Was ist bloß auf den Sportplätzen los?

  • Bei uns kam es letztens zu einem Spielabbruch in der untersten Hammelklasse. Nachdem sich Gast schon in der HZ untereinander geschlagen hatte, holte der Trainer Heim seine Spieler nach einer Spuckattacke eines Gästespielers vom Feld (Heimspieler hatte übrigens zurück gespuckt). Der Präsident Gast und Trainer Heim kamen dann in die SR-Kabine und wollten den SR zur Fortsetzung überreden. Dies lehnte dieser ab.

    Jetzt kam das Urteil. Heim verliert das Spiel mit 0:2. Bemerkenswert Gast meldet seinen Spucker dem Sportgericht, dass hierdurch diesen für 7 Monate aus dem Verkehr ziehen kann. Von Heim kam wohl nichts. Beide Mannschaften kämpfen um den Aufstieg. Von dem her finde ich die Geste von Gast durchaus erwährenswert.

  • Heute bzw soeben wurde übrigens auch das SWFV-Verbandspokalhalbfinalspiel nach Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter-Assistenten nach knapp 32 Minuten abgebrochen. Entsprechendes Video macht wieder seine Runden, ich verzichte auf einen Link.

  • Die Gastmannschaft habe ich diese Runde schon gepfiffen, die Einschläge kommen immer näher...


    In erster Konsequenz aus den Vorfällen in der Pfalz heute Abend, haben sich eben zwei SR bei mir abgemeldet und werden aufhören. Ihnen ist es inzwischen zu viel, was passiert.

  • Das ist die Höchststrafe in Hessen.

    Darüber gibts gar keine Möglichkeiten welche dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen?


    Bei uns hier in Berlin beträgt die maximale zeitlich befristete Strafe 2 Jahre. Darüber gibt es aber noch die "Schwarze Liste", die auch genauso heißt. Personen die darauf stehen stehen erstmal ohne zeitliche Begrenzung darauf und können nur durch Antrag ans Verbandsgericht wieder runterkommen.

  • In Bayern ist die Höchsstrafe auch 2 Jahre, das Kreissportgericht kann das Verfahren aber an das Verbandssportgericht weiterleiten, wenn ein Ausschluß aus dem Verband zur Debatte steht.

  • Auch hier gibt es ein Urteil


    Der Täter und TuS Rüssingen erhalten harte Strafen, die SV Alemannia Waldalgesheim steht im Endspiel.


    Der Spieler wird aus dem südwestdeutschen Fußballverband ausgeschlossen und erhält zwei Jahre Spielsperre. Zudem wird der TuS Rüssingen, der den Spieler inzwischen suspendiert hat, mit einer Geldstrafe in Höhe von 7500 Euro belegt und darf in den nächsten beiden Jahren auch nicht am Verbandspokal-Wettbewerb teilnehmen. Das abgebrochene Spiel wird 2:0 zu Gunsten der Gäste gewertet.

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  • Richtig so. Ich wette der Rüssinger Verein wird mit ihrem Übeltäter auch hart ins Gericht gegangen sein, bei den Strafen, die letztenendes das ganze Team treffen. Aber nur so werden abschreckende Urteile geschaffen, damit sich so etwas nicht wiederholt.

  • Ich habe heute morgen im Radio eine Stellungnahme des Vorsitzenden des TuS Rüssingen gehört und das hörte sich nicht besonders einsichtig an. So kritisierte er das Urteil als zu hart und meinte, hier sei ein Exempel statuiert worden. Bei der Verhandlung sei überhaupt nicht auf der Grund eingegangen worden, wieso es dazu gekommen ist. So wären beispielsweise schon während des Spiels völlig übertriebene Entscheidungen vom Gespann getroffen worden und viel zu schnell Karten gezogen worden, die dann zu völlig überzogenen Gelb/Roten Karten geführt hätten. Auch wären viele falsche Entscheidungen zu Ungunsten seiner Mannschaft getroffen worden. Der schuldige Spieler sei eigentlich ein herzensguter Kerl und könne keiner Fliege etwas zuleide tun.

    Der Verein behält sich vor Einspruch gegen das Urteil einzulegen.

    So etwas in ein Radiomikrofon zu sagen ist schon sehr, sagen wir mal, mutig.

    Das Interview hatte ich auf SWR1 gehört.

  • Verhandlung sei überhaupt nicht auf der Grund eingegangen worden, wieso es dazu gekommen ist.

    Das ist jedes mal das selbe. OK. Jetzt zwar hier im Radio aber ich kenne das aus Sportgerichtsverhandlungen auch. Der Verurttelte oder der Angeklagte versucht eine Gewalthandlung mit irgendwelchen Spielentscheidungen zu rechtfertigen.


    Ja, vielleicht hatte das Gespann an diesem Tag kein glückliches Händchen. vielleicht hat der Schiri auch mehr als einmal in´s Klo gegriffen. Sowas kommt genau so vor wie der vermurkste Pass oder die vergeigte 100-Prozentige.


    Ich erinnere mich da an meine letzte Sportgerichtsverhandlung, bei der ein Trainer eine vierseitige Stellungnahme vorbereitet hat, und vorzulesen begann: "Es begann vor dem Spiel da sagte der Schiri wir sollen uns beeilen damit wir pünktlich anfangen können, dabei sind wir gerade erst vor 20 Minuten angekommen und müssten uns noch warm machen."

    Er wurde vom Vorsitzenden mit folgenden Worten Unterbrochen: "Ich sehe das sie eine mehrseitige Stellungnahme vorbereitet haben, könnten sie bitte gleich zu dem Punkt in der 36. Minute kommen bei der sie sich mehrerer Unsportlichkeiten strafbar gemacht haben die wir Ihnen hier in der Verhandlung vorwerfen."

    Was mich ärgert liebe Pressemedien, das ihr solchen Leuten noch eine Plattform für ihre Rechtfertigung gebt.

  • Kein Wunder. Es ist immer dasselbe. Diese Lippenbekenntnisse von wegen "Man müsse den Schiedsrichter schützen, komme was wolle." gilt nur so lange, bis man selbst betroffen ist. Deshalb geht mir diese Gerede auch so verdammt auf den Nerv. Vor vielen Spielen sagen Zuschauer oft zu mir, dass sie Respekt vor meinem Hobby hätten und wie ich das aushalte. Dann werde ich 90 Minuten nur beschimpft. Dann ist wieder alles "gut" und alles fängt wieder von vorne an.

  • dabei sind wir gerade erst vor 20 Minuten angekommen und müssten uns noch warm machen

    Schon witzig: Ist das mein Problem, wenn die erst so spät ankommen? Ich erinnere mich an einen Fall:
    Spiel am Sonntag nach der Umstellung von Sommer- auf Normalzeit (also Ende Oktober), Anstoßzeit 15 Uhr, Platz ohne Flutlicht. Nun wollte es der Zufall, dass an diesem Tag (das Spiel war in Frankfurt) in Frankfurt ein Marathon stattfand, d.h. umfangreiche Straßensperrungen. Ich hatte das zum Glück mitbekommen und war pünktlich vor Ort, Gast hingegen tröpfelte so langsam ein. Immerhin war Gast dann um 15 Uhr mit 8 Mann fertig, zwei waren gerade noch in die Kabine gehuscht. Da ich nett bin (und mit Einverständnis Heim) habe ich die Zwei sich noch schnell umziehen lassen, den Wunsch nach aufwärmen aber abgelehnt (sonst muss ich das Spiel am Ende noch wegen Dunkelheit abbrechen). Irgendwann kamen dann auch Spieler 11 ff., aber Gast war verfahren und hat das Spiel trotz eindeutiger Favoritenrolle verloren.


    Aber zurück zum Thema:
    Die Einlassungen im Radio zeigen, dass die Strafe eher zu lasch denn zu streng war - und sollten die in Berufung gehen, hoffe ich, dass die nächste Instanz das Urteil nicht nur in der Sache bestätigt, sondern dem Vorsitzenden wegen seiner Einlassungen noch eine zusätzliche Strafe verpasst.

  • DasVerhalten ist ja Standard mittlerweile, siehe den Fall Abraham. Es ist nicht nur auf den Fussball beschränkt, es betrifft ja auch das normale Leben:


    Ich befinde mich aktuell in einem Rechtsstreit, in dem die Gegenpartei versucht, einen widerrechtlich vorgenommenen Eingriff in das Gemeinschaftseigentum der von uns gekauften Wohnung und damit verbundenen Verzögerungen beim Einzug verursacht durch notwendige Instandsetzungen aufgrund dieses Eingriffes mit Fehlverhalten des Vorbesitzers und Vorgabe eines Wasserschadens, der nicht belegbar ist (50 Euro Hagelschaden hat er gemeldet, mindestens 1000 Euro Instsndsetzung seines Teils der Wasserleitungen nicht) zu rechtfertigen. Dabei können wir die Kernaussagen mit Belegen widerlegen, trotzdem beharrt die Gegenseite auf ihrer Argumentation.

    "Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nix."
    Gerhard Theobald, ehemaliger Bundesliga-SR, zum Thema Grundlagen des Stellungsspieles