Regelfrage 19 der Saison 2014/2015

  • Hallo zusammen,
    bei der Antwort wurde betont "Da sich das Vegehen nicht gegen einen spielberechtigten Gegenspieler richtet"...
    Ist es für die Spielfortsetzung nicht egal , ob ich einen Mitspieler,Gegenspieler, Zuschauer oder des Feldes verwiesenen Spieler anwerfe, also von innen nach außen ?

  • Ist es für die Spielfortsetzung nicht egal , ob ich einen Mitspieler,Gegenspieler, Zuschauer oder des Feldes verwiesenen Spieler anwerfe, also von innen nach außen ?

    Ich meine, dass es beim Anwerfen eines Gegenspielers Schiedsrichterball gibt. Wenn es auf dem Feld passiert gibt es direkten Freistoß wo getroffen wird oder werden soll. Nachdem dies außerhalb des Feldes ist, kann es doch nur
    Schiedsrichterball geben wo der Ball bei der Wahrnehmung (Unterbrechung) war.

  • Wie war das noch? Ein Spieler, der des Feldes verwiesen wurde, hat den Innenraum zu verlassen und gilt als Zuschauer. Ob das etwas an der Spielfortsetzung ändert, will ich nicht verraten.

  • Mir geht es hier mal um einen anderen Aspekt, der mir leider nicht so "glasklar" ist, nämlich die persönliche Strafe. Dazu zitiere ich mal kurz aus den "Zusatzbestimmungen und Richtlinien der FIFA für Schiedsrichter", die im Regelheft Kap. 12 zu finden sind:

    Zitat

    Wirft ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler bei laufendem Spiel rücksichtslos einen Gegenstand auf einen Gegner oder eine andere Person, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und verwarnt den betreffenden Spieler.
    Wirft ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler bei laufendem Spiel mit übermäßiger Härte einen Gegenstand auf einen Gegner oder eine andere Person, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und verweist den betreffenden Spieler wegen einer Tätlichkeit des Feldes.

    In der Regelfrage ist vom Werfen eines Grasbüschels die Rede. Angesichts der flugdynamischen Eigenschaften eines solchen möchte ich die "übermäßige Härte" hier mal leicht anzweifeln. Das "rücksichtslos" würde ich ja noch gelten lassen. Also konkret, warum nicht :gelbe_karte: ?
    Vielleicht habe ich aber hier grundsätzlich etwas falsch verstanden... bitte um Aufklärung! :)

    Bin selber kein Schiedsrichter, aber Vereinsfunktionär mit Erfahrung in der Mannschafts- und SR-Betreuung.

  • Warum nicht verraten? Letztendlich ist doch allen geholfen, wenn hier klar wird, was warum richtig ist, als dass Halbwahrheiten entstehen. Oder soll es darum gehen, jemanden nicht "gewinnen" zu lassen bei der Fragerunde?


    Laut aktuellem Regelheft auf Seite 93 oben ist unerheblich, ob das Werfen einem Gegenspieler oder einer anderen Person galt. Es gibt immer idF. Ich hatte mich aus dem Bauch heraus für einen SR-Ball entschieden, da ich erwartet habe, dass dieses Vergehen vergleichbar mit einem Foulspiel/Tätlichkeit außerhalb des Spielfeldes ist. War dann überrascht, dass dem nicht so ist, aber gut.


    Da es bei Regelfragen beim Werfen eigentlich immer rot gibt, habe ich das auch hier gewählt. Allerdings finde ich das zumindest diskussionswürdig. Im Regelheft im oben angegebenem Abschnitt steht nur, dass der FaD bei laufendem Spiel (was ja gegeben ist) und übermäßiger Härte des Wurfes (was nicht erwähnt wurde; auch nicht ob getroffen wurde) zu erfolgen hat.


    edit: Bin scheinbar nicht der einzige, der das mit der persönlichen Strafe so sieht ^^

  • Verraten wollte ich das (noch) nicht, um weiteren Kollegen die Möglichkeit zu geben, ihr Regelwissen zu testen und nicht einfach abzuschreiben.


    Zum FaD (oder nicht):
    Die Regelformulierung ist sicher irritierend. Wir werden aber etwas schlauer, wenn wir zum Foul schauen, wo der Begriff rücksichtslos aufgelöst wird, in dem er ein Foul beschreibt, welches eine Verletzung des Spielers in Kauf nimmt. Noch etwas mehr Erhellung gibt es, wenn wir - vor dem genannten Hintergrund - uns klar machen, dass im Regeltext zwar Gegenstand steht, aber eigentlich nur Ball gemeint sein kann, denn üblicherweise steht einem Spieler nur dieser als "Gegenstand" zur Verfügung, mit dem man jemanden verletzen kann. Wir müssen uns hier für meine Begriffe vom Wurf lösen, denn manche "Würfe" sind nach herrschender Lehre als Tätlichkeit zu begreifen - und schon passt alles.

  • Manfred : Nein, damit bin ich nicht einverstanden. Man kann nicht einfach sagen, da steht zwar "Gegenstand", es ist aber "Ball" gemeint. Wenn in den Regeln Ball gemeint ist, dann steht da auch Ball.
    Und dann hätte ich, Deiner Logik folgend, gerne mal ein Wurfvergehen als Beispiel genannt, welches nicht zwingend mit :rote_karte: zu ahnden wäre. Den Regeln gemäß müsste es ja solche geben. Natürlich rede ich nicht von erlaubtem Anwerfen bei Einwurf.

    Bin selber kein Schiedsrichter, aber Vereinsfunktionär mit Erfahrung in der Mannschafts- und SR-Betreuung.

  • Genau der Anwurf beim Einwurf ist es aber ... Den kannst Du "normal" ausführen (erlaubt), rücksichtslos (z.B. gegen den Kopf, da kommt es dann nur sehr bedingt auf die Heftigkeit an, hier wird immer eine Verletzung in Kauf genommen) oder eben auch mit übermäßiger Härte.


    Wir können jetzt lang und breit darüber streiten, warum in den anderen Fällen faktisch von einer Tätlichkeit ausgegangen wird, die Lehrmeinung ist aber so. Nebenbei: Mit einem Trikot könnte ich wohl nur in ganz seltenen Fällen bei einem Wurf rücksichtslos sein, eine übermäßige Härte wäre ausgeschlossen - demnach wäre der Wurf eines Trikots zulässig, kann irgendwie nicht sein ... Wäre es anders, könntest Du beispielsweise nie den Versuch eines Wurfs bestrafen, schließlich kann es bei einem Treffer keine übermäßige Härte geben.


    Sinn macht die Regel außer beim Anwurf aber in einem zweiten Fall: Ein Spieler wirft einen Gegenstand vom Feld (z.B. Ast, der dorthin gefallen ist), um das Feld bespielbar zu halten - dann kommt sehr wohl in Betracht, ob der Spieler das "normal", "rücksichtslos" oder mit übermäßiger Härte macht. Merke: Wer wirft, hat eben Verantwortung, wohin man wirft.


  • Laut aktuellem Regelheft auf Seite 93 oben ist unerheblich, ob das Werfen einem Gegenspieler oder einer anderen Person galt. Es gibt immer idF. Ich hatte mich aus dem Bauch heraus für einen SR-Ball entschieden, da ich erwartet habe, dass dieses Vergehen vergleichbar mit einem Foulspiel/Tätlichkeit außerhalb des Spielfeldes ist. War dann überrascht, dass dem nicht so ist, aber gut.


    Wurfvergehen gegen Gegenspieler ist ein direkter Freistoß, wenn der Kontakt auf dem Spielfeld zu Stande kommt.
    Wird der Gegenstand nach draußen geworfen, ist es ein ind. Freistoß, wo Ball bei Wahrnehmung des SR. Das nennt man Auswirken. Gegenstück - Einwirken, von außen nach Innen (z.B. durch einen Auswechselspieler). Ist demnach also ähnlich wie unerlaubtes Betreten/Verlassen des Feldes.

    Gott sei Dank habt ihr Schiedsrichter, sonst müsstet ihr eure Fehler ja bei euch suchen !

  • Das erste Vergehen wäre hierbei ja wohl ein Handspiel, also Spielfortsetzung dF. Oder?

    Bin selber kein Schiedsrichter, aber Vereinsfunktionär mit Erfahrung in der Mannschafts- und SR-Betreuung.

  • Genau, das bezog sich aber auf die konkrete Situation, in der, wenn ich mich richtig erinnere, das Spiel noch unterbrochen war - und während einer Spielunterbrechung gibt es nun einmal kein Handspiel ... Während das Spiel läuft, ist das Handspiel dann nicht nur das erste, sondern bezüglich der Spielstrafe auch das schwerere Vergehen, ergo direkter Freistoß.

  • Hallo zusammen,
    bei der Antwort wurde betont "Da sich das Vegehen nicht gegen einen spielberechtigten Gegenspieler richtet"...
    Ist es für die Spielfortsetzung nicht egal , ob ich einen Mitspieler,Gegenspieler, Zuschauer oder des Feldes verwiesenen Spieler anwerfe, also von innen nach außen ?


    Wurfvergehen gegen Gegenspieler ist ein direkter Freistoß, wenn der Kontakt auf dem Spielfeld zu Stande kommt.
    Wird der Gegenstand nach draußen geworfen, ist es ein ind. Freistoß, wo Ball bei Wahrnehmung des SR. Das nennt man Auswirken. Gegenstück - Einwirken, von außen nach Innen (z.B. durch einen Auswechselspieler). Ist demnach also ähnlich wie unerlaubtes Betreten/Verlassen des Feldes.

    so kenn ich es auch lt. DFB - Vorlage, siehe Anhang

  • Vielleicht wurde ich hier nur falsch verstanden. Mit "immer idF" meine ich die konkrete Situation, dass ein Gegenstand auf eine außerhalb des Spielfelds befindliche Person geworfen wird. (Genau das steht ja auch in dem von mir beschriebenem Abschnitt im Regelheft). Damit wollte ich auf die Frage eingehen, ob die angesprochene Betonung wichtig ist. Dass es auf dem Spielfeld gegen einen Gegenspieler den dF gibt, ist mir auch bewusst.