Rauferei zweier Mannschaftskollegen

  • Was tue ich bei einer Rauferei zweier Mannschaftskollegen? Gestern war Heim 5 sehr aufgebracht, weil ihn scheinbar ein Spieler von Gast als Missgeburt beschimpfte. Ich habe nichts derartiges wahrgenommen. Der Spieler ist mir schon von Anfang an als Hitzkopf aufgefallen. Er konnte nach beschriebener Aktion nur von einem eigenen Spieler ansatzweise zur Ruhe gebracht werden, aber er schlug und stiess diesen mehrfach weg. Da könnte man doch mal das gelbe Kärtchen heben zwecks Unsportlichkeit oder?

  • Theoretisch ja, denn eine Beleidigung beispielsweise gibt auch eine Karte, egal ob es sich um einen Mit- oder Gegenspieler.


    Oder liege ich falsch?

  • Das kommt ganz darauf an, wie intensiv dieses schlagen und stoßen war....


    Denn "Übergriffe" gegen Mitspieler werden genauso geahndet wie gegen Gegenspieler.
    Denn Mitspieler sind kein Freiwild...


    Von daher ist es immer situationsabhängig, welche Karte zum Einsatz kommt.

    Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt. (Dieter Hildebrandt)

  • Äh David, da steht:

    Zitat

    er schlug und stiess diesen mehrfach weg

    Schon alleine die Wortwahl "stoßen" (statt schubsen) legt eher :rote_karte: als :gelbe_karte: nahe, aber wenn ausdrücklich von "schlagen" die Rede ist, dann gibt es doch wohl keine Alternative.


    Dennoch ist es interessant, wenn man gelegentlich Spielern klar machen muss, dass auch Beleidigungen des Mitspielers zum Ballverlust inclusive Freistoß und Karte führen können - die sind immer sehr erstaunt.

  • Wie ist denn dann die Spielfortsetzung, wenn das bei laufendem Spiel passiert und zwingend unterbrochen werden muss? :hammer:


  • Indirekter Freistoß für den Gegner wo vergehen.


    Direkter Freistoß am Ort des Vergehens - Regeländerung 2016

    Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt.

  • Ach du scheisse, zum Glück habe ich weiterlaufen lassen. Da sich die Sache auf Höhe der eigenen Grundlinie in der Nähe des Tores abspielte und ein gegebener Strafstoss dem Spielverlauf nicht gerecht gewesen wäre... Wieder was gelernt. Danke.

  • Äh, wie, du hast weiterlaufen lassen. Wenn du das gesehen hast, dann musst du auch eingreifen. Hier kann es nur eine Entscheidung geben:


    :rote_karte: für den Schläger und Spielfortsetzung Strafstoß für die gegnerische Mannschaft ( siehe Regel 12 -3 ).


    Darin heißt es: Zitat
    Bei laufenden Spiel und einem Vergehen eines Spielers innerhalb des Spielfeldes gegen eine(n)
    + Gegner: indirekter oder direkter Freistoß oder Strafstoß
    + Mitspieler, Auswechselspieler, ausgewechselten Spieler oder ein des Feldes vetwiesenen Spieler,
    Teamoffiziellen / Spieloffiziellen: direkter Freistoß oder Strafstoß.
    + sonstige Person: Schiedsrichterball.
    Erklärung: Damit werden Vergehen gegen Mitspieler und Auswechselspieler bezüglich der Spielstrafe auf die gleiche Stufe gestellt, wie Vergehen gegen Gegenspieler.
    Zitatende.


    Kurzum: Deine Entscheidung war vielleicht die einfachste aber auch schlichtweg falsch. Ein Spieler, der schlägt gehört nicht auf das Spielfeld.
    Und den Strafstoß hätten alle Beteiligten so schnell nicht mehr vergessen. Spielverlauf hin oder her.

    35 Jahre Schiri :saufbrüder: ( und immer noch nicht genug davon )
    1981 bis 2016

  • Ich Spiele ja auch noch Aktiv und so eine Szene das der SR Rot zeigt und Strafstoß gibt will ich nicht gegen uns erleben... das führt zu 60 % zu einem Abbruch und warum?
    Weil den Herren die Regeln scheiss egal sind und das ist auch ein ganz ganz großes Problem!
    Viele Spieler unterhalb der Gruppenliga kennen nur die Hälfte der Regeln und der Rest wird zur diskussion...

    Ohne Schiedsrichter? :/ Viel Spaß das wird nichts :D

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan () aus folgendem Grund: Komplettzitat entfernt, da Folgepost

  • Und deswegen würdest du die Regeln so gestalten wie es für dich am leichtesten ist oder wie darf man das verstehen?

    Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt. (Dieter Hildebrandt)

  • Kann deine Haltung auch nicht nachvollziehen. Deine Argumentation hinkt. Auch kann ich deine Aussage, dass unterhalb der Gruppenliga nur ahnungslose Fußballspieler auf dem Platz stehen nicht bestätigen. Da ich aus dem Nachbarverband komme, habe ich im Rahmen des Austausches sehr oft im hessischen Kreis Limburg-Weilburg Einsätze und ich kann sagen, dass dem nicht so ist. Ich habe bei diesen Einsätzen meistens sogar weniger Probleme als im eigenen Kreis. Wir Schiris aus dem Rhein-Lahn-Kreis sind dort gern gesehene Gäste und werden entsprechend behandelt.
    Aber zurück zum Thema. Ich bin sicher, dass ich wegen der von dir geschilderten Aktion keinen Abbruch haben würde. Wenn dem Spielführer vernünftig erklärt wird, warum ich so gehandelt habe, wie ich gehandelt habe, dann würde das auch akzeptiert werden. Aber über solch ein Vergehen hinwegsehen, aus Angst, es könnte eskalieren, ist ganz sicher die schlechteste aller Lösungen.
    Wenn die Burschen wirklich meinen sollten, es zum Eklat kommen zu lassen, dann soll es eben so sein aber nur, weil die die Regeln nicht kennen, sie dann nicht anzuwenden, geht einfach nicht. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Und die Regelexperten auf dem Platz sind wir. Basta.

    35 Jahre Schiri :saufbrüder: ( und immer noch nicht genug davon )
    1981 bis 2016