Warum sanktioniere ich die Vergehen, wenn sie von der Spruchkammer nicht bestraft werden?!

  • Hallo Kollegen,


    hatte vor gut zwei Wochen ein Spiel mit zwei Platzverweisen und einem Innenraumverweis. Hier ein Auszug aus dem Sonderbericht.


    1. FaD:


    "In der 70. Minute konterte Mannschaft A auf das Tor der Gäste. Der Stürmer von Mannschaft A nutze das Stellungsspiel des Torwarts aus und schoss aus der Distanz auf das Tor der Gäste. Dabei prallte der Ball von der Latte auf die Torlinie ab. Anschließend wurde der Ball von den Abwehrspieler der Mannschaft B ins eigene Toraus befördert. Während dieses Geschehens befand ich mich nach einem Sprint auf Höhe des linken Strafraumecks. Da für mich der Ball nicht die Torlinie überschritten hatte, entschied ich folglich auf Eckstoß für die Heimmannschaft.
    Daraufhin kam der Spieler der Mannschaft A XYZ zu mir angerannt, rempelte mich leicht und stellt sich Körper an Körper vor mich hin, sodass ich einen Schritt nach hinten gehen musste. Gleichzeitig sagte er in einem sehr lauten Tonfall: „Was soll das denn? Jeder hat gesehen, dass der drin war. Die ganze Zeit pfeifst du nur gegen uns.“ Für diese Unsportlichkeit verwarnte ich den fehlbaren Spieler. Nach dem Zeigen der gelben Karte schrie dieser schließlich: „Ach Schiri, du bist doch lächerlich“, sodass ich ihn durch das Zeigen der roten Karte des Feldes verwies.
    Dieser Aufforderung kam der Spieler erst nach, nachdem Mitspieler auf ihn eingewirkt hatte. Das Spiel wurde mit einem Eckstoß für Mannschaft A fortgesetzt, der kein Tor einbrachte.
    Nach dem Abpfiff des Spiels begab ich mich zum Spielfeldausgang1. Am Spielfeldausgang angekommen stand der Spieler XYZ, dem ich schließlich mit den Worten „Trotzdem ein gutes Spiel.“ die Hand reichte. Diesen Handschlag verweigerte er mit den Worten „Bei dir nicht“ und analog zur obigen geschilderten Situation baute der Spieler sich Körper an Körper wieder vor mir auf, sodass ich das Spielfeld nicht verlassen konnte. Diese Situation wurde schließlich durch einen älteren Zuschauer (ich nehme an, dass es sein Vater war) entschärft, der zum Spieler „Komm, geh weg.“ sagte, sodass der Spieler den Durchgang freimachte."


    2. FaD:


    "Nach einem Ballgewinn der Mannschaft B wurde der Ball zum Spieler der Mannschaft B gespielt, der auf Höhe der Mittellinie, nahe der Seitenauslinie, den Ball annahm und in Richtung des gegnerischen Tors dribbeln wollte. Im Dribbling nahm der Spieler der Mannschaft B Geschwindigkeit auf und legte sich den Ball dabei etwas zu weit, ca. ein Meter, vor. Zeitgleich kam der Spieler der Mannschaft A XYZA seitlich angerannt und grätschte mit gestrecktem Bein und offener Sohle in die Bewegung des Spielers und traf diesen mit voller Intensität am Fuß. Der Ball war dabei nicht in spielweite, da der Spieler der Mannschaft B sich diesen etwas zu weit vorgelegt hatte. Ich stand circa zehn Meter vom Ort des Vergehens, auf Höhe der Mittellinie, entfernt und hatte eine optimale Seiteneinsicht auf diese Situation.
    Für dieses Foulspiel mit übermäßiger Härte verwies ich den Spieler XYZA durch das Zeigen der roten Karte des Feldes. Der gefoulte Spieler musste ausgewechselt werden und das Spiel wurde mit einem direkten Freistoß für Mannschaft B fortgesetzt, welcher kein Tor einbrachte."


    Innenraumverweis Trainer:


    "Nachdem eine gute und aussichtsreiche Konterchance am linken Flügel, 5 Meter von der Torauslinie und 5 Meter vom Strafraum entfernt, durch den Spieler der Mannschaft A durch ein Halten unterbunden wurde, entschied ich auf direkten Freistoß und verwarnte den fehlbaren Spieler. Während dieser Situation befand ich mich nach einem Sprint am linken Strafraum. Zeitgleich mit dem Aussprechen der Verwarnung schrie der Trainer der Mannschaft A, der sich circa 60 Meter entfernt auf Höhe seiner Auswechselbank befand, für jedem auf dem Platz laut verständlich „Schiri, du bist ein Hurensohn“. Nachdem ich mir die Verwarnung der Nr. 9 notiert hatte, sperrte ich den Ball und bat den Spielführer der Mannschaft A seinen Trainer auf Grund dieser Aussage hinter die Bande zu schicken. Dieser Aufforderung kam der Trainer nach, schrie aber vorher erneut für alle laut und deutlich vernehmlich „Schiri, du bist ein Witz.“."


    Da es in diesem Spiel hin und her ging, interessierte ich mich sehr für das Strafmaß. Nachdem ich dieses dann nun heute in der Amtlichen gelesen hatte, war ich sprachlos...


    Strafmaß 1. FaD: Verweis (??Was auch immer das sein soll??)
    Strafmaß 2. FaD: 1 Spiel Sperre
    + 10 Euro Urteilsgebühr.



    Summa summarum kommt der Trainer ungeschorren davon, ebenso wie der Spieler mit dem ersten FaD... :kotz
    Bin kurz davor meinem KSO und dem KSV eine Mail zu schreiben...
    Was meint ihr? Läuft das bei euch im Kreis genauso ab? :hammer:

  • Als Schiedsrichter ist es Deine Aufgabe, Spieler, Mannschaftsoffizielle und Trainer, die sich nicht an die Regeln halten mit geeigneten Mitteln vom weiteren Spiel auszuschliessen.


    Die sportliche und nachträgliche Würdigung des Fehlverhaltens obliegt dem Sportgericht / der Spruchkammer.


    Interessant ist es, hierbei zu erfahren, wo Du diese Informationen her hast, denn offenbar warst Du bei der Verhandlung nicht anwesend oder es wurde im "schriftlichem Verfahren" verhandelt.
    Warum das Sportgericht hier genau so geurteilt hat, lässt sich aus der Ferne nur bewerten, wenn Du auch eine Urteilsbegründung liefern kannst.


    Ohne diese Begründung sind wir hier nur auf Deinen Spielbericht angewiesen. Nach diesem Bericht sind sowohl die Feldverweise als auch der Innenraumverweis gerechtfertigt. Du hast also Deinen Job richtig gemacht.


    Wie die Spruchkammer allerdings zu ihrem Urteil kommt ist hierbei nicht ersichtlich.


    Daher wäre auch ein Vergleich mit anderen Spruchkammern oder Landesverbänden unseriös.

  • Wobei mich diese Aussage irritiert:

    rempelte mich leicht und stellt sich Körper an Körper vor mich hin, sodass ich einen Schritt nach hinten gehen musste.


    Dafür gibst Du nur eine Verwarnung? Für mich ist das ist eine glasklare Rote Karte und ich bin näher am Abbruch (auch wenn es dafür m.E. nicht reicht) als an der Verwarnung. In dem Du hier nicht die Rote Karte zeigst, nimmst Du dem Sportgericht eine echte Chance für eine Strafe, denn mit der Verwarnung ist das Thema "durch". Die Aussage "lächerlich" rechtfertigt zwar für sich durchaus auch eine Rote Karte, ist aber weitaus harmloser als der vorherige Vorgang - und ein Verweis ist m.E. zwar zu wenig dafür, aber Du hast selbst den Maßstab verschoben. Nebenbei: Der verweigerte Handschlag spielt keine Rolle, Du solltest daraus nur lernen, dass man den besser nicht einfordert, sondern nur annimmt - und wenn er von sich aus die Hand anbietet und dann einen solchen Satz ablässt, wird das nicht so glimpflich für den Spieler abgehen. Aber auch hier ist Dein Sonderbericht nicht hinreichend aussagefähig, ein Spielfeld hat keinen Ausgang, unter der Aussage, dass Du das Spielfeld nicht verlassen konntest, kann ich mir auch nichts vorstellen. Ich nehme an, dass Du in den Kabinentrakt wolltest bzw. den Innenraum in Richtung Kabine verlassen - aber dann solltest Du das auch schreiben.


    Die zweite Szene hast Du entweder nicht korrekt beschrieben oder das Urteil ist vertretbar. Treffer am Fuß ist ein minderschwerer Fall, wobei hier klar sein muss, dass beispielsweise der Knöchel durchaus zum Fuß gehört, sportrechtlich aber einen gravierenden Unterschied macht. Unterhalb des Knöchels gilt ein Treffer als harmloser, während ein Treffer Knöchel und aufwärts wesentlich strenger bewertet wird.


    Zum Trainer:
    Bist Du sicher, dass der ungeschoren davon kommt? Hier würde es bei uns eine saftige Geldstrafe gegen den Trainer geben, vermutlich aber kein Funktionsverbot. Stehen solche Urteile auch in Euren Mitteilungen?


    Summa summarum:
    Bitte nicht falsch verstehen, aber möglicherweise war Dein Sonderbericht nicht hinreichend klar und aussagefähig. Ich rate Dir, so etwas einfach von einem Unbeteiligten SR-Kameraden gegenlesen zu lassen - oder nutze den entsprechenden Bereich hier im Forum. Manche Formulierung in Deinem Bericht lässt Interpretationsspielraum und den muss das Sportgericht zu Gunsten des Spielers auslegen.


    @SixtSCTF
    Es gibt Verbände, die ihre Sportgerichtsurteile in den "Amtlichen Mitteilungen" (des Verbandes) publizieren, was ich persönlich auch richtig finde.

  • aber möglicherweise war Dein Sonderbericht nicht hinreichend klar und aussagefähig

    Diese Aussage möchte ich besonders unterstreichen. Ein Sonderbericht erzeugt ein Kopfkino. Man kann sich zwar Deine Situationen vorstellen jedoch fehlt in der Beschreibung der "Pfeffer" mit denen Du sie offenbar wahrgenommen hast.


    Dem Sonderbericht fehlen zum Teil Schlüsselwörter und das eigentliche Vergehen steht viel zu wenig im Mittelpunkt.


    • Beim FAD 1 ging ich zunächst von einer Gelbroten aus, bis ich beim zweitem Lesen erkannte das Du glatt Rot gegeben hast.
    • Beim 2. FaD wird ebenfalls erst bei zweiter Lesung klar daß es hier "nur gegen den Mann" ging.
    • Der Innenraumverweis liest sich eher wie eine Ermahnung des Trainers in seiner Coachingzone zu bleiben. Hier fehlt m.E das Schlüsselwort "Ich erteilte dem Trainer den Innenraumverweis" Ohne die Überschrift "Innenraumverweis" kann man im Kopfkino hier auch zu anderen schlüssen kommen.


    Ich kann es nicht häufig genug sagen.


    Lasst Sonderberichte von einem erfahrenem Kollegen querlesen. Mit "Erfahren" meine ich hierbei nicht als SR-erfahren, sondern als erfahren im (juristischem) Berichtswesen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.


    Viele Sonderberichte, die ich zu lesen bekomme lesen sich wie der alljährliche Schulaufsatz "Mein schönstes Ferienerlebnis". Nicht umsonst gibt es bei uns die Anweisung, jeden Sonderbericht durch den SR-Obmann querzulesen (eigentlich Korrekturlesen) wird bevor er zum Verband geht.
    Meine SR sind jede mal überrascht, wenn aus ihrem 2-seitigem Bericht nach meiner "Korrektur" ein Fünfzeiler übrig bleibt, der zu 3 Spielen Sperre führt.

    Habe gerade mal nachgesehen: Bei 412 Einsätzen von SR meines Vereins wurde 29 mal der Rote Karton gegeben.
    Das klingt wenig, liegt wahrscheinlich deutlich unter dem Bundesschnitt aber man muss berücksichtigen das hierbei >80% der Spiele Jugendspiele sind und man bei vielen Spielen -gerade in den besonders jungen Altersklassen- oftmals gänzlich ohne Karton auskommt.
    Zurück zu den 29 Roten. Dazu gesellen sich diverse Innenraumverweise und zwei Spielabbrüche (eigentlich etwas mehr aber die anderen waren "technisch-", bzw. "witterungs-" bedingt) Wer jetzt nachrechnet wird feststellen, das jedes Wochenende im schnitt mindestens ein Sonderbericht über meinen Schreibtisch fliegt.
    Jeder dieser Sonderberichte führte -über die automatische Sperre von 1 Spiel hinaus - zu mindestens einem Spiel Sperre (und mehr) , Höchststrafe war 1 Jahr. Wobei der letzte Spielabbruch meiner SR noch nicht endgültig verhandelt ist, es kommt hier noch zu einer zweiten Verhandlungsrunde im Januar.


    Zusammenfassend:
    Je wenige schmückende Prosa, desto deutlicher wird das Vergehen. Schlüsselworte machen es der Spruchkammer einfacher eine Situationsbewertung vorzunehmen.
    Vor allem: Lass Deine Sonderberichte von jemand erfahrenem Querlesen, der die Situation nicht gesehen hat und vertraue auf dessen Kopfkinourteil.

  • Wenn ich Sportrichter wäre wüsste ich bei diesem Ellenlangen Bericht nicht, was ich bestrafen soll! Ich habe ihn jetzt zichmal durchgelesen und weiss eigentlich nicht, was Du damit eigentlich meinst.

    Alle sagten das geht nicht.




    Und dann kam einer und hat es gemacht.

  • Danke für eure Rückmeldungen.



    Interessant ist es, hierbei zu erfahren, wo Du diese Informationen her hast, denn offenbar warst Du bei der Verhandlung nicht anwesend oder es wurde im "schriftlichem Verfahren" verhandelt.
    Warum das Sportgericht hier genau so geurteilt hat, lässt sich aus der Ferne nur bewerten, wenn Du auch eine Urteilsbegründung liefern kannst.

    Bei uns im Verband werden die Strafungen in einem Dokument zusammengefasst, welches an die Vereine weitergesendet wird. Innerhalb dieses Dokument gilt dann die STRO des Verbandes als Begründung.


    In dem Du hier nicht die Rote Karte zeigst, nimmst Du dem Sportgericht eine echte Chance für eine Strafe, denn mit der Verwarnung ist das Thema "durch".

    Da gebe ich dir Recht, Manfred. Das war ein Fehler von mir. Aber ich hätte gedacht, dass auch solch etwas wie das Verhalten nach dem Spiel in das Strafmaß miteinfließt. Und wenn der Spieler mich nicht vom Spielfeld gehen lässt und stattdessen sich wieder mit Körperkontakt vor mir aufbaut, hätte ich zumindest erwartet, dass ein Spiel Sperre drin ist.

    ein Spielfeld hat keinen Ausgang, unter der Aussage, dass Du das Spielfeld nicht verlassen konntest, kann ich mir auch nichts vorstellen.

    Da hatte ich noch eine kleine Fußnote in meinem Sonderbericht mit der Passage: "Kleine Anmerkung: Das Spielfeld ist durch Banden begrenzt und nach Abpfiff wollte ich durch eine Lücke zwischen den Banden das Spielfeld verlassen."

    Die zweite Szene hast Du entweder nicht korrekt beschrieben oder das Urteil ist vertretbar. Treffer am Fuß ist ein minderschwerer Fall, wobei hier klar sein muss, dass beispielsweise der Knöchel durchaus zum Fuß gehört, sportrechtlich aber einen gravierenden Unterschied macht. Unterhalb des Knöchels gilt ein Treffer als harmloser, während ein Treffer Knöchel und aufwärts wesentlich strenger bewertet wird.

    Ok, dann muss ich es akzeptieren, dass solch ein Vergehen nur ein Spiel Sperre zur Folge hat. Viel zu wenig mMn... :flop:

    Zum Trainer:
    Bist Du sicher, dass der ungeschoren davon kommt? Hier würde es bei uns eine saftige Geldstrafe gegen den Trainer geben, vermutlich aber kein Funktionsverbot. Stehen solche Urteile auch in Euren Mitteilungen?

    Ja, da bin ich mir sicher. In unserer "Amtlichen" stehen auch die Strafmaße von Trainern und sonstigen Offiziellen drin.

    Der Innenraumverweis liest sich eher wie eine Ermahnung des Trainers in seiner Coachingzone zu bleiben. Hier fehlt m.E das Schlüsselwort "Ich erteilte dem Trainer den Innenraumverweis" Ohne die Überschrift "Innenraumverweis" kann man im Kopfkino hier auch zu anderen schlüssen kommen.


    Wenn ein Schiedsrichter einen Trainer, der für jeden Zuschauer & Spieler laut und klar verständlich einen Schiedsrichter als "Hurensohn" bezeichnet, nur ermahnt, weiß ich auch nicht mehr weiter. Solch eine Interpretation finde ich dann schon abenteuerlich.
    Die Schilderung stand unter der Überschrift "Innenraumverweis", sodass klar ist, dass der Trainer aus dem Innenraum verwiesen, bzw. auf gut deutsch, hinter die Bande geschickt wird. Von daher finde ich nicht, dass diese Passage zu unpräzise ist und man dadurch den Trainer nicht bestrafen kann. Aufgabe des Sportrichters ist es bestimmt nicht beliebig etwas reinzuinterpretieren, sondern den Sachverhalt so zu erfassen, wie er geschrieben wurde. Und wenn dort in der Überschrift "Innenraumverweis" steht, dann ist klar, dass die Schilderung des Vergehens folgt, weshalb der Innenraumverweis ausgesprochen wurde.




    Aus eurer Rückmeldung schließe ich, dass mein Sonderbericht, den ich von einem Kollegen entgegengelesen bekommen habe und welchen ich eigentlich für eindeutig befand, scheinbar doch etwas Freiraum für Interpretationen lässt... Demnach würdet ihr euren KSO, bzw. den Kreisvorsitzenden nicht anschreiben? Es ärgert mich einfach immer noch maßlos, dass vor allem der Spieler mit der ersten Karte und der Trainer ungeschorren davon gekommen sind... Wenn ein Trainer ohne Konsequenzen zu einem alles sagen kann, dann fühlt man sich schon wie Freiwild. :flop:

  • Aufgabe des Sportrichters ist es bestimmt nicht beliebig etwas reinzuinterpretieren, sondern den Sachverhalt so zu erfassen, wie er geschrieben wurde.

    Genau darin liegt aber die Herausforderung. Deine Schilderung lässt halt Interpretationsspielraum zu. Es geht hierbei auch nicht darum das interpretiert wird, sondern das eine Schilderung eines Sachverhalts generell ein Kopfkino erzeugt und dies fällt bei verschiedenen Menschen halt unterschiedlich aus.


    Ich sagte bereits:

    Der Innenraumverweis liest sich eher wie eine Ermahnung des Trainers in seiner Coachingzone zu bleiben. Hier fehlt m.E das Schlüsselwort "Ich erteilte dem Trainer den Innenraumverweis" Ohne die Überschrift "Innenraumverweis" kann man im Kopfkino hier auch zu anderen schlüssen kommen.

    Wenn ein Schiedsrichter einen Trainer, der für jeden Zuschauer & Spieler laut und klar verständlich einen Schiedsrichter als "Hurensohn" bezeichnet,

    • heist das noch lange nicht, das der SR dies auch gehört haben muss.
    • heist das noch lange nicht das der Zuschaer weis, das der SR dies gehört hat
    • heist das noch lange nicht, das der Trainer weis das Du es gehört hast.


    Natürlich hast Du gehört was gesagt/gerufen wurde sonst stünde es nicht im Bericht, aber die Aussage

    für jedem auf dem Platz laut verständlich

    ist eine "im Bericht nicht bewiesene Behauptung". (Amtsdeutsch)


    Aber nochmal: Es fehlt das Schüsselwort: "Ich erteilte den Innenraumverweis."

    auf gut deutsch, hinter die Bande geschickt....

    .... lässt Interpretationsspielraum zu.
    Da Du auch noch -Regelkonform- den Kapitän als "Kurierdienst" beauftragst kann es also sein, das der Trainer in seiner Stellungnahme davon ausgehen durfte, das es sich gar nicht um einen Innenraumverweis handelte weil der Spielführer Deine Entscheidung missverständlich kommunizierte. Also: "in dubio pro reo"


    Bei Deinen Feldverweisen schreibst Du ja auch:

    sodass ich ihn durch das Zeigen der roten Karte des Feldes verwies.

    verwies ich den Spieler XYZA durch das Zeigen der roten Karte des Feldes.

    Fazit:


    Für jemanden der die Örtlichkeiten nicht kennt kann ein "Hinter die Bande schicken" auch ale räumliche Anweisung ausgelegt werden. Oder, um es mit den Worten von Manfred zu sagen

    Manche Formulierung in Deinem Bericht lässt Interpretationsspielraum und den muss das Sportgericht zu Gunsten des Spielers [Edit: oder des Trainers] auslegen.

    Schlussendlich:
    Auch ohne Innenraumverweis sollte das Verhalten des Trainers durch die Spruchkammer eine besondere Würdigung erfahren.


    Erfahrungsgemäß gibt es bei derartigen Vergehen eine Geldstrafe. Dies hat -mangels juristisch zulässigem Zugriff durch den Verband auf den Trainer- der Verein zu entrichten. Wobei viele Vereine im Bereich des HFV inzwischen dazu übergegangen sind sich derartige Vereinsstrafen durch den Verursacher ersetzen zu lassen.

  • Die sportliche und nachträgliche Würdigung des Fehlverhaltens obliegt dem Sportgericht / der Spruchkammer.

    Sehr richtig. Das wird auch kaum ein SR anzweifeln. Nur sind die Strafen für uns SR in vielen Fällen nicht nachvollziehbar, so dass oft ein fader Beigeschmack bleibt. Letztendlich sind die Strafen unterm Strich viel zu milde, wie die hohe Rückfallquote der Bestraften zeigt.

    Ohne diese Begründung sind wir hier nur auf Deinen Spielbericht angewiesen. Nach diesem Bericht sind sowohl die Feldverweise als auch der Innenraumverweis gerechtfertigt. Du hast also Deinen Job richtig gemacht.

    Die FADs sind klar gerechtfertigt und in Ordnung.
    Dass man den Job auch anders hätte machen können, vielleicht müssen (z.B. direkt Rot ziehen beim Anrempeln, nach dem Spiel keine erneute Begegnung mit Hitzköpfen suchen/ggf. noch ein zwei Minuten Zeit vergehen lassen bis man die Engstelle zur Kabine passiert) sollte man mit jemanden besprechen, der vom Fach ist und vor Ort war.


    Bitte nicht falsch verstehen, aber möglicherweise war Dein Sonderbericht nicht hinreichend klar und aussagefähig.

    Dieser Sonderbericht liegt klar über dem Durchschnitt dessen, was die Kammern zu lesen bekommen. Die Vergehen sind klar beschrieben. Ich finde, SR sind keine Juristen und keine Schlüsselwort-Experten; solch ein Bericht muss ausreichen.

    Beim FAD 1 ging ich zunächst von einer Gelbroten aus, bis ich beim zweitem Lesen erkannte das Du glatt Rot gegeben hast.
    Beim 2. FaD wird ebenfalls erst bei zweiter Lesung klar daß es hier "nur gegen den Mann" ging.

    Ich habe das bereits bei erster Lesung klar verstanden. Ich hatte keine Fragen. Im ersten Fall hat es der SR mit viel Augenzudrücken bei einer VW belassen, um nicht gleich den FAD zu ziehen. Hätte er das gemacht und die Situation wäre eskaliert, dann würde argumentiert werden, der SR war viel zu kleinlich und ein leichtes Rempeln (welches von der Gegenseite sicher abgestritten oder als versehentliche Berührung dargestellt werden würde) rechtfertigt keine FAD / keinen Abbruch. Nee Leute- hier hat der SR versucht es mit einer VW zu belassen. Und das tun viele SR in allen Klassen (erst recht im Profibereich) und fahren gut damit.

    Beim 2. FaD wird ebenfalls erst bei zweiter Lesung klar daß es hier "nur gegen den Mann" ging.

    Hier wird ganz plausibel ein grobes Foulspiel beschrieben, welches eine Verletzung des gefoulten nach sich zog. Der Ball war nicht spielbar. Hier könnte man sogar eine Tätlichkeit argumentieren wenn man will. Für mich sind das je nach Vorgeschichte des fehlbaren Spielers 3-6 Spiele Sperre und nicht anderes.


    Zu verlangen, dass in Sonderbeichten "Schlüsselwörter" richtig verwendet werden halte ich für komplett unnötig; schließlich werden auch reihenweise Urteile gesprochen, die verwendete Schlüsselwörter in Sonderberichten ignorieren. Da werden aus Tätlichkeiten "Unsportlichkeiten" und aus massiven, widerholten Unsportlichkeiten bei Jugendspielen Freisprüche, da ja keine Beleidigungen gefallen wären.


    Ich fordere: So ein Sonderbericht muss ausreichen.


    1. FAD: Beleidigung, unsportliches verhalten: 3-6 Spiele Sperre ja nach Vorstrafenregister
    2. FAD: Grobes Foulspiel mit Verletzung: 3-6 Spiele Sperre ja nach Vorstrafenregister
    Innenraumverweis plus 1 schlimme Beleidigung plus 1 leichte Beleidigung: 1+´4 +1 Spiel Sperre = Summe 5 Spiele Innenraumverbot

  • Der hier dargestellte SB erfüllt m.M.n. alle Anforderungen mit denen eine Spruchkammer etwas anfangen kann. Weshalb und wie diese Urteile zustande gekommen sind, kann ich ohne Kenntnis der Urteilsbegründung nicht bewerten. Ich habe mir selten Gedanken über Urteile der Spruchkammer gemacht. Eigentlich ist mir das auch egal. Sollte ein Übeltäter frei gesprochen werden, dann nehm ich das Kenntnis. Und sollte mir dieser wieder über den Weg laufen und sich erneut daneben benehmen, dann fliegt er eben wieder runter. Was die Spruchkammer dann mit ihm macht, steht nicht mehr in meiner Verantwortung. Allerdings kann ich schon verstehen, wenn sich Kollegen fragen, warum sie sich die Arbeit machen sollen, einen SB zu schreiben, wenn am Ende nichts dabei raus kommt. Ob das die richtige Einstellung ist, muss jeder mit sich selbst ausmachen.

    35 Jahre Schiri :saufbrüder: ( und immer noch nicht genug davon )
    1981 bis 2016

  • Was ich in diesem Forum schon mehrfach gepostet habe und auch den SR in meiner Vereinigung immer wieder sage:


    Ihr müsst in Euren Spielen für Ordnung sorgen und nach jedem Platzverweis ist ein akuter Störenfried weniger auf dem Platz. Und wenn das Spiel abgepfiffen und ggf. der Sonderbericht geschrieben wurde, ist unser Job erledigt.


    Was dananch die Klassenleiter bzw. Sportgerichte daraus machen, sollte uns in unseren zukünftigen Spielleitungen nicht beeinflussen.

  • Ein Gedanke

    Als Schiedsrichter ist es Deine Aufgabe, Spieler, Mannschaftsoffizielle und Trainer, die sich nicht an die Regeln halten mit geeigneten Mitteln vom weiteren Spiel auszuschliessen.


    Die sportliche und nachträgliche Würdigung des Fehlverhaltens obliegt dem Sportgericht / der Spruchkammer.

    Und wenn das Spiel abgepfiffen und ggf. der Sonderbericht geschrieben wurde, ist unser Job erledigt.


    Was dananch die Klassenleiter bzw. Sportgerichte daraus machen, sollte uns in unseren zukünftigen Spielleitungen nicht beeinflussen.

    Dennoch bleibe ich dabei.
    Meine Erfahrung mit der Sportgerichtsbarkeit zeigt, das Strafen auch im Wesentlichem vom Bericht abhängen.


    Obwohl in vielen Berichten alles enthalten ist und man es sich auch vorstellen kann, liegt es in der Natur der Sache, das es dennoch vor allem darauf ankommt WIE der Bericht geschrieben ist.


    Zumindest für den HFV kann ich sagen, das es einen Strafenkatalog gibt.
    Muss man sich vorstellen wie das StGB. "Wer das macht bekommt mindestens dieses und maximal jenes als Strafe"


    Interessant hierbei ist das man wissen muss, das dieser Strafenkatalog natürlich nicht detailliert jedes Vergehen aufzählt (z.B. Bein stellen im Gehen, Bein stellen beim Laufen, Bein stellen beim Spurt, Schimpfwortekatalog) sondern das -wie im StGB auch es sogenannte Gruppen (schwerer Fall, mindereschwerer Fall etc) gibt.


    Die Vorgänge werden dann quasi mit "sogenannten Schlüsselinterpretationen" kategorisiert.
    Hierbei kann ich wiederum nur Manfred Zitieren, der es auf den Punkt bringt:

    Manche Formulierung [...] lässt Interpretationsspielraum [zu] und den muss das Sportgericht zu Gunsten des Spielers auslegen.

    Beim Interpretationsspielraum geht es dann auch nicht darum, wie man den Vorgang sich vorstellt, sondern in welche Kategorie man ihn einordnet.
    So lange man es nicht selbst gesehen hat ist es vielleicht nicht unbedingt schwer sich als Fussballerfahrener eine Situation vorzustellen wenn sie vernünftig beschrieben ist. Jedoch ist die Einordnung in eine Strafenkategorie oft von interpretationen abjängig, die wir durch die Art der Darstellung beim Leser erzeugen.

  • Wobei mich diese Aussage irritiert:


    Dafür gibst Du nur eine Verwarnung? Für mich ist das ist eine glasklare Rote Karte und ich bin näher am Abbruch (auch wenn es dafür m.E. nicht reicht) als an der Verwarnung. In dem Du hier nicht die Rote Karte zeigst, nimmst Du dem Sportgericht eine echte Chance für eine Strafe, denn mit der Verwarnung ist das Thema "durch". Die Aussage "lächerlich" rechtfertigt zwar für sich durchaus auch eine Rote Karte, ist aber weitaus harmloser als der vorherige Vorgang - und ein Verweis ist m.E. zwar zu wenig dafür, aber Du hast selbst den Maßstab verschoben. Nebenbei: Der verweigerte Handschlag spielt keine Rolle, Du solltest daraus nur lernen, dass man den besser nicht einfordert, sondern nur annimmt - und wenn er von sich aus die Hand anbietet und dann einen solchen Satz ablässt, wird das nicht so glimpflich für den Spieler abgehen. Aber auch hier ist Dein Sonderbericht nicht hinreichend aussagefähig, ein Spielfeld hat keinen Ausgang, unter der Aussage, dass Du das Spielfeld nicht verlassen konntest, kann ich mir auch nichts vorstellen. Ich nehme an, dass Du in den Kabinentrakt wolltest bzw. den Innenraum in Richtung Kabine verlassen - aber dann solltest Du das auch schreiben.

    Mh... muss dir ehrlich sagen für das Rempeln hätte ich nicht mal :gelbe_karte: gezeigt, hätte sowas in der Art gesagt :"Weiter gehts der war nicht drin, Spiel weiter und gut ist!"
    Für den zweiten Spruch dann hätte ich Ihm :gelbe_karte: gezeigt und fertig.



  • Ihr müsst in Euren Spielen für Ordnung sorgen und nach jedem Platzverweis ist ein akuter Störenfried weniger auf dem Platz.

    Das halte ich für einen pragmatischen Ansatz: Frühzeitig in eigenen Spielleitungen für klare Verhältnisse sorgen und sich somit viel Ärger (hier: Ärger=Sonderberichte) ersparen.

    Was dananch die Klassenleiter bzw. Sportgerichte daraus machen, sollte uns in unseren zukünftigen Spielleitungen nicht beeinflussen.

    Zu 95% bekomme ich keine Rückfragen/ keine Rückmeldungen zu meinen Sonderberichten sondern die SB sind nach dem Motto "Fire and forget" mit dem Absenden nie wieder ein Thema. Auch zu gesprochenen Urteilen/Sperren bekommen wir SR keine Informationen; selbst auf Rückfrage nicht. So kann auch keine "Lernkurve" im Zusammenspiel SR/Sonderbericht zu Spruchkammer/Urteil erfolgen. Es wird beim Status Quo bleiben.
    Die Lernkurve mitmachen können die jeweiligen fehlbaren Akteure bzw. deren Vereine. Die bekommen nämlich sowohl die Anklagen (Sonderberichte der SR; zumindest auszugsweise) als auch die Verhandlungen/ Begründungen und die Urteile mit.
    Somit haben die jahrelang mit Verfahren befassten Obleute der Vereine mir als SR gegenüber einen klaren Vorteil- wissen sie doch genau, für welche Formulierungen welche Vergehen geahndet werden und welche Strafen wann zu erwarten sind.


    Bei einigen wenigen meiner SB gab es Rückfragen, die mehrfach mit einem kritischen/genervten Unterton ("warum haben Sie als SR nicht dies und jenes getan"/ "war das wirklich erforderlich"/ "dafür können wir xy nicht bestrafen") begleitet waren.


    Meinen ursprünglichen Ansatz, in meinen Sonderberichten die Gesamtsituation zu beschreiben (Ausgangsposition der Begegnung, bisherigen Spielverlauf, Akzeptanz der bisherigen Spielleitung, vorangegangene strittige Entscheidungen, etwaiige Provokationen/ aufgehitzte Atmosphäre durch Zuschauer o.ä.) und dann das eigentliche Vergehen zu beschreiben, habe ich verworfen. Ich schreibe nur noch im Telegrammstil welche Vergehen von welcher Person ich wann wie geahndet habe. Dazu nutze ich oftmals das Feld "Vorkommnisse" im eSB und bin dann in 2 Minuten damit fertig.
    Sollen die Beteiligten gern bei mir rückfragen- ich stehe zur Verfügung. Macht aber (in den allermeisten Fällen) keiner.

  • Oft wird es so gelehrt aber so ist es dann nicht gemeint und wird von den schreibern falsch vertstanden.


    Ich weis das viele das hier im Forum meist anders sehen aber hier hast Du definitiv recht.

    Meinen ursprünglichen Ansatz, in meinen Sonderberichten die Gesamtsituation zu beschreiben (Ausgangsposition der Begegnung, bisherigen Spielverlauf, Akzeptanz der bisherigen Spielleitung, vorangegangene strittige Entscheidungen, etwaiige Provokationen/ aufgehitzte Atmosphäre durch Zuschauer o.ä.) und dann das eigentliche Vergehen zu beschreiben, habe ich verworfen.

    Es wird hier zar immer im Forum von einem "Gesamtbild" geschrieben. Aber mal Ehrlich: die von mir rot markierten Dinge sind tatsächlich Überflüssig. Interessant sind sie nur, wenn sie unmittelbarer Auslöser für das mit FaD bestrafte Vergehen des Spielers waren. Bspw. wenn unmittelbar nach einer Provokation durch einen Zuschauer der Spieler zur Wasserflasche greift und sie dem Zuschaer an den Kopf wirft.

    Ich schreibe nur noch im Telegrammstil welche Vergehen von welcher Person ich wann wie geahndet habe. Dazu nutze ich oftmals das Feld "Vorkommnisse" im eSB und bin dann in 2 Minuten damit fertig.

    Der "Telegrammstil" könnte dann vielleicht zu wenig sein. Kann ich jetzt nicht beurteilen weil ich Deinen Telegrammstil nicht kenne.


    Das Feld "Vorkommnisse" solltest Du jedoch nicht dafür benutzen. Oftmals wird von den Kollegen da soviel Müll reingeschrieben, das dieses Feld schon gar nicht mehr gelesen wird. Ist leider so.
    Im letzetem Jahr gab es bei uns eine Schulung für Sonderberichte. Dabei wurden auszugsweise die Informationen die in diesen Feldern stehen vorgelesen. Bei knapp 1.000 Spielen pro Woche im HFV ist keiner mehr in der Lage diesen "Mist" der da zum Teil steht seriös auszuwerten.


    Zumindest für den HFV kann ich sagen, das für jede Rote Karte (also auch die Gelbrote) und jeden Innenraumverweis Grundsätzlich ein Sonderbericht zu fertigen ist. Fehlende Sonderberichte führen zu Strafen, offenbar soll es bereits in dieser Saison wegen fehlender Sonderberichte.

    • in einem Fall zu einem Lizenzentzug
    • in einem anderem Fall zu einer Sperre von 1/2 Jahr

    bei den fehlbaren Schiedsrichtern gekommen sein.


    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Da wo Sonderberichte geschrieben werden greift der HFV auch ebenso regelmässig durch.


    Heute MIttag wieder eine Einladung bekommen. Betroffener SR ist mein Sohn. Spieleabbruch. Es geht in die 2. Runde.
    Die ersten empfindlichen Strafen sind schon durch. Jetzt geht es um die Ermittlung des tatsächlichen Verursachers. Die möglichen Strafen bei Nichtnennung sind dem Verein schon in der letzten Verhandlung angedroht worden.
    Das dies dann nicht nur Lippenbekenntnisse des Verbands sind zeigt die Rechstsprechung der Spruchkammer bei ähnlich gelagerten Fällen im letztem Jahr.

  • Das Feld "Vorkommnisse" solltest Du jedoch nicht dafür benutzen. Oftmals wird von den Kollegen da soviel Müll reingeschrieben, das dieses Feld schon gar nicht mehr gelesen wird. Ist leider so.

    Das Feld "Vorkommnisse" muss zwingend von der jeweiligen Staffelleitung gelesen werden; schließlich steht da auch, ob ggf. nicht spielberechtigte Spieler mitgewirkt haben was bei uns zwingend eine Spielwertung zur Folge hat.


    Es ist nicht sinnvoll, strukturelle Versäumnisse anderer Institutionen zu kompensieren- damit wird Fehlverhalten auch noch gefördert.

    Zumindest für den HFV kann ich sagen, das für jede Rote Karte (also auch die Gelbrote) und jeden Innenraumverweis Grundsätzlich ein Sonderbericht zu fertigen ist. Fehlende Sonderberichte führen zu Strafen [..]

    Danke für den Hinweis- ob ich auch für Innenraumverweise von Teamoffiziellen zwingend einen separaten Sonderbericht anfertigen muss kläre ich.

  • Nur damit die Mitleser aus Bayern nicht verwirrt werden, bei einem FaD, Paßvergehen und alles was sonst noch gemeldet wird, wird in Bayern ausschließlich der BFV-Meldebogen verwendet


    http://www.bfv.de/cms/schiedsr…lar_juli_2016_195682.html


    das hier in einigen Verbänden noch überlegt wird, wie überhaupt eine Meldung auszusehen hat bzw. was in das Feld "Vorkommnisse " rein soll ist schon abenteuerlich.

  • Ganz so abenteuerlich ist es nicht:


    Für den FAD gibt es im SHFV ein Standard-Formular. Für alle anderen Vorkommnisse, die zu melden sind, wird entweder das Feld "Vorkommnisse" im eSB verwendet oder ein Sonderbericht hochgeladen. Für letztgenannten Sonderbericht (für was auch immer) gibt es meines Wissens kein Standard-Formular.


    Kleinere Abweichungen im Platzaufbau, Mängel an eSB und/oder Spielerpässen werden im Feld "Vorkommnisse" dokumentiert und fertig.
    Spielabbrüche oder Tätlichkeiten von Teamoffiziellen werden natürlich per Sonderbericht (ohne Standard-Formular) dokumentiert- auch klar.


    Aber ob für einen Innenraumverweis "einfachster Sorte" ein separater Sonderbericht hochgeladen werden soll oder eine Beschreibung im Feld "Vorkommnisse" ausreicht- das kläre ich.


    Ganz so schlimm ist es hier im SHFV nun auch wieder nicht.. :cool:

  • Genau das was BRiT hier beschreibt macht doch den Unterschied aus, über den wir uns hier offenbar nicht richtig einig werden:

    • Der eine Verband schreibt alles mögliche in das "Besondere Vorkommnisse" Feld, der andere Verband hat für alles mögliche einen Vordruck.
    • Bei einem Verband gibt es in jedem Kreis offenbar ein eigenes Schiedsgericht, im anderem Verband wird das Zentral an einer Stelle entschiedeen.
    • In einem Verband sitzen ausgebildete Juristen in den Spruchkammern im anderem Verband nur gebildete Laien
    • Die einen haben Kataloge andere haben keine oder auf Kreisebene unterschioedliche die vermutlich nicht einmal untereinander abgestimmt sind.
    • In einem Verband darf der Staffellleiter entscheiden in anderen Verbänden nicht oder es gibt klare Grenzen was der Staffellleiter darf und was nicht.
    • etc. etc.


    Ist doch kein Wunder.


    Wenn ich dann noch höre/sehe was einige so in Ihre Sonderberichte schreiben sollen und was so alles für Wichtig erachtet wird. Ohne Worte


    Was offenbar bei vielen fehlt ist eine klare und einheitliche Linie. Wer das nicht glaubt liest einfach mal die Kopmmentare zu den Spielberichten hier im Forum und setzt die Anmerkungen in ein Verhältnis zu den Landesverbänden derjenigen, die den Kommentar abgeben.


    Kein Vorwurf an die fleissigen Kommentargeber, sondern die Feststellung eines Zustandes.

  • Ich gehe nochmal auf die Eingangsfrage ein. Eigentlich ist diese Frage, warum ich Vergehen sanktionieren soll, wenn die Spruchkammer dann sowieso nichts unternimmt, ganz einfach zu beantworten:


    Weil es unsere Pflicht ist und wir uns an die Regeln zu halten haben.


    Alles andere hat uns im Prinzip nicht zu interessieren.

    35 Jahre Schiri :saufbrüder: ( und immer noch nicht genug davon )
    1981 bis 2016