Da gibt es die "Alleswinker", die meinen auch Abseits, Foulspiel oder was weiß ich was anzuzeigen. Dann die "ambitionierten Winker" die nur darauf brennen die Fahne zu heben. Da wird dann auch mal zu früh hochgezogen, oder Winker ist der Auffassung, wenn der Ball "mehr als die Hälfte über der Linie ist, dann ist er im aus".


    Es gibt aber auch den SR-Kollegen oder den "guten Winker", auf die man sich verlassen kann. Dann ist das doch eine Hilfe, weil man (wie von anderen bereits erwähnt) seinen Laufweg günstiger gestalten kann.


    Ich handhabe das so, dass ich "schlechte Winker" komplett oder größtenteils ignoriere, "gute Winker" dagegen ernst nehme. Wobei meine Wahrnehmung zunächst immer Priorität hat.


    Bei Jugendspielen verzichte ich seit langem darauf, "schlechte Winker" ablösen zu lassen. Das schafft nur Unruhe, und man weiß vorher auch nie, ob der "neue Winker" nicht noch schlechter ist als der erste.


    Hier noch meine konkrete Antwort auf die Frage: ich verlasse mich nicht auf das, was "die Winker" anzeigen, sondern nehme (bei "guten Winkern") deren Anzeige als Unterstützung meiner Entscheidungsfindung an.


    Das "Überstimmen" funktioniert in der Praxis reibungsloser als das in der Theorie klingt. Mein Ruf "weiterspielen" ist auf dem Platz immer gut hörbar, genau so wie der Pfiff bei "aus", und wird von den Spielern sofort umgesetzt. Seitens der Trainer kommt nach einer "Überstimmungssituation" manchmal ein Zwischenruf (der von mir komplett überhört wird), aber spätestens beim 2. Mal haben die Trainer dann auch kapiert, wie das läuft.


    Und da der "nicht neutrale SRA" ja ohnehin nur "aus" anzeigen soll, habe ich pro Spiel meistens ohnehin nur 0...3 "Überstimmungen".


    Grüße, Jörg


    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    "Jetzt wechselt Jamaika den Torhüter aus!"
    (Gerd Rubenbauer, als der FIFA-Beauftragte am Spielfeldrand eine Minute Nachspielzeit anzeigte)

  • Ausgerechnet dem 15er fällt dann ein verunglückter Kopfball seines Mitspielers auf den Rücken und von da aus ins Tor. Heim war natürlich der Ansicht, dass das Tor gelten müsse, da doch die Abwehrspieler auch auf der Torlinie gestanden hätten, ich sehe das anders,


    Um mal auf die Uhrsprungsfrage zurück zu kommen.
    Hab ich das richtig verstanden, du hast Abseits gegeben, weil die Abwehrspieler zwar auf der Linie standen, aber nur am "Anfang" der Linie?
    Der Stürmer aber teilweise im Tor und somit am hinteren Teil der Linie lag/stand/saß?


    Gucken wir doch mal ins Regelheft:
    Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung, wenn
    [...]
    er mit irgendeinem Teil des Kopfs, des Rumpfs oder der Füße der
    gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Gegenspieler.


    Die Abseitsregel ziehlt nur auf die "Nähe zur Torlinie" ab.
    Heißt, wenn mindestens zwei Abwehrspieler die Linie berühren, kann es kein Abseits geben in der Situation.


    Weil der Stürmer gar nicht näher an dieser Linie sein kann, Wenn alle drei die Linie berühren (2 Verteidiger und der Angreifer) dann ist es kein Abseits.
    Selbst wenn der Stürmer 2 Meter groß ist und die Linie nur noch von "Im Tor aus" mit dem kleinem Zeh berührt. (oder sogar auch gar nicht mehr)
    Selbst wenn die Abwehrspieler ebenfalls 2 meter groß sind und genau so liegen nur "Im Feld" und die Linie nur minimal berühren.


    Dann sind dort zwar zwischen den Spielern bis zu 12 cm Abstand (maximale Linienbreite) und der Stümer ist auch min. diese 12cm "weiter vorne",
    aber da er nicht "näher an der gegnerischen Torlinie ist" ist es kein Abseits.


    TL;DR:
    Wenn mindestens 2 Verteidiger die Torlinie berühren kann es kein Abseits mehr geben.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler  Irgendjemand Alt-Herren Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert

  • Vielleicht müsste man für genau diese Situation aber zwischen zwei Torlinien unterscheiden.


    a) Zum Einen die rein regeltechnische mathematische Torlinie, die eine Breite von 0,0 cm hat und die Spielfeldgrenze darstellt
    b) Zum Anderen die 12 cm breite Fläche (keine Linie!) komplett innerhalb des Spielfelds, deren äußere Begrenzungslinie mit der Spielfeldgrenze identisch ist.


    Nach meiner Ansicht hat es die Abseitsregel eher auf das Ende des Spielfelds abgesehen und weniger auf die flächenartige Visialisierung dieser Begrenzung. Von daher finde ich die Interpretation als "Abseits" durchaus vertretbar.

  • [...]
    a) Zum Einen die rein regeltechnische mathematische Torlinie, die eine Breite von 0,0 cm hat und die Spielfeldgrenze darstellt
    b) Zum Anderen die 12 cm breite Fläche (keine Linie!) komplett innerhalb des Spielfelds, deren äußere Begrenzungslinie mit der Spielfeldgrenze identisch ist.


    Nach meiner Ansicht hat es die Abseitsregel eher auf das Ende des Spielfelds abgesehen[...]


    Das denke ich nicht im Regelheft wird immer nur von Torlinie geredet und dabei ist eigentlich auch immer die "12 cm breite Fläche" gemeint die das Spielfeld umgibt.
    Somit wird diese Fläche als Linie bezeichnet.


    Die Linien (im Regelsinn) gehören zwar zu den Räumen die sie begrenzen, allerdings wird auch genau auf diese Linien zum Thema Abseits Bezug genommen.


    Zitat Regelheft:
    " Alle Linien sind gleich breit. Ihre Breite beträgt höchstens 12 cm. "


    Die mathematische Linie wird im Regelheft gar nicht benutzt.. sonst würde man nicht von der breite einer Linie reden.
    Zumal es in der Mathematik auch eigentlich keine Linie gibt, sondern nur Kurven ;)


    Ich bleibe dabei, sobald min. 2 Verteidiger die Torlinie berühren kann kein Angreifer im Abseits befinden.
    Damit hat Manfred das Tor zu unrecht nicht anerkannt (Wenn wir davon ausgehen, dass dort wirklich 2 Verteidiger auf der Linie standen.)

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler Trainer (wieder) Spieler  Irgendjemand Alt-Herren Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert

  • Kurzer Zwischeneinwurf:
    Natürlich standen die Linie sehr nahe bei der Linie, ich habe aber keinen Verteidiger direkt auf der Linie gesehen.


    Übrigens bin ich der Auffassung, dass die Torlinie hier anders zu sehen ist, nämlich als genau die (sehr dünne) Linie zwischen "hier ist noch Torlinie" und "hier ist nicht mehr Torlinie, sondern schon Netzraum/aus dem Spielfeld" - in der Praxis sicher nur sehr selten sauber zu unterscheiden, in der Theorie aber durchaus.