Erster Elfmeter gesehen durch den Video Assistant Referee (VAR)

  • Manfred, das ist die Kommunikation nach außen, die hat mit den tatsächlichen Gegebenheiten vermutlich absolut gar nichts zu tun.


    Gerade das Glasfaserkabel - ja nee, ist klar. Das war einfach nur dahergesagt, um irgendwas zu nennen, was vielen Leuten zumindest grob ein Begriff ist.


    Auch geschickte Außenkommunikation gehört übrigens zu einer ganzheitlichen Projektleitung. Und diese muss nicht immer der exakten Wahrheit entsprechen.

  • das ist die Kommunikation nach außen, die hat mit den tatsächlichen Gegebenheiten vermutlich absolut gar nichts zu tun [...] geschickte Außenkommunikation gehört übrigens zu einer ganzheitlichen
    Projektleitung. Und diese muss nicht immer der exakten Wahrheit
    entsprechen

    Ich denke, das trifft es. Denn das was tatsächlich passiert ist, geht keinen Aussenstehenden etwas an.


    Und vielleicht gab es ja tatsächlich einen wackeligen Stecker an einem Glasfaserkabel. Dann wäre es nicht einmal gelogen....

  • Krug weg, Diskussionen bleiben

    Titelt n-tv seinen Artikel um die Vorgänge des Video-Beweis Projekts vom Wochenende.

    Auf die "Krug-Story" möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, dafür gibts bereits einen anderen Diskussionsbeitrag.

    Interessant finde ich die (gefühlt inflationäre) Entwicklung der Anwendung des Videobeweises.

    Ich erinnere mich da an ein Zitat von Felix Bych [Zitiert aus dem Gedächnis] "Gut am Videobeweis ist, das wir Schiedrichter in der Berichterstattung dann nicht mehr die Deppen sind" [Ziat Ende] Irgendwie hat er recht behalten. Schimpf und Schande wird derzeit bei den üblichen Situation -der (nicht) gegebene 11er, die/das (vermeintliche) Abseitsposition/Foulspiel vor der Torerzielung etc . - nicht mehr auf dem Kollegen auf dem Feld abgeladen sondern richtet sich gegen die imaginäre "SR-Cloud" im kölner Videostudio.


    Inflationär ist allerdings die Anwendung des Videobeweises. Gefühlt wird inzwischen bei nahezu jeder Situation eine Überprüfung gefordert bzw. bereits angewendet. So war das aber ursprünglich nicht geplant bzw. Kommuniziert. Oder habe ich da was falsch verstanden? Selbst für die GelbRote beim Spiel HSV gegen Stuttgart wird hier in einer Pressekonfernz inzwischen das Eingreifen des Video-SR unterschwellig gefordert. War nie so vorgesehen -auch wenn der SR nachträglich seinen Fehler einräumt [Zitat aus dem Gedächtnis]"Aus meiner Perspektive trifft er die Achillessehne - nach ansicht der Videobilder...[Zitat Ende]


    Selbst in der Betonliga wird sich bereits auf dem Spielfeld über den Videobeweis lustig gemacht - dazu zwei "Vorfälle" aus den letzten Wochen...

    • Ein von mir nicht gegebenes Tor beim Stand von 0:0 etwa 10min vor Schluss kommentierte ein Spieler (SR-Kollege): "ich fordere die Einführung der GLT für die Kreisklasse". Der Kommentar des Kollegen trug darüber hinaus zur Entspannung der Situation bei, denn keiner seiner Mitspieler kommentierte die Situation. Zufällig gibts davon tatsächlich Videobilder. Ich bin zwar nach wie vor davon Überzeugt das der Ball nicht über der Linie war, auf diesen Bildern sieht es aber deutlich knapper aus als ich die Situation auf dem Feld wahrgenommen habe.
    • Ein von mir gegebenes Tor nach "vermeintlicher Abseitsstellung" kommentierte ein Abwehrspieler mit dem "Kastenzeichen". Und Nein, dafür gabs kein Gelb. Im Gesamtkontext des Spiels wurde in heiterer Athmosphäre viel herumgealbert und das Video-Ref Zeichen wurde von allen als belustigende Einlage denn als SR-Kritik verstanden. Man muss halt nur den "zugeworfenen Ball" richtig aufnehmen. Ich deutete an zu warten, hielt die Hand an mein Ohr und tat so als ob ich "mit Köln spreche". Danach machte ich auch den "Kasten" und zeigte auf den Anstosspunkt.

    Edit:

    Gerade noch einen Kommentar von Tony Kroos auf n-tv dazu gefunden

     

    Ich pfeiffe das Spiel und nicht die Regeln!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von SixthSCTF () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • So kann man das natürlich auch machen. Sowas geht aber nur, wenn die Spieler es auch mitmachen und die Stimmung auf dem Feld nicht zu aufgeheizt ist.

    Aber ich finde, vor allem die zweite Szene, eine richtig tolle Aktion.:top:

    Nicht ganz sauber, nicht ganz fein, aber es muss ja nicht gleich Strafstoß sein.
    (Lutz Michael Fröhlich)

  • Die Vereine und Spieler sollen sich mal lieber erst mal klar werden was sie denn genau möchten.
    Als es den Videobeweis noch nicht gab, hat jedes WE irgendjemand gesagt (sinngemäß) "So viele Kameras und der SR darf es nicht nutzen".

    Jetzt darf er und nutz es auch.
    Und plötzlich ist es auch nicht gut.

    Ich verstehe das Problem was die Vereine/Spieler haben nicht.
    Alle Videobeweise die ich bisher gesehen hab fand ich, dass man nicht jede Entscheidung 100% nachvollziehen kann, liegt oftmals eher an Regelunkenntnis als daran, dass die Entscheidung "falsch" ist.

    Ich persönlich find den Videobeweis gut und er sollte erhalten bleiben.

    Bin kein Schiedsrichter, nur ein Spieler der sich für die Regeln seines Sports interessiert :D

  • [...]

    Ich verstehe das Problem was die Vereine/Spieler haben nicht.
    Alle Videobeweise die ich bisher gesehen hab fand ich, dass man nicht jede Entscheidung 100% nachvollziehen kann, liegt oftmals eher an Regelunkenntnis als daran, dass die Entscheidung "falsch" ist.
    [...]

    Thumbs Up für Deinen Kommentar amfa

    Darüber hinaus gibt es dann noch die vielen "Ermmesensentscheidungen".

    Da wird man immer geteilter Meinung sein - selbst mir noch so vielen Kameras, Zeitlupen und Videovergrösserungsgläsern.

  • Das Problem, was die Vereine/Spieler haben, ist, dass es unfair erscheint, dass bei "Ermessensentscheidungen" manchmal die erste Entscheidung des Schiedsrichters zählt, manchmal der Video-Assistent "entscheidet" und manchmal der Schiedsrichter seine Entscheidung nach Video-Studium korrigiert. Wenn hierbei der Eindruck von Willlkür entsteht, ist das sicherlich ein Problem.


    Deshalb war der Plan ja eigentlich, dass bei Ermessensentscheidungen der Videobeweis gerade nicht benutzt wird. Dies wurde in der Bundesliga leider zwischendurch etwas aufgeweicht.


    Generell bleibt natürlich das schwer zu lösende Problem, dass man entscheiden muss, ob es eine Ermessensentscheidung oder Schwarz-Weiß-Entscheidung ist - und das ist oft nicht eindeutig (bzw. liegt wiederum im Ermessen des VA...)


    Persönlich finde ich deshalb die Review Area nur selten sinnvoll. Normalerweise sollte es doch nur 2 Fälle geben: "klarer Fehler" -> VA korrigiert oder "kein klarer Fehler" -> Entscheidung bleibt bestehen.

  • [...] Normalerweise sollte es doch nur 2 Fälle geben: "klarer Fehler" -> VA korrigiert oder "kein klarer Fehler" -> Entscheidung bleibt bestehen.

    Das ist auch das Prinzip des American Football:


    Zunächst ist nur bei Review fähigen Entscheidungen (da gibts eine Art Katalog) überhaupt ein Review (Videobeweis) möglich.


    Und dann müssen die Videobilder EINDEUTIG belegen, das die Entscheidung auf dem Feld (Ruling on the Field) falsch war. Nur dann wird sie geändert. Übrigens gehören im Football die sogenannten "Ermessensentscheidungen" zum Katalog dazu - sind also nicht Review fähig!

  • Ich verfolge die Diskussion ja auch gespannt.

    Mir stellt sich die Frage, ob wir Deutschen uns mit unserer Sprache da selber ein "Bein stellen".

    Im Englischen heißt das wohl zu Recht "Video Assistent Referee". Assistent ist jemand, der mir helfen soll, mir meine Aufgaben erleichtern.

    Wovon reden wir? VIDEOBEWEIS.

    Jeder, der was von Wahrnehmungspsycholgie versteht, weiß, dass es hier keinen "BEWEIS" gibt, lediglich einen anderen Blickwinkel. Selbstverständlich kann die Annahme eines anderen Blickwinkels zu anderen Ergebnissen führen.

    Das Folgende in Klammern:

    Selbst wenn jemand von Wahrnehmungsfehlern spricht, weil er aus einem anderen Blickwinkel die Situatuion anders wahrgenommen hat, wäre eine solche Aussage nur richtig, wenn er den Blickwinkel des SR kennt, aber noch haben unsere SR keine Helmkamera um deren Blickwinkel einzusehen.

  • Mir stellt sich die Frage, ob wir Deutschen uns mit unserer Sprache da selber ein "Bein stellen". [...]

    Klasse Antwort.

    Wobei ich denke, es ist hier weniger die Sprache als unsere Urdeutsch-Preussische-Mentalität die uns im Weg steht.

    Das ist dann vermutlich auch einer der Ursachen warum es bei uns umgangssprachlich wohl VIDEOBEWEIS heist. Linguistisch betrachtet drückt das Wort halt genau diese Preussische Mentalität aus, alles unbedingt mit einer "digitalen 0-1 Entscheidungsvorlage" zu regeln.


    Nachtrag


    Gerade auf der Homepage des Hamburger Fussball Verbandes gefunden.


    Offenbar wird wieder zurückgerudert und die ursprüngliche Fassung des Verfahrens wann der VAR eingreift wieder eingeführt.


    Das Krug noch an das IFAB berichtet und den "Berichtskram" macht liegt wohl daran, das man auf seine Erfahrung in dieser Projektphase gerade nicht verzichten kann.

    Die Leitung übernimmt aber offenbar Lutz Michael Fröhlich

    Ich pfeiffe das Spiel und nicht die Regeln!

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  • Beitrag von SixthSCTF ()

    Dieser Beitrag wurde von Manfred gelöscht ().
  • Mojn zusammen,

    Jetzt interessiert mich mal eure Meinung im Spiel Mainz-Köln.


    1. Elfmeter-war es keiner?! Wo war der Videobeweis.


    2. Rote Karte gegen Mainz-überzogen?

  • Der Elfmeter war eine Fehlentscheidung. Laut Aussagen von SR Brych nach dem Spiel wurde ihm von VA Welz der Kontakt bestätigt, der auch von ihm selbst wahrgenommen wurde. Deshalb blieb es bei der Entscheidung. Diesen Kontakt gab es aber scheinbar nicht, also eine falsche Bewertung von Welz, die schwer nachzuvollziehen ist, da er im Gegensatz zu Brych ja gute Perspektiven zur Verfügung hatte.


    Die Rote Karte war für BL-Verhältnisse sehr hart. Ein klarer Fehler und VA-relevant war die Szene aber mMn nicht.

    Brychs Begründung war, dass er den Mainzer härter als den Kölner bestrafen wollte, weil die Aktion des Mainzers absichtlich und die des Kölners unabsichtlich war.

  • Der Strafstoß war leider eine Fehlentscheidung. Das Welz das nicht erkannt hat ist unerklärlich. Die eigentliche Frechheit ist aber das Verhalten des Spielers, der hier die Fallsucht hatte. An Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Das bestätigt meine persönliche Meinung über faires Verhalten von Fussballprofis im speziellen und Fußballspieler im allgemeinen, die für mich die unfairsten Sportler überhaupt sind. Wie überall bestätigen Ausnahmen die Regeln.

    Der Feldverweis hingegen war völlig in Ordnung. Wer seinen Gegner schlägt, fliegt vom Platz. So steht es in der Regel. Es steht nichts davon drin, dass der Gegner erst k.o. geschlagen werden muss, damit ein Feldverweis gerechtfertigt ist. Es ist schön, dass auch in der Bundesliga Kollegen mal wieder daran erinnern, dass die Regeln für alle gelten.

  • Der Feldverweis hingegen war völlig in Ordnung. Wer seinen Gegner schlägt, fliegt vom Platz. So steht es in der Regel. Es steht nichts davon drin, dass der Gegner erst k.o. geschlagen werden muss, damit ein Feldverweis gerechtfertigt ist.

    Also da muss ich dir vehement widersprechen. Das war doch kein schlagen. Der Spieler liegt mit Schmerzen am Boden und sein Gegner hat nichts anderes zu tun, als ihn mit seinem angegrabsche zu provozieren. Er versucht sich dann lediglich loszureißen. Wo bleibt hier Dein "Aufschrei" wegen des Schmierentheater nach dem angeblichen Schlag, als sich der Spieler rumwälzt, als wäre er von einem Boxer getroffen wurde? Das ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.