Wenn der Torwart nicht ins Tor will....

  • Und das muss wirklich sein, ja. Ich bekomme das auch ohne Solche Provokationen hin. Fände ich einfach unfair gegenüber den Spielern.

  • Und dann kam die Backpfeife...

    Ich hab das ja auch nicht gemacht und werde sowas wahrscheinlich nicht machen.


    Es soll doch nur aufzeigen das es Möglich ist einen Spieler zu einer Unsportlichkeit zu bringen, sofern man es möchte und als SR in der Lage dazu ist.


    In der Praxis sollte man als souveräner Spielleiter solche TW Probleme oder ähnlich theoretischen Fälle, gar nicht haben.


    Wenn doch, dann sollte man Seine Spielleitung als SR als erstes hinterfragen.


    Gute SR lernen daraus, Schlecht bleiben bei der reinen Therorie...

  • Und wozu soll diese Provokation gut sein? Wenn ich ein Spiel verkauft haben sollte, wenn ich meine eigene Mannschaft pfeife, wenn meine Freundin die Schwester vom Spielmacher des Gegners ist?


    Ich kann mir keine Situation auch nur annähernd vorstellen wo ein ehrlicher Schiedsrichter sich solcher Schmutzfinkenmethoden bedienen müsste.

  • Nochmals zum Verständnis:
    TW 1 nimmt den Platz nicht ein und erhält die GK.
    Dieser soll dann durch TW 2 ausgewechselt werden und macht keine Anstalten,
    den Wechsel durchführen zu wollen.


    Somit hat der TW 1 für mich in zwei unterschiedlichen Situationen eine Unsportlichkeit begangen. >> GR-Karte !!


    Nein. Wenn ein Spieler ausgewechselt werden soll und sich weigert, den Platz zu verlassen ist das keine Unsportlichkeit im Sinne von verwarnungswürdig. Wenn die sich nicht innerhalb einer kurzen Frist einig werden, wird ohne Wechsel weitergespielt (ist eine offizielle Regelfrage), und wenn der Auswechselspieler trotzdem raufkommt, ist er den Regeln gemäß zu verwarnen und immer noch kein Spieler. Selbst wenn das Spiel noch nicht fortgesetzt sein sollte und der Auswechselspieler den störrischen Spieler "nur" mit etwas Nachdruck vom Platz bitten will.

    Der Klügere gibt nach.


    Das erklärt, warum die Welt von den Dummen regiert wird.

  • Mein Lösungsvorschlag:


    Wir akzeptieren diese Schnaps-Idee mit der grünen Karte. Ein Tormann, der beim Strafstoß nicht in seinen Kasten will bekommt nach einer einmaligen, freundlichen, mündlichen Aufforderung die grüne Karte. Weigert er sich nun das Feld zu verlassen kommt das bereits angesprochene Prozedere von Kapitän einschalten bis Abbruch zur Geltung. :ironie:




    Wir hatten dieses Fallbeispiel einmal bei einem Regelabend. Ich glaube mich erinnern zu können, dass es sehr wohl die gelb/rote Karte geben kann, weil er sich ja zunächst nicht an die Regeln hält, dann eine Anweisung des SR ignoriert UND das Spiel bewusst verzögert. Hier sind 3 Vergehen, für 2 davon bekommt er halt gelb, oder?

  • Ich finde diese Gedankenspiele wichtig und gut- so setzen wir uns intensiv mit dem Regelwerk, Grauzonen und auch den "illegalen" Möglichkeiten auseinander.
    Das Problem an Timeys Vorgehen besteht darin, dass man sich als SR unglaubwürdig macht. Wenn der TW nach einer solchen "Verarschung durch den SR"- und nichts anderes wäre eine solche G/R-Karte- diesen Vorfall glaubwürdig im Kreis herumerzählt, dann ist man als SR unten durch. Wir SR sollten uns nicht zum Sklaven der Vorgabe "ein Spiel nur nach Ausschöpfung aller Mittel abbrechen" machen. Auch hier gibt es einen Verursacher; wir SR reagieren nur. Wenn weder der TW einsichtig ist noch seine Mannschaft es schafft, ihn zur Vernunft zu bringen- ja was sollen wir uns dann durch Regelbeugungen in Gefahr bringen? Am Ende sind wir SR die blöden, wenn irgendwelche Kunstgriffe daneben gehen.

  • Ich kann mir die Situation sowieso nur schwer vorstellen. Wenn es sich um ein Punktspiel handelt und ich dem Spielführer sage, dass jetzt der TW entweder ins Tor geht oder das Spiel zuende ist, kann ich mir eigentlich keine Mannschaft (inkl. Trainer) vorstellen, die den Torwart machen lässt?! Da werden doch 10 Mitspieler den TW davon überzeugen, seinen Allerwertesten schleunigst ins Tor zu befördern...

  • Natürlich ist es Theorie und passiert nie ... Aber wenn doch? Ich hatte schon mehrfach Situationen, bei denen ich vorher geschworen hätte, dass sich einen solchen Unsinn nur Regeltheoretiker ausgedacht haben können - und trotzdem sind sie passiert.


    Vielleicht tut uns der TW aber auch den Gefallen und verlässt, wenn auch nur knapp, das Spielfeld --> unerlaubtes Verlassen, Pflichtverwarnung, Ampelkarte.
    Womöglich wird der TW auch so nett sein, unsere Aufforderung mit einem Kommentar oder einer Fratze zu beantworten --> je nachdem führt das zur Ampelkarte oder zu Rot.


    Wenn wir Pech haben, bleibt es aber bei der reinen Regellage, die eindeutig ist: Verwarnung, Spielführer einschalten, Frist setzen, Abbruch - und den kann uns auch kein Sportgericht vorwerfen. Dennoch ist natürlich zu überlegen, was man macht, wenn ...


    Wie könnten denn Lösungen aussehen, die uns viel mehr Probleme machen?


    1. Der TW soll ausgewechselt werden, ist aber bockig und bleibt auf dem Feld. Lösung: Kein Problem, dann greift wieder die originäre Regellage.
    2. Der Spielführer teilt uns mit, dass Spieler X Torwart werden soll - nur der TW weigert sich, sich umzuziehen. Damit hätten wir schon ein weit größeres Problem, denn nach dem Regelwerk muss der TW eindeutig als solcher erkennbar sein und die übrigen Spieler gleich gekleidet. Es nutzt also nichts, die Billigvariante zu wählen und dem neuen TW ein Leibchen überzuziehen, damit wäre der alte TW, der ja nicht mehr TW ist, noch immer nicht wie ein Spieler gekleidet. Wir fordern den TW also zum Wechsel der Kleidung auf. Kommt er der Aufforderung nicht unverzüglich nach, schicken wir den bisherigen TW zur Behebung des Ausrüstungsmangels vom Feld. Weigert er sich, so ist Gelb-Rot fällig.
    3. ...

  • Warum soll ich versuchen, ihm was zu unterstellen.
    Die Situation ist einfach. Nach der Verwarnung für den TW warte ich ob er sich reinstellt.
    Falls nicht, beide Spielführer (damit die anderen auch Bescheid wissen) und den TW zu mir.
    Klare Ansage : "Es gibt nun 3 Möglichkeiten, a) der TW geht nun rein, b) ihr wechselt ihn aus oder ein Feldspieler geht rein, c) ich breche das Spiel ab. Habt nun 2 min Zeit, Euch zu entscheiden."
    Wo ist denn mein Problem, wenn ich hier abbrechen muss.
    Das Regelwerk ist klar und ich weise beide Teams darauf hin.
    Und glaubt mir, das Theater hab nicht ich nach dem Abbruch.
    Die Mannschaft des TW wird sich den zur Brust nehmen
    und die Gegner freuen sich auf einen Sieg am grünen Tisch.


    Die Variante, dass er sich weigert, sich auswechseln zu lassen, ist ja auch abgedeckt.
    Und wenn er gegen einen Feldspieler getauscht werden soll, folge ich der Meinung von Manfred.

    Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen.
    (Andreas Brehme)

  • Mh, Zitieren funktioniert irgendwie nicht.


    Manfred:

    Zitat

    2. Der Spielführer teilt uns mit, dass Spieler X Torwart werden soll - nur der TW weigert sich, sich umzuziehen. Damit hätten wir schon ein weit größeres Problem, denn nach dem Regelwerk muss der TW eindeutig als solcher erkennbar sein und die übrigen Spieler gleich gekleidet. Es nutzt also nichts, die Billigvariante zu wählen und dem neuen TW ein Leibchen überzuziehen, damit wäre der alte TW, der ja nicht mehr TW ist, noch immer nicht wie ein Spieler gekleidet. Wir fordern den TW also zum Wechsel der Kleidung auf. Kommt er der Aufforderung nicht unverzüglich nach, schicken wir den bisherigen TW zur Behebung des Ausrüstungsmangels vom Feld. Weigert er sich, so ist Gelb-Rot fällig.

    Kann der Spielführer denn einfach so sagen, dass der Torspieler getauscht wird? Oder muss dieser analog zur "normalen" Auswechslung auch einverstanden sein?

    "Sie stehen besser als wir sitzen und haben die richtige Entscheidung getroffen."
    Tom Bartels über das Gespann Skomina

  • Der Spielführer ist Ansprechpartner des Schiedsrichters, ergo müssen wir davon ausgehen dürfen, dass Mitteilungen von ihm an uns "offiziell" sind. Ebenso fragen wir ja auch nicht, ob eine Auswechslung, welche uns der Trainer als Offizieller mitteilt, mit den Betroffenen einvernehmlich erfolgt.

  • Die Auswechslung ist aber ein offzieller Akt, der kann nur erfolgen wenn der Spieler (im Normalfall einvernehmlich) den Platz verlassen hat - sonst kann es defintionsgemäß keine Auswechslung geben. Der Torwartwechsel ist nun meines Wissens weder in die eine noch in die andere Richtung definiert, aber mein "Gerechtigkeitswille" in so einem Fall spricht dafür den Wechsel zu akzeptieren und den "eigentlichen" Torwart dann als rechtlichen Feldspieler zu sehen, der sich umziehen oder das Feld verlassen muss, sonst sieht er Gelb-Rot.


    Die gesamte Situation geht davon aus dass der Torwart "bockig" ist, soo unwahrscheinlich finde ist es dann nicht dass er nicht nur uns sondern auch seinen Kollegen gegenüber diese Bockigkeit weiterbehält.

  • Hallo zuammen,


    es geht sicherlich nicht nur darum das der TW "bockig" ist, es geht darum das der TW mit der Entscheidung des Strafstoßes nicht einverstanden ist. Dieses möchte Er mit seinem verhalten zum ausdruck bringen und somit den SR unter druck setzen.
    Nun gibt es ausschliesslich nur den Regelkonformen Weg mit einer Verwarnung, Spielführer ansonsten abbruch. Ich denke bei einem sicheren Schiedsrichter ist spätestens bei der androhung des abbruches alles geklährt und das Spiel geht weiter.
    Den weg den TW zu provozieren indem ich Ihm etwas anhänge bzw. ein Platzverweis provoziere geht überhaupt nicht. Man stelle sich mal vor ein Richter macht so etwas bei einem Strafprozess . . . Wir sind auf dem Feld "Richter" und somit müssen wir glaubwürdig bleiben und unsere neutralität wahren. Kommt es zu einer Spruchkammersitzung, und alle sind sich einig das der Schiedsrichter dem TW etwas angedichtet hat geht die Sache schnell in eine andere Richtung. . .

  • Hey,
    Die Idee mit dem Umstellen ist einfach nur unsinnig, stellt euch vor, die gesamte Mannschaft wirft euch vor, dass ihr bestechlich seid, und sie eine Bestechung mitbekommen haben.. Nicht nett, oder? Da kommste nicht wirklich gegen an. Andersherum sollte man das auch nicht machen, vor allem als SR! Wir sollen neutral leiten, nicht neutral bescheißen...


    LG

  • Wenn das "Umstellen" in deinem Beitrag ein "Unterstellen" heissen soll (wovon ich ausgehe),macht dein Beitrag Sinn.Wenn nicht,erschliessen sich mir deine Gedankengänge nicht.